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Mach dich fit fürs Überzeugen

Chef reicht die Hand

Quelle: freeimages.com, FOTOCROMO

Endlich liegt er im Briefkasten: Der Umschlag, den du seit Wochen erwartest. Absender: Das Unternehmen, bei dem du arbeiten möchtest. Eine Einladung zum Bewer-
bungsgespräch? Klasse! Deine fachlichen Kompetenzen haben den Personalchef also neugierig gemacht. Doch passt du wirklich ins Unternehmen? Davon sollst du ihn im Bewerbungsgespräch über-
zeugen. Die beste Strategie: vor dem Gespräch für knackige Antworten und ein gutes Erscheinungsbild sorgen.

Schritt 1: Informiere dich!

Häufig stellen die Personalverantwortlichen Fragen, für deren Beantwortung du über das Unternehmen gut Bescheid wissen musst. Damit wollen sie herausfinden, ob du dich gut vorbe reitet und mit der Firma beschäftigt hast. Auch wenn du schon das eine oder andere weißt, solltest du dich vor dem Bewerbungsgespräch nochmals intensiv mit dem Profil deines Wunscharbeitgebers auseinandersetzen.

Im Folgenden sind Fragen aufgelistet, die zu Unternehmen und Jobangebot gestellt werden könnten. Am besten überlegst du dir schon mal die Antworten: 

  • Welchen Eindruck vermittelt Ihnen unser Unternehmen?
  • Wie stellen Sie sich Ihre Tätigkeit bei uns vor? (Lies hierzu unbedingt die Stellenanzeige noch einmal genau durch!)
  • Wie gut kennen Sie unsere Dienstleistungen und Produkte?
  • Kennen Sie andere Unternehmen aus unserer Branche?

Alles gewusst? Wenn nicht, solltest du dich nochmals auf Informationssuche begeben. Es gibt eine Reihe von Quellen, mit denen du dein Wissen zum Unternehmen erweitern kannst:

  • Internet: Auf den Webseiten der Unternehmen findest du meist zu folgenden Schwerpunkten wertvolle Informationen: Standorte, Mitarbeiter, Leistungen, Kunden und Produkte. Manchmal findest du auf der Homepage sogar Geschäfts berichte und Unternehmensbroschüren zum Download.
  • Pressestelle: Ruf einfach an und frag nach Infomaterial.
  • Wenn du Bekannte, Verwandte oder Freunde aus deinem Wunschunternehmen oder der entsprechenden Branche hast, kannst du dir viele Insider-Infos beschaffen.
  • e-fellows.net: Informationen über unsere Partnerfirmen findest du auch bei uns in der Rubrik "Partner".

Schritt 2: Und was möchtest du wissen?

Mit der Recherche zum Unternehmen bist du fertig. Während du dich mit deinem Wunscharbeitgeber beschäftigt hast, sind jedoch noch Fragen offen geblieben. Die solltest du dir notieren und im Vorstellungsgespräch anbringen. Das hat zwei Vorteile für dich: Einerseits zeigen dir gezielte Fragen zur Tätigkeit, ob der Job und seine Arbeitsaufgaben auch wirklich deinen Vorstellungen entsprechen. Andererseits wollen die Personalverantwortlichen selbst von dir wissen, welche Fragen du hast. Wenn du spontan antwortest, zeigst du Interesse und gute Vorbereitung.

Schritt 3: Zeige deine Motivation!

Auch an deiner Bewerbungs- und Leistungsmotivation ist das Unternehmen interessiert. Mit anderen Worten: Die Personalverantwortlichen wollen wissen, warum und wie stark du am Job interessiert bist, und ob du mit viel Engagement deine Arbeitsaufgaben erledigen wirst. Auch hierzu gibt es Fragen, mit denen sie das herausfinden wollen. Mache dir deshalb über Folgen des Gedanken: Mit der Recherche zum Unternehmen bist du fertig. Während du dich mit deinem Wunscharbeitgeber beschäftigt hast, sind jedoch noch Fragen offen geblieben. Die solltest du dir notieren und im Vorstellungsgespräch anbringen. Das hat zwei Vorteile für dich: Einerseits zeigen dir gezielte Fragen zur Tätigkeit, ob der Job und seine Arbeitsaufgaben auch wirklich deinen Vorstellungen entsprechen. Andererseits wollen die Personalverantwortlichen selbst von dir wissen, welche Fragen du hast. Wenn du spontan antwortest, zeigst du Interesse und gute Vorbereitung.

