Partner von:

Stundenlohn 274.000 Dollar

Dollarschein, Geldbeutel, Börse [Quelle: unsplash.com, Autor: NeONBRAND]

Quelle: unsplash.com, NeONBRAND

Hedgefonds-Manager erleben ein unerwartetes Comeback. Allein das Vermögen von Ken Griffin, der mit seiner Fondsgesellschaft Citadel zu den großen Namen unter den US-Finanzinvestoren gehört, stieg im vergangenen Jahr um satte 2,4 Milliarden Dollar.

Von einem Jahresgehalt von knapp 274.000 Dollar können die meisten Menschen nur träumen. Für Ken Griffin ist das dagegen keine große Sache. Der bestbezahlte Hedgefonds-Manager der Welt verdient diesen Betrag allerdings nicht in zwölf Monaten – sondern in jeder einzelnen der 8.760 Stunden, die das Jahr umfasst. In der Bankenmetropole Frankfurt kostet eine kleine Zweizimmer-Wohnung von 50 Quadratmetern so viel. Insgesamt hat der Gründer des Hedgefonds Citadel, der sein erstes Taschengeld mit dem Reparieren von Computern verdiente, sein Vermögen im vergangenen Jahr um 2,4 Milliarden Dollar steigern können, wie aus Berechnungen des Finanzdatenanbieters Hurun Research hervorgeht. Selbst für Amerikas Verhältnisse ist das sehr viel. Am Tag vermehrte er seinen Reichtum um 6,58 Millionen Dollar.

Unter den Superreichen rangiert der Sohn eines Managers von General Electric inzwischen auf Platz 223 weltweit, nachdem sein Vermögen im vergangenen Jahr um 40 Prozent gestiegen ist. Damit befindet sich der 49-Jährige zwar weit weg vom Spitzenduo der Superreichen. Der Gründer von Amazon, Jeff Bezos, und der Altmeister der Geldanlage, Warren Buffett, führen die Hurun-Liste der Milliardäre weltweit an. Mit 123 und 102 Milliarden Dollar würde es ihnen wie Comic-Held Dagobert Duck aus Entenhausen inzwischen wohl schwerfallen, ihr Geld überhaupt zu zählen.

Rockstars der Finanzgemeinde

Trotzdem, nach einem guten Jahr 2016 zeigen Griffin und andere Topmanager von Hedgefonds, dass sie auch 2017 voll mit dabei sind, wenn es um das Geldverdienen geht. Sie kassieren Milliarden Dollar, zumindest Hunderte Millionen Dollar (siehe Grafik) mit ihren unregulierten Anlagegesellschaften. Und alle richten sich gestern wie heute nach dem Leitsatz von Griffin aus dem Jahr 2001: "Von Tag eins an war es das Ziel, den besten unabhängigen Händler aufzubauen. Wenn du 100 Millionen Dollar besser warst als ein anderer Hedgefonds, warst du ein Gott. Wenn du aber 100 Millionen Dollar verdienst und ein anderer die Straße herunter 400 Millionen Dollar, dann solltest du besser nachdenken, warum du keine 500 Millionen Dollar gemacht hast."

Es ist das große Comeback: Hedgefonds gelten heute wieder als die Rockstars der Finanzcommunity, nachdem sie in den Jahren 2014 und 2015 einen Durchhänger hatten. Nach den Berechnungen des Finanzdatenanbieters Preqin verwalten sie 3,55 Billionen Dollar. Das ist ein Rekord. Pensionsfonds, Versicherungen und Stiftungen sind heutzutage auf gute Hedgefonds angewiesen, wenn sie nicht nur auf Aktien setzen wollen. Bei den früher favorisierten Anleihen lässt sich durch die Minizinspolitik der Notenbanken kaum mehr etwas verdienen, auch wenn die US-Zentralbank Fed umsteuert und im März den Leitzins auf 1,5 bis 1,75 Prozent erhöht hat. Mit einem solchen Kurswechsel lässt sich die Europäische Zentralbank dagegen noch Zeit.

Die unregulierten Hedgefonds wetten auf steigende und fallende Aktien- und Anleihekurse, nutzen minimale Preisunterschiede an Handelsplätzen aus und versuchen, aus wirtschaftlichen Entwicklungen, aber auch aus Fusionen Gewinn zu ziehen. Dabei kassieren sie satte zwei Prozent an Managementprovision und zusätzlich noch einen Anteil von 20 Prozent am Gewinn. Die Kombination niedrigerer Erträge und hoher Gebühren hat Großinvestoren eine Zeit lang verärgert. "In der zweiten Hälfte von 2015 und 2016 kam es deshalb zu einem Abzug von 118 Milliarden Dollar an Geldern", beobachtete Amy Bensted, die den Bereich Hedgefonds-Produkte bei Preqin leitet. Große Pensionsfonds wie Calpers, Nycers, Orange County und der Versicherer AIG kündigten in den vergangenen Jahren den Abbau ihrer Engagements an.

nach oben

Im e-fellows.net wiki kannst du dein Wissen teilen und von den Erfahrungen anderer Stipendiaten profitieren.

Jobletter

Alle 2 Wochen Jobs & Praktika in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren