Partner von:

Was sagt das Gesetz?, oder: Cinderella, adé!

Es ist eine Sache, als Paar Entscheidungen zu Vermögensaufteilung und -verwaltung zu treffen. Eine ganz andere Sache sind die Entscheidungen, die Vater Staat durch den Ehestand für beide Partner trifft – und die den Beteiligten möglicherweise nicht einmal bewusst sind. Wer nämlich keine anderslautenden Vorkehrungen mittels Ehevertrag trifft, lebt ab dem Tag seiner Eheschließung in einer Zugewinngemeinschaft. Hält die Ehe bis ans Lebensende, bleiben die Implikationen dieses Güterstands meist unbemerkt. Kommt es hingegen zur Scheidung, droht ein böses Erwachen. Denn nun wird der Zugewinn, den die Ehepartner ab dem Tag der Eheschließung bis zum Tag der Zustellung des Scheidungsantrags gemacht haben, zu gleichen Teilen unter den Ehepartnern aufgeteilt. Was auf den ersten Blick gerecht scheint, hat in der Praxis oft desaströse Folgen für einen Partner, wenn nämlich beide Partner unterschiedlich vermögend waren.

Die Rechtsanwältin für Familienrecht Caroline Kistler kann hiervon ein Lied singen: "Würde Sabine ein Jahr nach der Eheschließung ein Haus im Wert von 140.000 Euro erben, das bei der Scheidung 200.000 Euro wert ist, dann müsste Sabine Jochen circa 30.000 Euro ausbezahlen, wenn Jochen keinen Zugewinn während der Ehe erwirtschaftet hat (da er zum Beispiel erst nach der Scheidung erben wird): 200.000 Euro minus 140.000 = 60.000 Euro, geteilt durch zwei = 30.000 Euro. Wohlgemerkt: Die 140.000 Euro sind fiktiv, da hier noch der Kaufkraftschwund durch Indexierung mit dem Lebenshaltungsindex zum Zeitpunkt der Eheschließung berücksichtig werden müsste.

Sabine könnte außerdem beschließen, Geld fürs Alter zu sparen, da sie im Gegensatz zu ihrem Mann später von einer kleinen Rente leben muss. Was vernünftig klingt, kann aber schiefgehen, wenn Jochen, der nicht auf Rücklagen angewiesen ist, sein Geld verprasst und damit während der Ehe keinen Zugewinn erwirtschaftet: Dann gehört am Ende die Hälfte dessen, was Sabine während der Ehe angespart hat, ihrem Mann. Dasselbe gilt für Rentenanwartschaften, die Sabine während der Ehe durch Einzahlung in die Rentenkasse erworben hat, ihr Mann als Selbstständiger jedoch nicht. Umgekehrt gehört Sabine die Hälfte dessen, was Jochens Unternehmen (das er bereits zu Beginn der Ehe besaß) an Wert gewonnen hat. Kann er sie nicht ausbezahlen, müsste er sein Unternehmen verkaufen und würde somit seine Existenzgrundlage verlieren."

Heiraten wie Aschenputtel und ihr Prinz funktioniert also allenfalls im Märchen. Im wahren Leben hingegen ohne Vertrag zu heiraten, wenn eine(r) deutlich mehr hat als der/die andere, kann ein fataler Fehler sein. Im schlimmsten Fall verschlechtert eine Ehe ohne Ehevertrag die Position des Schwächeren oder entzieht einem ehemals wohlhabenden Menschen die Existenzgrundlage.

nach oben

Ob du deinen BAföG-Satz ausrechnen, verschiedene Krankenkassen vergleichen oder die Höhe deines Studienkredits berechnen möchtest - hier findest du den passenden Online-Rechner.

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (2)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

  1. Anonym

    Test Test Test

  2. Anonym

    Test Test Test

Das könnte dich auch interessieren