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"Wenn Sie eine Pizza wären, welchen Belag hätten Sie?"

Closeup hand of chef baker in white uniform making pizza at kitchen (Quelle: fotolia.com, master1305)

Quelle: fotolia.com, master1305

Schon kurios, was man manchmal so gefragt wird, im Bewerbungsgespräch. Manchmal steckt hinter skurrilen Fragen ein ernster Hintergrund. Manchmal gehen Personaler mit ihrer Fragerei aber auch zu weit.

"Können Sie mir diesen Kugelschreiber verkaufen?" oder "Wenn Sie eine Pizza wären, welchen Belag hätten Sie dann?" In Bewerbungsgesprächen sind Bewerber häufig skurrilen Fragen ausgesetzt. Manche fordern die Kreativität der Bewerber heraus, andere sind wirklich unangebracht.

Die Internetplattform Gehalt.de hat mehr als 500 Beschäftigte zu den ungewöhnlichsten Erfahrungen bei Bewerbungsgesprächen befragt. Laut dieser Umfrage fühlten sich 69 Prozent der Befragten schon einmal unwohl bei einem Bewerbungsgespräch. Der häufigste Grund dafür war mit 55 Prozent Unhöflichkeit, gefolgt von Beleidigung und Diskriminierung in jeweils acht Prozent der Fälle. Bei fünf Prozent wurde Sexismus angegeben. Nur 22 Prozent der Bewerber brachen daraufhin das Gespräch ab oder beschwerten sich im Nachhinein.

Mit vielen Fragen wollten Personalmanager die Bewerber verunsichern und ihre Reaktion testen, sagt Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de. In diese Kategorie gehören Fragen, wie "Werden Sie schnell rot?" oder "Was glauben Sie wie viele Rechtschreibfehler in ihrer Bewerbung sind?".

Selbsteinschätzung und Kreativität

Andere Fragen sollen den Bewerber dazu bringen sich selbst einzuschätzen. Dazu gehört zum Beispiel die Frage nach dem Pizzabelag oder "Wenn Sie eine Frucht wären, welche wären Sie?". Die Bitte einen gewöhnlichen Kugelschreiber zu verkaufen, fordert die Kreativität des Bewerbers: Er soll Verkaufsargumente bringen.

Es gibt aber auch Fragen, die Personalentscheider nicht stellen dürfen. Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz darf zum Beispiel nicht nach einer möglichen Schwangerschaft gefragt werden. Auch Fragen nach einem ausländischem Namen oder Aussehen gehen zu weit. Auch offensichtlich sexistische Fragen wie "Sind sie wirklich der Meinung, dass eine Frau in der Rechtsabteilung eines großen Unternehmens etwas zu suchen hat?" sind nicht in Ordnung.

Bierbach rät dazu, solche Gespräche im Notfall abzubrechen. Eventuell kann man auch noch Anzeige wegen Diskriminierung erstatten.

Aber nicht nur die Personalentscheider sondern auch die Bewerber leisten sich häufiger Fehltritte. 24 Prozent der Bewerber gaben an, dass ihnen das schon passiert ist. Dazu gehören zum Beispiel klingelnde Handys während des Vorstellungsgesprächs oder den Chef mit dem Vornamen anzusprechen. Der häufigste Grund ist in knapp einem Drittel der Fälle schlechte Vorbereitung und mangelndes Fachwissen.

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