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So bleibt der größte Steuervorteil in der Familie

Steuererklärung [Quelle: Pixabay]

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Studium, Ehe, Kinder – manche Einschnitte im Leben bringen steuerliches Sparpotenzial. Teil zwei der WirtschaftsWoche-Serie zur Steuererklärung gibt Paaren, Familien und Studenten die besten Tipps und Hinweise auf relevante Urteile.

Trotz politischer Debatten ums Ehegattensplitting: Noch gibt es diesen Steuervorteil für Ehepartner und eingetragene Lebenspartner. Geben sie gemeinsam eine Steuererklärung ab, werden sie so besteuert, als ob jeder von ihnen die Hälfte verdienen würde. Bei ungleichem Einkommen sinkt damit der Steuersatz auf das gesamte Einkommen. Nicht selten bringt das einige Tausend Euro Ersparnis.

Auch eine Dezember-Ehe bringt noch den Vorteil fürs ganze Jahr. Unabhängig vom Trauschein werden Steuerzahler mit Kindern entlastet. Der steuerliche Kinder- und Erziehungsfreibetrag lag 2016 bei 7.248 Euro – so viel Einkommen bleibt zusätzlich steuerfrei. Vom rechnerischen Vorteil wird aber das gezahlte Kindergeld abgezogen, sodass der Freibetrag erst ab zu versteuernden 60.000 Euro (Eheleute) wirkt, bei Alleinerziehenden ab 30.000 Euro.

Das Niedersächsische Finanzgericht zweifelt, ob der Kinderfreibetrag ausreichend hoch ist (7 K 83/16). Es legte die Frage dem Bundesverfassungsgericht vor. Das Verfahren betrifft direkt nur 2014, hätte aber für weitere Jahre Bedeutung, da die Richter die Berechnungsmethode anzweifeln. Eltern müssen nichts unternehmen; Steuerbescheide sind in diesem Punkt vorläufig.

Generell können Eltern die Steuerlast mit den Kosten einer Kinderbetreuung drücken. Bis zu 6.000 Euro im Jahr werden bis zum 14. Lebensjahr des Kindes als Sonderausgaben berücksichtigt, zu zwei Dritteln. Bei unverheirateten Eltern kann nur der Elternteil Kosten ansetzen, der sie auch getragen hat – also zum Beispiel Beiträge für die Kita überwiesen hat (Bundesfinanzhof, III R 79/09).

Nicht ansetzbar sind Verpflegungskosten. Auch Ausgaben für einen Aufenthalt im Ferienlager sollen Privatsache sein (Sächsisches Finanzgericht, 6 K 1546/13). Der Bundesfinanzhof (BFH) könnte in dieser Frage aber noch anders entscheiden. Betroffene sollten Kosten geltend machen, nach Ablehnung Einspruch einlegen, auf die ausstehende Entscheidung (III B 20/16) verweisen und Ruhen des Verfahrens beantragen.

Steuerlichen Spielraum bieten auch Beiträge für die Krankenversicherung von Kindern, wenn diese anfallen – etwa, weil Kinder privat versichert sind oder bereits etwas verdienen. Solange Eltern Anspruch auf Kindergeld oder den Kinderfreibetrag haben, können sie die Beiträge als Sonderausgaben in der Steuererklärung eintragen, selbst wenn diese vom Konto des Kindes gezahlt worden sind. Es reicht, dass sie den Kindern Unterhalt leisten.

Studium: Grundsatzurteil naht

Studenten fällt es mittlerweile schwer, mit ihren Ausgaben für das Studium Steuern zu sparen. Seit einer Gesetzesänderung sind in der Regel nur noch die Ausgaben für ein Zweitstudium oder ein nach absolvierter Ausbildung gestartetes Studium als Werbungskosten absetzbar.

Die Kosten eines normalen Erststudiums hingegen zählen bis maximal 6.000 Euro im Jahr als Sonderausgaben. Das bringt meist wenig: Sonderausgaben können nur in dem Jahr mit Einkünften verrechnet werden, in dem sie angefallen sind. Damit wirken sie sich nur bei Studenten mit hohen, steuerlich bereits relevanten Einkünften aus (ab etwa 16.000 Euro im Jahr).

Mit Werbungskosten hingegen könnten Studenten auch noch Jahre später ihre Steuerlast drücken. Betroffene sollten daher versuchen, Ausgaben trotzdem als Werbungskosten anerkannt zu bekommen. Dafür müssen sie eine Steuererklärung abgeben und auf ein positives Urteil des Bundesverfassungsgerichts hoffen (2 BvL 24/14).

Kann das Studium zum Zweitstudium deklariert werden, gelingt der Abzug auf jeden Fall. Ein Masterstudium im Anschluss an einen Bachelor zählt genauso als Zweitstudium wie die Studienphase nach dem Ersten Staatsexamen bei Juristen oder Lehramtsanwärtern.

Vor allem bei sehr teuren Ausbildungen ziehen Auszubildende vor Gericht. Offen ist, ob Pilotenanwärter, die keine Vergütung erhalten, Ausgaben als Werbungskosten absetzen können (BFH, VI R 36/14, 50/14, 59/14). Die Verfahren wurden bis zum Grundsatzurteil der Verfassungsrichter ausgesetzt.

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