  • Warum hast du dich beim Unternehmen XY beworben?
  • Was reizt dich an dem Jobangebot?
  • Was willst du in fünf oder zehn Jahren erreicht haben? Was sind deine Ziele?

Bei den letzten beiden Fragen solltest du nicht zu hoch- aber auch nicht zu tiefstapeln. Überlege dir realistische Ziele.

Schritt 4: Analysiere dich selbst!

"Ich stelle häufig Fragen zur Beurteilung der eigenen Persönlichkeit. Besonders seine Stärken und Schwächen sollte der Bewerber kennen", sagt Britta Wilstacke, Mitarbeiterin des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG. Wenn du dich bisher damit noch nicht auseinandergesetzt hast, ist das kein Problem. Denn deine Stärken und Schwächen kannst du ganz einfach herauszufinden: Schaue dir deinen Lebenslauf an und überlege, welche deiner Eigenschaften zum guten Gelingen von Aufgaben beigetragen haben und welche für dich eher nachteilig waren. Von deinen Stärken solltest du im Bewerbungsgespräch diejenigen nennen, die für die Tätigkeit relevant sind. Um sie glaubwürdig zu kommunizieren, solltest du sie stets mit Beispielen belegen. Du kannst ausgezeichnet im Team arbeiten? Dann nenne ein erfolgreiches Projekt, in dem du mit mehreren Leuten zusammen etwas auf die Beine gestellt hast. Bezüglich der Schwächen solltest du beachten: 

  • Nobody is perfect: Behaupte nicht, du hättest keine Schwächen. Das wirkt unglaubwürdig und überheblich.
  • Relativierung: Du kannst deine Schwächen entschärfen, in dem du Formulierungen wie "früher", "gelegentlich" oder "manchmal" benutzt. Wenn du etwas gegen deine Schwächen unternimmst, solltest du das auch erwähnen.

Schritt 5: Reflektiere deinen Lebenslauf!

Auch mit deinem Lebenslauf solltest du dich intensiv auseinandersetzen. Damit vermeidest du bei Fragen zu deinem Werdegang peinliche Wissenslücken. Gute Kenntnisse deines Lebenslaufs helfen dir auch, wenn du etwas über dich erzählen sollst. Du kannst auf Stationen deines Lebens eingehen, durch die du dich für deinen Wunschjob qualifiziert hast. Damit rührst du die Werbetrommel und zeigst: Ich bin genau der richtige Bewerber für die Stelle.

Schritt 6: Mach dich schick!

Du solltest nicht riskieren, den Personalchef mit deiner Kleidung zu schocken. Dein Äußeres vermittelt den ersten Eindruck - und der muss stimmen. Frag Freunde aus der Branche, für die du dich bewirbst, welches Outfit Pluspunkte bringt. Ein Blick auf die Homepage des entsprechenden Unternehmens kann dir auch einen Eindruck von dessen Stil vermitteln. Solltest du keine Infos finden, nicht verzweifeln:

Business Style...

...bei Frauen

  • Kostüm (der Rock sollte nicht zu kurz sein!) oder Hosenanzug in einer dezenten Farbe
  • passende Feinstrumpfhose
  • Pumps mit nicht zu hohen Absätzen

...bei Männern

  • Anzug in grau, anthrazit oder dunkelblau
  • passendes Hemd
  • Krawatte (ohne Micky Mäuse, Garfields oder Snoopies!)
  • dunkle Socken
     

Mittendrin im Gespräch

Small Talk zum Aufwärmen

Die nette Sekretärin hat dich gebeten, im Besprechungszimmer Platz zu nehmen. Nur noch wenige Minuten, dann betreten die Interviewer den Raum. Allmählich steigt deine Aufregung. Doch keine Panik, denn am Anfang gibt es meist ein kleines Warm-up:

Unternehmen + Bewerber = gutes Team?

