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Einfach machen! Tipps zur Motivation im Studium

Ameise [Quelle: Fotolia, Autor: Antrey]

© Antrey - Fotolia.com

Der Studienalltag ist manchmal stressig. Viele Studenten plagt die Frage, wie sie sich immer wieder für ihr Studium motivieren. Michaela Brohm hat darüber ein Buch geschrieben.

Frau Brohm, was hat sie motiviert, einen Motivationsratgeber für Studierende zu schreiben? 

Ich beobachte in meinem Berufsalltag, dass sich an Hochschulen seit der Bologna-Reform etwas verändert hat an der Motivation der Studierenden: Die intrinsische Motivation, also brennendes Interesse an Inhalten, am Lernen, an Forschungsprojekten, weicht der extrinsischen, den äußeren Anreizen. Das liegt auch an der gesunkenen Freiheit, sein Studium so zu gestalten, wie man das will. "Kriegen wir dafür Leistungspunkte?" ist zur zentralen Frage der Studierenden geworden. Verständlicherweise, weil die Zeitvorgaben, der Druck größer geworden sind. Für mich ist das aber eine verhängnisvolle Entwicklung, weil ich fest daran glaube, dass jeder Mensch lernen und sich entwickeln will. Größte Antriebskraft dafür ist das inhaltliche Interesse. Insofern wollte ich ein Buch schreiben, das aufrüttelt und dem Leser klarmacht: Alles, was du lernst, ist für dein persönliches Wachstum, ist für deine persönliche Entwicklung.

Immer mehr Abiturienten kommen an die Universitäten. Gleichzeitig wächst die Quote der Abbrecher. Wie kann man frühzeitig prüfen, ob man für ein Studium geeignet ist?

Abiturienten sollten sich im Vorfeld intensiv mit sich selbst beschäftigen. Was kann ich, was sind meine Stärken? Wenn Liebe zum Lernen und Neugier die Schlusslichter bilden, ist ein Studium sicher nicht das Richtige. Bei der Fächerwahl rate ich, keine Kompromisse zu machen, sondern das Feld auszuwählen, auf dem die Leidenschaften und inneren Interessen liegen. Man sollte das finden, was einen im Leben bewegt. Wer für etwas brennt, findet hinterher auch einen Job.

Zu den Erfolgsfaktoren für ein Studium zählen Sie klassische Tugenden wie Selbstdisziplin, Leistungsstreben und Gewissenhaftigkeit. Hapert es bei der Generation der "Digital Natives" manchmal daran?

Nein, aber das System fördert die Tugenden der Selbstregulation nicht, weil es so viele Vorgaben macht. Früher konnte man einer bestimmten Gedankenschule, einem Professor folgen und sein Studium danach ausrichten. Heute müssen Pflichtmodule absolviert und Regelstudienzeiten eingehalten werden.

Zu den Fragen, was den Einzelnen antreibt, für was er brennt, bieten Sie zahlreiche Tests und Übungen an. Motto: Der Erfolg folgt der Konzentration. Warum, glauben Sie, brauchen manche Studierende Nachhilfe in Sachen Selbstreflektion?  

Vielleicht, weil sie durch digitale Medien weniger soziale Kontakte und direkten Austausch kennen als die Generationen vor ihnen? Ich denke, es lohnt sich immer, tiefer reinzugehen in die Selbstreflektion, sich dann zu entscheiden und wirklich in das zu vertiefen, was man tut.

"Wenn du im Studium glücklich sein willst, vertiefe dich in deine Studieninhalte so sehr, dass es dich glücklich macht. Wenn du es bis zu diesem Punkt geschafft hast, kommt dir eine stark energetisierende Welle entgegen, die dich durchs Studium trägt. Glück ist ein Überwindungslohn", heißt einer ihrer abschließenden Tipps. Was hält uns alle in mühevollen Situationen immer wieder davon ab, in diesen "Flow-Zustand" einzutreten?

Vier Elemente hindern uns am Flow-Erfolg: Wir halten etwas für nicht besonders wichtig, fangen erst gar nicht damit an, die Sache ist zu schwer oder zu leicht. Wichtig wird sie, wenn wir uns ganz genau vorstellen, welche Folgen es haben könnte, wenn wir diese Sache erfolgreich geschafft haben, wie gut wir uns dann fühlen, wie sehr wir uns dann freuen, wer sich mitfreut und welche Bedeutung die Erledigung für unsere tatsächlichen Lebensziele hat. Gar nicht erst anfangen kann man einfach überwinden: Just do it! Man muss anfangen und es einfach mal zehn Minuten probieren. Stellen wir dann während des Arbeitens fest, dass es zu schwer ist, können wir die Aufgabe in kleinere Herausforderungen zerlegen, Teilziele ansteuern. Ist sie aber zu leicht, können wir uns selbst herausfordern, indem wir sie schwerer machen: etwas schneller erledigen, mehr vom Gleichen machen, etwas gegen die Uhr machen. Heute Nachmittag zehn Vokabeln zu lernen ist langweilig, heute dreißig Vokabeln in 10 Minuten zu lernen ist eine spannende Wette gegen sich selbst!

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