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Die Transformation des Verlages Gruner + Jahr mitgestalten

Mann Buch Hand Tasche  [Quelle: pixabay.com, Autor: Pexels]

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Eigentlich wollte Dr. Stefan Waschatz Journalist werden – am liebsten Gerichtsreporter. Doch dann kam alles anders. Heute ist er Leiter des Bereichs Human Resources Deutschland bei Gruner + Jahr. Wie er zum Unternehmen kam und warum er heute inmitten des "War for Talents" arbeitet, erfährst du hier.

Barbara Schöneberger, Eckart von Hirschhausen und Joko Winterscheidt kann man bei meinem Arbeitgeber in der Kantine treffen. Vielleicht noch spannender aber ist es für mich, mit Redakteuren von Stern, Geo, Brigitte oder Essen & Trinken über ihren Job zu sprechen und wie sich die Tätigkeit von Journalisten verändert. Oder mit Kollegen aus unseren Start-ups über deren Vorstellung von der Arbeitswelt zu diskutieren. Ich bin Personalleiter bei Gruner + Jahr – dem innovativsten und kreativsten Verlag, wie wir mit Stolz sagen. Mit diesem Anspruch Personalarbeit zu gestalten, ist eine wunderbare Aufgabe, auch wenn sie mit meinen ursprünglichen Berufsvorstellungen – auf den ersten Blick – nicht mehr ganz so viel zu tun hat.

Als Personalleiter Deutschland bin ich für eine Abteilung von 30 Mitarbeitern verantwortlich, als Team betreuen wir 3.000 Menschen an verschiedenen Standorten. Meine Arbeit ist vielfältig, so wie die Geschäfte, die Gruner + Jahr betreibt. Neben Print- und Digitalredaktionen, Vertrieb und Vermarktung gehören inzwischen einige erfolgreiche Start-ups zum Konzern. Früher mögen die Kernaufgaben einer Personalabteilung das Erstellen von Arbeitsverträgen, Umstrukturierungen und die Gehaltsabrechnung gewesen sein. Heute kommen Themen wie  Organisationsentwicklung, New Work und Recruiting im "War for Talents" hinzu. Diese Themen bringen ständig wieder neue Fragestellungen und Herausforderungen mit sich. Darauf mit meinem Team gute Antworten zu finden, ist meine Aufgabe. Der Job ist abwechslungsreich, vielfältig und erfordert viel Kreativität.

Personalabbau ist manchmal Teil der Aufgabe

Meine Aufgaben sind nicht immer nur angenehm. Personalabbau, Kündigungen und Abmahnungen gehören auch dazu. Eine einschneidende Erfahrung war die Schließung der Wirtschaftsmedien ("Financial Times Deutschland"), bei der rund 200 Kollegen ihren Arbeitsplatz verloren. Das war menschlich schwierig. Und gleichzeitig auch eine große inhaltliche und logistische Herausforderung für die Personalabteilung.

Ich war damals noch nicht so lange bei Gruner + Jahr, auch das Referendariat lag noch nicht weit zurück. Das juristische Rüstzeug half allerdings nur am Rande. Kommunikative Fähigkeiten und Organisationstalent waren gefragt. So nahm ich an den Verhandlungen mit Betriebsräten über einen Sozialplan teil. Viel wichtiger noch war es, die Verhandlungsergebnisse hinterher der Belegschaft zu erläutern. Was nützt eine Transfergesellschaft, wenn man nicht versteht, was genau darin passiert? Gelernt habe ich vor allem eines: Bei so schwierigen Entscheidungen wie einem Stellenabbau macht eine gute, durchdachte und vor allem wertschätzende Umsetzung sehr viel aus.

Meine ursprünglichen Karrierepläne sahen das alles überhaupt nicht vor. Das Jura-Studium in Freiburg begann ich mit einem festen Vorsatz: Journalist zu werden, am liebsten Gerichtsreporter. Das ließ sich auch ziemlich gut an, mit journalistischen Praktika beim Fernsehen, Hörfunk und in Print-Redaktionen sowie freier Mitarbeit für verschiedene Zeitungen – und dabei ersten Erfahrungen als Gerichtsreporter. Nach dem Studium bekam ich die Chance, ein Volontariat bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zu machen. Das waren sehr lehrreiche zwei Jahre, vor allem deshalb, weil die dpa auch jungen Kollegen schon früh die Möglichkeit gibt, mit viel Eigenverantwortung auch wichtige Themen zu übernehmen und darüber zu berichten. Und bei einer Presseagentur lernt man sehr viel über Geschwindigkeit und Effizienz. Davon profitiere ich heute.

Unternehmenskultur hat Entscheidung für Gruner + Jahr leicht gemacht

Mit dem juristischen Referendariat wollte ich nach der Ausbildung zum dpa-Nachrichtenredakteur meine Kompetenz als Gerichtsberichterstatter festigen und erweitern. Doch in der Wahlstation kam alles anders. Während der drei Monate in der Personalabteilung lernte ich die Arbeit bei Gruner + Jahr kennen und war von dem Unternehmen so begeistert, dass ich schnell zugesagt habe, als ich das Angebot bekam, als Referent in der Personalabteilung weiterzuarbeiten.

Wesentliches Argument war die Unternehmenskultur. Ein Verlag finanziert Kreativität. Das merkt man bei Gruner + Jahr im Arbeitsalltag. Es geht los mit dem Umgang miteinander; ein Beispiel, das mir in meinen ersten Tagen bei G+J besonders aufgefallen ist: die besondere Kultur der Lunch-Verabredungen. Bei uns ist es üblich, dass man sich mit Kollegen aus anderen Bereichen zum Essen in der Kantine verabredet. Um sich kennenzulernen, auch um zu erfahren, was in anderen Bereichen gerade los ist. Hierarchiegrenzen gibt es dabei keine. Geschäftsführer, Chefredakteure und Bereichsleiter treffen sich selbstverständlich auch mit Berufsanfängern – es gibt keine Schulterklappenmentalität.

Talentförderung: Seminare in New York und Los Angeles

Ein zweites Argument sprach sehr für Gruner + Jahr und war für meine Zusage maßgeblich: Der Verlag kümmert sich um seine Talente und deren Entwicklung. Gemeinsam mit dem Mutterkonzern Bertelsmann hat Gruner + Jahr ein umfangreiches Angebot an Fortbildungen und zur Karriereentwicklung. Im Rahmen des Senior Management Pools von Bertelsmann lerne ich kontinuierlich sehr viel über Führung und habe einen spannenden und bereichernden Austausch mit Führungskräften von Bertelsmann aus aller Welt. Seminare in Los Angeles, New York und ein Programm an der Harvard Business School sind ebenfalls Teil der Talentförderung, von der ich profitieren kann.

Es ist kein Geheimnis, dass die Märkte für Medien schwierig sind. Verlage müssen sich Herausforderungen wie Auflagenschwund und Rückgang von Anzeigenerlösen stellen. Und dennoch müssen Zukunftssorgen nicht alles überschatten. Gruner + Jahr sichert seine Zukunft mit vielen Geschäftsideen rund um die Zeitschriftenmarken. Für mich als Personalleiter zählt es zu den wichtigsten Aufgaben, für Kreativität und Innovation möglichst optimale Bedingungen zu schaffen und zu erhalten. CEO Julia Jäkel hat Pippi Langstrumpf zitiert: "Das haben wir noch nie probiert, also geht es sicher gut." In dem Zitat steckt Mut drin, Zuversicht und das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten und Freude.

Dieser Artikel ist erstmals in Perspektive für Juristen 2019 der Buchreihe e-fellows.net wissen erschienen.

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