Das Bewerbungsgespräch ist keine Prüfungssituation. "Es ist vielmehr ein gemeinsames Kennenlernen von Unternehmen und Bewerber", sagt Britta Wilstacke, Mitarbeiterin beim Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG. Das passiert im Wesentlichen in zwei Phasen: "Zunächst stellen sich die Interviewer, also die Unternehmensvertreter, vor. Dann steht der Bewerber im Mittelpunkt und sagt etwas zu seiner Person. Als Leitfaden ist sein Lebenslauf sehr hilfreich. Er sollte aber nicht mit der Grundschulzeit beginnen, sondern Schwerpunkte nennen, die mit der Tätigkeit im erkennbaren Zusammenhang stehen", erklärt Sabine Meyer aus dem Personalmarketing von T-Mobile. So solltest du zum Beispiel deinen Kurs für Business English erwähnen, wenn du im neuen Job mit Londoner Geschäftspartnern verhandeln musst. Das gegenseitige Vorstellen zeigt Bewerber und Unternehmen, ob sie zueinander passen. Dieses Prozedere kann auch mal mehrere Tage dauern:

Die Tendenzen der Fragen vorhersehen

"Bei uns sind neben dem Bewerber in der Regel zwei Personen beim Gespräch vertreten: ein Mitarbeiter aus der Personalabteilung und einer aus dem Fachbereich", erklärt Sabine Meyer von T-Mobile. Diese Interviewer-Kombination ist geläufig - trotzdem variieren Anzahl und Funktion der Gesprächsteilnehmer je nach Unternehmen und Bereich. Informiere dich am besten beim angegebenen Ansprechpartner der Stellenanzeige im Voraus, wer dich befragt. Der Grund: Anhand der Aufgabenbereiche deiner Interviewer kannst du die Tendenz der Fragen abschätzen. Zum Beispiel wird sich ein Mitarbeiter aus der Fachabteilung vordergründig für das Fachwissen des Bewerbers und seine Eignung für das Team interessieren, während der Personaler eher Fragen nach Motivation, Stärken und Schwächen stellt.

Showtalente gesucht?

Der wichtigste Verhaltsgrundsatz im Bewerbungsgespräch lautet: Sei du selbst. Im Klartext: Verzichte auf eine große Inszenierung und One-Man-Show. Gefordert ist nämlich genau das Gegenteil. "Wichtig ist Natürlichkeit, also ein offenes und authentisches Verhalten", rät Dr. Nikolaus Schrader, Partner der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer.

Reden ist Silber...

Obwohl du dich nicht übertrieben selbst inszenieren sollst, ist übermäßige Zurückhaltung auch nicht beeindruckend. Ein waches Verhalten ist der Mittelweg zwischen beiden Extremen und schafft Sympathie: "Einen positiven Eindruck macht eine offene und neugierige Art sowie die aktive Teilnahme am Gespräch", sagt Katharina Kerl von Roche Diagnostics.

...und Schweigen Gold.

Offen bedeutet allerdings nicht, dass du alles beantworten musst. So ist laut Arbeitsrecht beispielsweise die Frage nach einer Schwangerschaft generell unzulässig. Solltest du dennoch danach gefragt werden, kannst aufgrund des gerichtlich anerkannten "Rechts zur Lüge" die Unwahrheit sagen. Ansonsten gilt: Interviewer dürfen nur solche Fragen stellen, die für die Durchführung der Tätigkeit von berechtigtem Interesse sind. So ist beispielsweise die Frage nach Vorstrafen unzulässig, wenn sie keinen Bezug zum geplanten Arbeitsverhältnis aufweist. In diesem Fall kann sie der Bewerber ebenfalls aufgrund des "Rechts zur Lüge" falsch beantworten. Zur Wahrheit verpflichtet ist hingegen ein Taxifahrer mit Vorstrafen wegen Straßenverkehrsdelikten - denn diese betreffen sehr wohl seinen Beruf. Auch du solltest dir bestimmte Fragen verkneifen. Nicht, weil sie unzulässig sind, sondern möglicherweise nicht gut ankommen: "Ein Bewerber verliert an Sympathie, wenn er gleich zu Beginn des Gesprächs mit Ansprüchen startet und nach Urlaub oder dem Gehalt fragt", nennt Katharina Kerl ein Beispiel. Warte am besten, bis die Interviewer diese Themen selbst ansprechen. Meist erfolgt das in der letzten Phase des Gesprächs - denn hier werden Formalien abgeklärt und auch deine Fragen beantwortet.

