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Teil des Weltkulturerbes: Kathedrale von Sevilla

Teil des Weltkulturerbes: Kathedrale von Sevilla

Die Universidad de Sevilla ist eine staatliche Universität mit etwa 70.000 Studenten der verschiedensten Fächer. Damit ist sie eine der größten Universitäten Spaniens mit einem breit gefächertem Austauschprogramm, an dem sich eine Menge ausländischer Unis beteiligen. Dies ist sicher auch der Grund, warum jährlich rund 1.200 Erasmus-Studenten oder anderweitige Austauschstudenten nach Sevilla kommen, um dort ein Jahr zu studieren und das spanische Leben und die Kultur zu genießen.
 

Trotz Massenuni herrscht eine persönliche Atmosphäre
 Im Allgemeinen hat man keine Schwierigkeiten Kurse zu finden, die in Deutschland anerkannt werden. Da die Uni groß ist, gibt es eine immense Vielfalt an Kursen, sei es im Bereich BWL oder VWL. Für diejenigen, die sich gerne auf Marketing konzentrieren wollen, gibt es hier besonders viele Fächerangebote, da die Uni Sevilla einen eigenen Aufbaustudiengang dazu anbietet.
 Generell sind die meisten Uni-Kurse im Vergleich zu deutschen Verhältnissen sehr klein. Besucht man Vorlesungen aus einem der ersten beiden Studienjahre, sind die Veranstaltungen mit etwa 50 Teilnehmern noch recht groß. An den Kursen des dritten bis fünften Studienjahres nehmen dagegen meist nur noch 20 Studenten teil. Das fördert natürlich ein sehr persönliches Verhältnis zum Dozenten und man muss so auch keine Angst haben, Fragen zu stellen, wenn man etwas nicht verstanden hat.
 

Die Spanier helfen gerne weiter
 Allein unter Spaniern ist man an der Uni nicht immer. Da wahnsinnig viele Austauchstudenten nach Sevilla kommen, wird es kaum jemand schaffen, diesen zu "entgehen". Aber ehrlich gesagt, wollte ich das auch gar nicht immer, denn man hat schließlich doch gemeinsame Probleme und neue Erkenntnisse und Erlebnisse, die verbinden. Trotz allem hat man genug Möglichkeiten, Kontakt zu Spaniern aufzubauen. Die meisten sind sehr offen und helfen auch gerne bei anfänglichen Verständnisproblemen in den Vorlesungen weiter, indem sie einen ihre so genannten "apuntes" (Mitschriften) kopieren lassen oder das ein oder andere noch einmal erklären.
 

Keine Sonderregeln für Erasmus-Studenten
 Die Vorlesungen sind in den meisten Fällen sehr theoretisch und viele Professoren diktieren oder legen Folien zum Abschreiben auf. Skripte oder einen Studentenservice, der Ahnliches anbietet, gibt es nicht. Für Erasmus-Studenten gibt es keine Sonderregeln oder Erleichterungen – dafür sind einfach zu viele Austauschstudenten da, so dass man nicht als etwas Besonderes behandelt wird. Im Allgemeinen fallen die Noten in Spanien eher schlecht aus. Da es für die spanischen Studenten auch mehr ums Bestehen geht, werden sehr gute Noten recht selten vergeben.
 In jede Prüfung - abgesehen von den Sprachprüfungen - dürfen aber Wörterbücher mitgenommen werden.
 

Kostenlose Sprachkurse für Austauschstudenten
 Um den Gaststudenten den Einstieg zu erleichtern, bietet die Uni einen dreiwöchigen Intensivkurs vor Beginn des Semesters im September an, den so genannten "curso de otoño". Während des Semesters gibt es dann noch einen Kurs, der pro Woche drei Stunden dauert und an dem im Schnitt 40 Studenten teilnehmen. Mit einem kleinen Test wird man in eines der vier Sprachniveaus eingestuft. Die Kurse sind nicht herausragend, aber auch nicht schlecht. Das einzig Ungünstige ist, dass sie im Spracheninstitut gehalten werden, das am anderen Ende der Stadt liegt. Da der Kurs für Erasmus-Studenten kostenlos ist, sollte man ihn meiner Meinung nach zumindest ein Semester lang wahrnehmen. Für "freemover" ("alumno visitante") lohnt er sich nicht wirklich, da er für sie relativ teuer ist und es sicherlich bessere Alternativen gibt, wenn man sowieso bezahlen muss.
 

Lieber in die WG als ins Wohnheim
 Ich kann nicht empfehlen, in einem Studentenwohnheim zu wohnen. Diese sind teuer und liegen in den meisten Fällen sehr weit außerhalb. Besser wohnt man in einer WG, die man über Aushänge, zum Beispiel am "rectorado" finden kann, dem Hauptgebäude der Uni. Ich persönlich habe mir ein WG-Zimmer im Zentrum gesucht, so musste ich zur Wirtschaftsfakultät, die etwas außerhalb liegt, zwar mit dem Bus fahren, aber ansonsten war so ziemlich alles zu Fuß erreichbar. Die Wohnungen in Fakultätsnähe sind zwar etwas billiger, aber in den meisten Fällen hat man am Abend den langen Weg nach Hause vor sich. Zudem ist das alte Stadtzentrum die weitaus schönere und typischere Wohngegend.
 In der Regel reicht es für einen Studienstart im Herbst, Mitte September in Sevilla zu sein, um sich eine Wohnung zu suchen. Dann sind noch recht viele Aushänge vorhanden und man hat die freie Auswahl an Wohnungen und kann sich eine passende suchen. Zu Beginn der Vorlesungszeit wird es meist sehr knapp mit dem Wohnungsangebot und man muss nehmen, was übrig bleibt. Wenn möglich, empfiehlt es sich, etwas früher anzureisen.
 

Das Leben in der Stadt: Alles findet später statt
 Das Leben in Sevilla ist im Vergleich zu Deutschland um zu zwei bis drei Stunden nach hinten verschoben. Dementsprechend verlagert sich das Abendprogramm bis tief in die Nacht. Für Parties ist es üblich, nicht vor ein Uhr irgendwo aufzutauchen. Und auch dann gehört man noch zu den ersten – selbst bei Uni-Parties. In Sevilla gibt es ein großes Angebot an Tapas-Bars, Cafés und Diskotheken. Gerade im Zentrum, in Santa Cruz und in Triana gibt es viele nette Plätze, an denen man gut essen und feiern kann. Daneben organisiert aber auch das Erasmus-Büro - eine Gruppe spanischer Studenten - immer eine Reihe von Parties unter verschiedenen Ländermottos, ebenso wie Wochenendausflüge, die meist aber recht teuer sind. Auch verfügt die Uni Sevilla über viele Freizeitangebote: Sie hat ein gutes Sportangebot und bietet viele Veranstaltungen an, seien es Konzerte, Reisen oder Konferenzen und Vorträge.
 

Ein kleines zweites Zuhause gewonnen
 Falls ihr noch überlegt oder schwankt, ob ihr ins Ausland gehen sollt oder nicht: Macht es! Ihr werdet es nicht bereuen, denn das Jahr wird für immer und jederzeit in eurem Gedächtnis bleiben. Ihr werdet eine Vielzahl an Menschen des Gastlandes, aus ganz Europa und der Welt kennen lernen, neue Möglichkeiten für eure Zukunft entdecken und andere Sichtweisen auf euer Studienfach gewinnen. Ich würde es immer wieder machen, denn ich habe wunderschöne Erfahrungen machen können und am Ende fiel es mir schwer zu gehen. Ich hatte ein kleines zweites Zuhause gewonnen.

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