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Campus der UC Berkeley, Kalifornien (Quelle: Wikimedia Commons, Autor: brainchildvn, lizensiert unter CC BY-2.0]

Quelle: Wikimedia Commons, brainchildvn - CC BY-2.0

Hohe Lebenshaltungskosten und saftige Studiengebühren hielten Sascha Arnold nicht davon ab, seinen LL.M. an der UC Berkeley in Kalifornien zu machen. Die Finanzierung bereitete ihm einiges Kopfzerbrechen, doch das hat sich gelohnt.

Meinen LL.M. habe ich an der UC Berkeley School of Law (Boalt Hall) erworben. Wer ein akademisch anspruchsvolles Studium mit innovativen Inhalten in einer der lebenswertesten Gegenden der USA sucht, ist hier genau richtig. Wahl des Zeitpunkts für das LL.M.-Studium Den LL.M. habe ich nach einer mehrjährigen Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter und unmittelbar vor Beginn des Referendariats absolviert. So konnte ich direkt an meine Forschungsinteressen aus Promotion und der Zeit am Lehrstuhl anknüpfen. Außerdem wusste ich, dass ich meinen Berufseinstieg nach dem Referendariat nur noch ungern hinauszögern würde.

Wahl des Studienlands und des LL.M.-Programms

Ich wollte vor allem das öffentliche Wirtschafts- und Umweltrecht der USA studieren – und das an einer Universität mit hohem akademischen Anspruch. In meiner engeren Auswahl war neben Berkeley daher noch die University of Michigan. Das innovativere Curriculum der Boalt Hall, zugegebenermaßen aber auch die Aussicht, ein Jahr in der Bay Area leben zu können, gaben letztlich gegenüber dem doch etwas tristeren Ann Arbor den Ausschlag.

Die Vorbereitungsphase

In den Monaten vor dem LL.M. war ich nur noch mit halbem Kopf in Deutschland: Hier kümmerte ich mich vor allem darum, meine Wohnung unterzuvermieten und meine Habseligkeiten bei Freunden und Bekannten unterzubringen. Da der Wohnungsmarkt in der Bay Area als heftig umkämpft galt, versuchte ich – wie der Großteil meiner Kommilitonen auch –, noch vor meiner Abreise eine Unterkunft in Berkeley zu finden. Die Wohnungssuche klappte zwar dank Videochat leidlich, kostete allerdings viel Zeit und war letztlich unnötig – auch die Kommilitonen, die ohne eine feste Bleibe in Berkeley anreisten, haben rasch eine Unterkunft gefunden.

Studienfinanzierung und Lebenshaltungskosten

UC Berkeley ist zwar eine staatliche Universität, unterscheidet sich hinsichtlich der Höhe der Studiengebühren aber leider (fast) nicht von den Ivy Leagues der Ostküste. Im Gegenteil: Die kalifornische Haushaltskrise zwingt auch die Boalt Hall dazu, schwindende Fördergelder über teilweise saftige Studiengebührenerhöhungen auszugleichen. Zusammen mit den ebenfalls hohen Lebenshaltungskosten in der Bay Area musste ich für das gesamte akademische Jahr knapp 70.000 US-Dollar veranschlagen. Aus eigenen (bzw. familiären) Mitteln allein hätte ich den LL.M. nicht finanzieren können; einen so hohen Betrag wollte ich aber auch nicht gänzlich durch Kredite finanzieren, dafür lag der Berufseinstieg nach dem Zweiten Staatsexamen noch in zu weiter Ferne. Glücklicherweise sprang der DAAD ein, dessen Stipendium ca. 50 Prozent der Kosten abdeckte. Den Rest finanzierte ich zum Teil mit einem umgekehrten Generationenvertrag (bei dem ich statt einer fixen Summe einen Prozentsatz meines Einkommens zurückzahle), zum Teil mit von meiner Familie geliehenem Geld. Vor der Entscheidung, für den LL.M. einen Kredit aufzunehmen, habe ich lange überlegt – letztlich gaben aber der hervorragende Ruf Berkeleys und das Wissen, dass in Bildung investiertes Geld stets gut angelegt ist, den Ausschlag. Unerlässlich ist es jedenfalls, sich sehr frühzeitig mit der Finanzierung zu beschäftigen.

Meine Highlights im LL.M.-Studium

Die Berkeley Law School überzeugt vor allem im Umweltrecht und IP/IT-Recht mit hochaktuellen Angeboten sowie durch engagierte Professoren. In Kursen wie Climate Change, Renewable Energy oder Video Game Law kann man gezielt seine Forschungsschwerpunkte aus angloamerikanischer Perspektive vertiefen. Das durchweg liberale und sehr umweltbewusste Berkeley hat sich trotz steten Wachstums und seiner Nähe zu San Francisco den Charme einer äußerst lebenswerten Kleinstadt bewahrt. Außerhalb der Uni laden außerdem San Francisco und die Bay Area mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten zum Sightseeing ein.

Was besser hätte laufen können

Gewöhnungsbedürftig fand ich das administrative Chaos an der UC Berkeley – hier halfen häufig nur Geduld und Hartnäckigkeit. Enttäuscht waren zahlreiche meiner Kommilitonen auch von den faktisch nichtexistenten Job-Chancen für LL.M.-Studenten. Viele hatten sich über den LL.M. und das Bar Exam den Einstieg in den amerikanischen Arbeitsmarkt erhofft. Wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage blieb dieser aber selbst hochqualifizierten Kandidaten verwehrt.

Das hat mir der LL.M. gebracht

Der LL.M. in Berkeley war auf jeden Fall eine Bereicherung – das gilt natürlich zunächst für die Perfektionierung meiner Englischkenntnisse. Das Studium hat mir außerdem neue Perspektiven und Herangehensweisen an bekannte Probleme aufgezeigt, auch wenn ich das konkrete Fachwissen bisher nur im Einzelfall habe anwenden können. Vor allem aber habe ich dank des LL.M. nicht nur ein internationales Netzwerk juristischer Kontakte aufgebaut, sondern auch sehr gute Freunde in aller Welt gefunden. Mein Fazit: Wer die Möglichkeit hat, einen LL.M. in Berkeley zu absolvieren, sollte sich dies nicht entgehen lassen.

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