Erfahrungen von e-fellows

Bevor ich zum Gespräch fahre ...

versuche ich, mehr über meine Gesprächspartner herauszufinden. Das ist im Allgemeinen schwierig, da man ja selten alle Interviewer vorher kennt. Trotz allem ist es wichtig, zumindest über die Abteilung so viel wie möglich herauszufinden. Kennziffern des Unternehmens und eine ungefähre Vorstellung von den Produkten sind Pflicht. 

Die meiste Angst...

hatte ich vor der vorhandenen oder nicht vorhandenen Sympathie der Gesprächspartner. Es fällt zumindest am Anfang schwer, sie als Partner und nicht als Gegner aufzufassen. Die besten Ergebnisse erzielt man nach meiner Meinung mit einer offenen, kommunikativen Art - und das fällt schwer, wenn das Klima nicht stimmt. 

Die seltsamste Frage, die mir gestellt wurde ...

war während eines normalen Gesprächs. Ich sollte gerade über eines meiner sozialen Engagements berichten, als folgende Zwischenfrage kam: "Was besagt eigentlich der zweite Hauptsatz der Thermodynamik?"

Am Tag zuvor ...

lese ich die aktuellen Informationen zu der Firma, bei der ich mich vorstellen möchte. Zudem verinnerliche mir nochmals das Stellenangebot und überlege mir zu den einzelnen Aufgabenstellungen und Anforderungen die Argumente, warum gerade ich den Job bekommen sollte. 

Die kurioseste Fragen, die mir gestellt wurde ...

lautete: "Welche Eigenschaften haben Sie von Ihrer Mutter geerbt". 

Meine positiven Erinnerungen...

an Bewerbungsgespräche haben alle eines gemeinsam: Es war eine nette Gesprächsrunde, bei der Fragen auf eine angenehme Art gestellt und Antworten geduldig angehört wurden. 

Das bisher merkwürdigste Auswahlverfahren...

das mir bisher widerfahren ist, war bei einem großen Chemie-Konzern. Dort wurden wir den ganzen Tag lang interviewt. Ein Gespräch reihte sich an das nächste mit jeweils einem oder zwei Gesprächspartnern. Zudem mussten wir ein Planspiel bewältigen. Das gesamte Verfahren dauerte von morgens bis abends, wobei wir um elf Uhr ein kleines Brötchen bekamen. Diät-Erfahrung und Konditionssport sei Dank: Ich halte auch länger ohne Nahrung durch.

Etwas Besonderes in meinem ersten Bewerbungsgespräch war ...

dass ein Teil davon auf Englisch stattfand. Jedoch wurden einfache Fragen gestellt, zum Beispiel: "Können Sie sich vorstellen, nach China zu gehen?" 

Die meiste Angst habe ich ...

vor der Frage nach meinen Schwächen. Ich wüsste nicht, wie man sie so darstellt, dass sie sich nicht nachteilig auswirken. 

Bei Nervosität ...

versuche ich mir klar zu machen, dass ich gut vorbereitet bin.

Die wichtigste Erkenntnis bei der Bewerberauswahl ist ...

dass man auch als Vertreter der Arbeitgeber-Seite etwas nervös oder zumindest ein bisschen aufgeregt ist. Schließlich fragt man sich: Habe ich bei der Vorauswahl durch Bewerbungen und Telefongespräche die richtigen Personen ausgesucht und eingeladen? 

Inhaltlich will man wissen ...

ob die Bewerber auf das Stellenprofil und zum Team passen. Diese Fragen stehen wie eine Klammer über dem gesamten Gespräch.

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