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Arbeitsvertrag, Vereinbarung, Unterschreiben [Quelle: pixabay.com]

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Das Vorstellungsgespräch ist gut gelaufen, jetzt kommt der Arbeitsvertrag. Diese Fragen helfen, ihn richtig zu lesen.

Der Arbeitsvertrag ist da. Worauf muss ich achten?

Es ist wichtig, den Vertrag genau und komplett zu lesen. Steht alles drin, was vorher mündlich vereinbart wurde, zum Beispiel das Gehalt? Gibt es Punkte, die unklar sind? Bei Unstimmigkeiten sollte man sich nicht scheuen, nachzufragen, entweder bei der Personalabteilung oder bei dem Vorgesetzten, mit dem der Vertrag ausgehandelt wurde. Was standardmäßig in einen Vertrag gehört, steht im sogenannten Nachweisgesetz (siehe dazu www.gesetze-im-internet.de). Dazu zählen unter anderem eine genaue Beschreibung der Tätigkeit, die Anzahl der Urlaubstage und die Kündigungsfristen. Fällt man unter einen Tarifvertrag, sind einige dieser Punkte dorthin ausgelagert.

Ein ganzes Jahr Probezeit – ist das in Ordnung?

Nein. Die Probezeit darf maximal sechs Monate dauern. "Wenn der Arbeitgeber eine längere Probezeit in den Vertrag aufgenommen hat, ist das irrelevant", sagt die Arbeitsrechtsanwältin Kara Preedy, Partnerin bei der Kanzlei Pusch Wahlig Legal. Ab dem siebten Monat gilt in jedem Fall das Kündigungsschutzgesetz. In der Probezeit kann der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis hingegen mit einer Frist von zwei Wochen kündigen – auch ohne dafür Gründe zu nennen.

Kann ich in der Probezeit leichter kündigen?

Ja. Die verkürzte Kündigungsfrist gilt auch für den Arbeitnehmer. Wenn man merkt, dass die Arbeitsbedingungen ganz anders sind als erwartet oder man mit den Kollegen nicht klarkommt, kann man das Unternehmen also ziemlich leicht wieder verlassen – ebenfalls ohne dass man Gründe nennen müsste. "Ich darf meinen Arbeitgeber genauso auf die Probe stellen wie er mich", sagt Preedy.

Worauf sollte man beim Gehalt achten?

Wenn der Arbeitgeber einem Urlaubs- und Weihnachtsgeld, vielleicht sogar Sonder- und Bonuszahlungen zugesichert hat, sollte dies auch in den Arbeitsvertrag geschrieben werden, und zwar so konkret wie möglich, zum Beispiel so: Wird das Umsatzziel X erreicht, gibt es einen Bonus von Y. Auch wenn man vorher vereinbart hat, dass sich das Gehalt nach der Probezeit erhöht, gehört diese Abmachung in den Vertrag. Wer nach dem Studium noch ein Praktikum macht, muss mindestens nach dem geltenden Mindestlohn bezahlt werden. Zurzeit sind dies 8,50 Euro pro Stunde. Ab 1. Januar 2017 beträgt der Mindestlohn 8,84 Euro pro Stunde.

Welche Regeln gelten bei befristeten Stellen?

Der Arbeitgeber darf einen Vertrag auf bis zu zwei Jahre befristen. Er kann die Befristung in dieser Zeit dreimal verlängern, solange er dabei den Zeitraum von insgesamt zwei Jahren nicht überschreitet. Es ist zum Beispiel möglich, einem Jahresvertrag zwei Halbjahresverträge folgen zu lassen oder einen Vertrag über eineinhalb Jahre mit einem weiteren Halbjahresvertrag zu kombinieren. Gibt es einen Sachgrund für die Befristung, wird jemand zum Beispiel als Vertretung für eine schwangere Kollegin eingesetzt oder für eine zeitlich begrenzte Projektarbeit engagiert, gilt die Zweijahresgrenze nicht. Eine Sonderregelung gibt es für Start-ups: Für sie ist eine Befristung von bis zu vier Jahren zulässig, auch weil in der frühen Gründungsphase der Personalbedarf oft noch nicht langfristig abzuschätzen ist.

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