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Kinder bewegen sich zu wenig

Bei der Gewichtszunahme – der Unterschied zwischen Männern und Frauen liegt übrigens nur bei einem Prozentpunkt – dürfte allerdings auch die eingeschränkte Bewegung eine Rolle spielen. Geschlossene Fitnessstudios und Sportvereine zu Beginn der Pandemie, fehlende Radwege zur Arbeit: Was an Bewegung fehlt, schlägt auf der Waage zu Buche. Da hilft auch der tägliche Staffellauf zum Kühlschrank nichts.

9 Prozent der Kinder haben zugenommen [Grafik: e-fellows.net]

Und die Kinder? Denkt denn niemand an die Kinder? Oh doch, in der Studie des EKFZ ging es explizit auch um die Frage, wie sich die Corona-Pandemie auf die Kinder auswirkt. Ähnlich wie bei den Eltern ist hier eine Gewichtszunahme zu beobachten, neun Prozent der Eltern gaben an, ihr Kind habe zugenommen (nur ein Prozent berichtete von einer Gewichtsabnahme). Und auch hier sind Kinder aus bildungsferneren Schichten eher betroffen als ihre gymnasialen Altersgenossen. 23 Prozent der Kinder, deren Eltern einen Hauptschul-Abschluss haben, haben laut Umfrage zugelegt, aber nur sieben Prozent der Kinder, deren Eltern Abitur oder einen Hochschulabschluss haben. Interessant auch die Altersverteilung: Vor allem ab dem zehnten Lebensjahr berichteten die Eltern von einer Gewichtszunahme der Kinder: Sie war bei 27 Prozent der Jungen und 14 Prozent der Mädchen zwischen 10 und 12 Jahren zu beobachten.

38 Prozent der Kinder bewegen sich weniger [Grafik: e-fellows.net]

Angesichts der Zahlen zur Bewegung der Kinder scheint die Gewichtszunahme bei neun Prozent fast schon schmeichelhaft. Laut Befragung bewegen sich nämlich 38 Prozent der Kinder weniger als vor der Pandemie, vor allem die Zehn- bis Vierzehnjährigen haben sich mit 57 Prozent weniger Bewegung zu richtigen Couchpotatoes entwickelt. 

Problematisch dabei: Auch der Verzehr bestimmter Lebensmittel ist gestiegen. Zwar fällt darunter auch Obst (20 Prozent Mehr-Verzehr) und Gemüse (14 Prozent), aber eben auch Knabberkram (18 Prozent) oder Kuchen und Süßigkeiten (20 Prozent). Nun muss, wer viel auf dem Sofa liegt, natürlich viel Knabberkram essen, so will es das ungeschriebene Faulpelz-Gesetz. Insbesondere bei den Jungs sollte man aber ein Auge drauf haben. Sowohl bei Knabberkram als auch bei Süßigkeiten, Softdrinks und Kartoffeln, Teigwaren, Reis und Pizza liegen die Jungen in Sachen Mehr-Verzehr deutlich vor den Mädchen. Immerhin bei einer Kost ging der Verzehr bei Kindern dagegen zurück, nämlich bei Fleisch- und Wurstwaren. Das mag mit dem vermehrten Zu-Hause-Kochen zu tun haben. Gut möglich aber, dass es auch noch andere Gründe dafür gibt. Liebe Grüße an Clemens Tönnies.

© ZEIT ONLINE (Zur Original-Version des Artikels)

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Kommentar (1)

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  1. Anonym

    Der Teil mit der Gewichtszunahme von Kindern müsste viel differenzierter betrachtet werden. Heranwachsende müssen selbstverständlich immer zunehmen. Das ist ganz normales Wachstum. Aussagekräftig wäre eine Untersuchung, ob sie ihre bisherige Gewichtsperzentile nach oben hin verlassen. Aber selbst da sind Schwankungen in gewissem Grad normal, weil Kinder nicht gleichmäßig wachsen und zunehmen, sondern sich Phasen mit langsamer Zunahme und Phasen schneller Zunahme abwechseln.

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