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Tipps zu Kündigung, Urlaub und Bonus

Jobwechsel (Quelle: fotolia, Autor: stockphoto-graf)

© stockphoto-graf - Fotolia.com

Vom ersten Arbeitstag bis zum Rentenalter im selben Job? Wohl kaum - denn fast jeder wechselt mal die Arbeitsstelle. Damit der Jobwechsel reibungslos klappt, solltest du einige arbeitsrechtliche Aspekte beachten.

Zwei Drittel der Top-Young-Professionals planen in den nächsten zwei Jahren einen Jobwechsel. Das zumindest behauptet die Studie "Instant Talent 2008", die e-fellows.net in Zusammenarbeit mit trendence durchführte. Bei einem Jobwechsel gibt es aber einiges zu beachten: Wie kommst du am besten aus deinem Vertrag, wann musst du kündigen, und was ist mit Urlaub und Sonderzahlungen?

Die Jobsuche

Zwar bist du deinem Unternehmen zu Loyalität und Treue verpflichtet, aber sich nach einer neuen Stelle umzusehen, ist noch keine Treueverletzung. Hast du einen neuen Job gefunden, kannst du auch den Arbeitsvertrag schon unterschreiben. Das solltest du sogar, denn ohne diese Absicherung sitzt du am Ende vielleicht ohne Job da. Erst jetzt musst du deinen bisherigen Arbeitgeber über deine Absichten informieren - nämlich mit deiner Kündigung.

Die Kündigung der Arbeitsstelle

Eine Kündigung ist eine einseitige Erklärung zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Das heißt, dein Chef muss ihr gar nicht zustimmen. Damit sie aber wirksam ist, solltest du einige Punkte beachten. Zuerst einmal musst du deine Kündigung immer schriftlich einreichen, ein Anruf, ein Fax oder eine E-Mail genügen nicht. Über die Gründe für deine Kündigung darfst du schweigen, ebenso wie dich keiner dazu verpflichten kann, deinen neuen Arbeitgeber zu nennen. In Bezug auf die Fristen, die du einhalten musst, hilft ein Blick in den Arbeitsvertrag. Dort ist die Kündigung normalerweise geregelt. Ansonsten ist in § 622 BGB für Arbeitnehmer eine gesetzliche Kündigungsfrist von vier Wochen zum 15. oder zum Letzten des Monats festgelegt. Wenn ein Mitarbeiter schon einige Jahre im Unternehmen gearbeitet hat, kann die Kündigungsfrist auch länger sein. Und im Zweifelsfall gilt immer die Regelung im eigenen Vertrag oder Tarifvertrag.
 
Vorsicht bei befristeten Verträgen: Das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) schließt für diese Vertragsart die vorzeitige Kündigung teilweise aus. Wenn also die Kündigung nicht im Arbeitsvertrag geregelt ist, kannst du das Arbeitsverhältnis vielleicht gar nicht vor Ablauf der Frist beenden. Dann kannst du nur abwarten oder dich mit dem Arbeitgeber anderweitig einigen. Recht unkompliziert verhält es sich mit einer Kündigung in der Probezeit: Dann kannst du ein Arbeitsverhältnis in der Regel mit einer 14-tägigen Frist kündigen.

Der Aufhebungsvertrag

In vielen Fällen ist ein Aufhebungsvertrag aber die geschicktere Lösung, zumindest dann, wenn man sich mit seinem Arbeitgeber gut versteht. Im Aufhebungsvertrag vereinbaren beide Seiten einvernehmlich die Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Wenn du einen Aufhebungsvertrag schließt, bist du nicht an eine Frist gebunden, denn im Aufhebungsvertrag kann man ein Arbeitsverhältnis auch rückwirkend oder ab sofort beenden.
 
Aber Achtung: Unterschreibe einen Aufhebungsvertrag nur, wenn du schon einen neuen Job hast. Denn wenn du dich bei der Bundesagentur für Arbeit als arbeitsuchend melden willst und durch einen Aufhebungsvertrag deine Arbeitslosigkeit selbst "mitverschuldet" hast, wird dir unter Umständen für zwölf Wochen das Arbeitslosengeld gesperrt.

Prämien, Boni und Weihnachtsgeld

Was passiert bei einem Jobwechsel mit Extrazahlungen, die dir noch zustehen? Auch da kommt es auf die Vertragsregelungen an. Zahlt das Unternehmen zum Beispiel ein 13. Gehalt am Jahresende, hast du darauf anteilig Anspruch. Eine solche Extrazahlung kann aber an einen Rückzahlungsvorbehalt gekoppelt sein, zum Beispiel, dass du das Geld zurückzahlen musst, wenn du am 31. März des nächsten Jahres nicht mehr im Unternehmen arbeitest.
 
Beim Weihnachtsgeld oder anderen Sonderzahlungen (Boni o.ä.) wird es schon schwieriger: Denn das gibt es für Betriebstreue und oft nur für Mitarbeiter, die zum Zeitpunkt der Zahlung noch –ungekündigt- im Unternehmen arbeiten. Im Zweifel muss die Regelung im Vertrag überprüft werden. Hier lohnt es sich zu verhandeln – zumindest auf eine anteilige Auszahlung, wenn man innerhalb des Jahres ausscheidet.

Urlaubsanspruch und Überstunden

Den Urlaubsanspruch regelt das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) - und dein Urlaub steht dir trotz Kündigung zu. Soweit möglich, solltest du deine Urlaubstage noch in der Kündigungsfrist nehmen. Reicht die Zeit dafür nicht mehr aus, muss dein Arbeitgeber dir den Urlaub ausbezahlen: "Kann der Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden, so ist er abzugelten" (§ 7 Abs. 4 BUrlG). Wenn du im ersten Halbjahr ausscheidest, steht dir dein Urlaub anteilig zu. Gehst du im zweiten Halbjahr, hast du grundsätzlich Anspruch auf den kompletten Jahresurlaub. Wenn du aber beim alten Arbeitgeber schon deinen ganzen Jahresurlaub genommen hast oder er dir ausbezahlt wurde, kannst du beim neuen Arbeitgeber nicht noch einmal Urlaub nehmen.
 
Auch auf die Überstundenregelung wirkt sich die Kündigung nicht aus: Wenn du Überstunden geleistet hast, hast du ein Recht auf Ausbezahlung oder Ausgleich durch Freizeit, je nach dem, wie das in deinem Unternehmen gehandhabt wird.

Arbeitszeugnis

Führt deine Kündigung zu Unfrieden mit dem Chef, befürchtest du vielleicht eine negative Beurteilung im Arbeitszeugnis. Aber egal wie enttäuscht dein Chef auch ist, deine Kündigung darf sich nicht auf das Arbeitszeugnis auswirken. Denn ein Arbeitszeugnis muss immer wahrhaftig und wohlwollend sein. Dein Chef darf dir also nicht absichtlich Steine in den Weg legen. Wenn du länger als sechs Monate in deinem bisherigen Job gearbeitet hast, steht dir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis zu, also ein Zeugnis, in dem auf deine Leistung und Führung eingegangen wird. Bei einer Beschäftigung von unter sechs Monaten gibt es unter Umständen nur eine Arbeitsbescheinigung. Wenn dein Chef sich nicht fair verhält und das Zeugnis falsch ist, kannst du auf eine Richtigstellung bestehen und sie notfalls einklagen.

Schadensersatzforderungen und Rückzahlungen

Bei einer ordentlichen Kündigung kann dein Arbeitgeber normalerweise keinen Schadensersatz von dir fordern. Das geht nur bei einer außerordentlichen Kündigung oder bei Vertragsbruch. Ein Beispiel für einen solchen Vertragsbruch wäre, wenn du Urlaub nimmst und während des Urlaubs für deinen neuen Arbeitgeber arbeitest oder wenn du Betriebsgeheimnisse ausplauderst.
 
Hat dein bisheriger Arbeitgeber dir längere Weiterbildungen oder sogar ein Studium finanziert, kann er eine Rückzahlung fordern. Aber nur dann, wenn das so vereinbart wurde und du dich verpflichtet hattest, noch eine bestimmte Zeit im Unternehmen zu bleiben. Hältst du dich dann nicht daran, darf dein Arbeitgeber also Geld von dir verlangen.

Wenn alle Stricke reißen: Verhandeln

Was machst du jetzt, wenn du nicht rechtzeitig aus deinem alten Arbeitsverhältnis herauskommst, bevor du im neuen anfangen sollst? Eigentlich kannst du nur darauf hoffen, dass dein alter Arbeitgeber mitspielt und dich gehen lässt - vielleicht kannst du ihn mit Zugeständnissen umstimmen, indem du zum Beispiel auf deinen Urlaubsanspruch verzichtest. Oder du musst mit deinem neuen Arbeitgeber über den Einstiegstermin verhandeln. Am besten also schon vorher überlegen, bis wann du aus deinem bisherigen Job rauskommst und einen realistischen Einstiegstermin vereinbaren.

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Wir verraten dir, wie du am besten an Gehaltsverhandlungen herangehst und wie du dich vorbereitest.

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Kommentar (1)

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  1. Anonym

    Verlängerte Kündigunsfrist

    "...Wenn ein Mitarbeiter schon einige Jahre im Unternehmen gearbeitet hat, kann die Kündigungsfrist auch länger sein..." Hier bitte nicht falsch verstehen: Die Verlängerung der Kündigungsfrist entsprechend der Betriebszugehörigkeit gemäß § 622 Abs. 2 BGB gilt nur bei einer Kündigung durch den ARBEITGEBER nicht bei einer Kündigung durch den Arbeitnehmer.

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