Fulbright-Kommission

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Die amerikanische Fulbright-Kommission ist eine Organisation, die Stipendien für einen Studien-, Forschungs- oder Lehraufenthalt außerhalb der USA an US-Amerikaner sowie für Nichtamerikaner in den USA vergibt (Fulbright-Programm).

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Allgemeine Informationen zur Fulbright-Kommission

Die österreichische Fulbright-Kommission (oder auch Austrian-American Educational Commission) wurde bereits am 6. Juli 1952 gegründet. Sie hat ihren Sitz in der Bundeshauptstadt Wien. Erstes Austauschjahr war das akademische Jahr 1951/52. Seither wurden über 5000 Österreicher und US-Amerikaner gefördert.

Die deutsche Fulbright-Kommission mit Sitz in Berlin fördert als deutsche Sektion den Austausch deutscher und amerikanischer Studenten, Lehrer und Professoren. Seit ihrer Gründung am 18. Juli 1952 hat das deutsch-amerikanische Fulbright-Programm mehr als 40.000 US-Amerikaner und Deutsche gefördert. Das deutsche Programm ist das größte Austauschprogramm von allen.

Das Fulbright-Programm

Finanzierung

Finanziert wird das deutsch-amerikanische Fulbright-Programm aus Mitteln des Auswärtigen Amtes und des US-Außenministeriums (Department of State). Zusätzliche Unterstützung leisten das Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Verein Association of Friends & Sponsors of the German-American Fulbright Program e.V.. Auch das österreichische Programm ist bilateral finanziert.

Geschichte

Das weltweite Fulbright-Programm wurde auf Initiative des US-Senators James William Fulbright, der vor dem Krieg mit einem Rhodes-Stipendium in Großbritannien studiert hatte, am 1. August 1946 gegründet. Er wollte damit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg das gegenseitige Verständnis zwischen den USA und anderen Staaten durch akademischen und kulturellen Austausch fördern. Die erste Finanzierung erfolgte durch einen Teil des Erlöses aus dem Verkauf von überschüssigen und nicht in die USA zurückgeführten Kriegsgütern, die somit einem friedlichen Zweck zugeführt wurden. Der erste Austausch begann mit verbündeten Staaten (China) im akademischen Jahr 1948/49.

Richtlinien

Die Richtlinien für das Fulbright-Programm werden vom J. William Fulbright Foreign Scholarship Board erstellt, dessen Mitglieder direkt vom amerikanischen Präsidenten ernannt werden. Die Richtlinien der nationalen Programme werden von paritätisch binational besetzten Kommissionen, die von den beiden Regierungen ernannt werden, beschlossen. Die Ehrenvorsitzenden sind die jeweiligen Außenminister und die US-amerikanischen Botschafter.

Stipendien für Studenten

Arten

An Studenten vergibt Fulbright drei Arten von Stipendien für ein akademisches Jahr (9 Monate):

  1. Reisestipendien (in Verbindung mit einem anderen Austauschprogramm): enthält eine Unfall-/Krankenversicherung, ein spezielles USA-Visum (Fulbright kümmert sich um alles!), und die transatlantischen Reisekosten.
  2. Teilstipendien: Finanzierung der Studiengebühren und Lebenshaltungskosten bis zu $21.500
  3. Vollstipendien: Finanzierung der Studiengebühren und Lebenshaltungskosten bis zu $30.400

Vollstipendien werden nur sehr wenige vergeben (3 bis 5 pro Jahr). Daher sollte man bei der Auswahl der fünf Präferenzunis wirklich darauf achten, dass man die zusätzlichen Kosten für Studiengebühren und Lebensunterhalt selbst finanzieren kann. Wird man für das Stipendium angenommen und kann keine Bestätigung der Bank vorlegen, dass man das nötige Geld hat, bekommt man kein Visum für die USA und das Stipendium verfällt!

Seminare

Zusätzlich werden sogenannte „Cultural Enrichment Seminars“ veranstaltet, wobei die Stipendiaten, die sogenannten „Fulbrighter“, aus aller Welt sich gegenseitig und die US-amerikanische Kultur näher kennen lernen können.

Formale Aufnahmevoraussetzungen

Außer guten Noten solltet Ihr über ein reges kulturelles Interesse und ein gutes USA-Allgemein-Wissen verfügen. In dem sogenannten TOEFL (www.toefl.org) solltet ihr min. 89 Punkte haben und nicht älter als 35 Jahre sein. Meist wird auch der allgemeine GRE verlangt. Die Mindestpunktzahl lag früher bei 1000 Punkten aus "Verbal" und "Quantitative" kombiniert. Mittlerweile wird aber keine feste Punktzahl mehr gefordert.

Bewerbungsfristen: für die Voll- und Teilstipendien immer im Juni des vorhergehenden Jahres (also z.B. im Juni 2009 für das akademische Jahr 2010/11 in den USA) und im Januar des selben Jahres für die Reisestipendien.

Wichtiger Hinweis für Juristen, die ein LL.M.-Studium in den USA planen: Fulbright akzeptiert nur Bewerbungen, die innerhalb eines Jahres nach Hochschulabschluß eingehen. Für Juristen bedeutet dies, daß man in der Regel nur dann ein Fulbright Scholarship erhalten kann, wenn man schon nach der ersten Staatsprüfung in die USA geht. Assessoren kommen bei Fulbright nur zum Zuge, wenn sie die erste Staatsprüfung so spät absolvieren, dass sie sich noch innerhalb der Jahresfrist für das auf das Referendariat folgende Studienjahr bewerben können (Beispiel: 1. Examen in BW im Frühjahr 2007 als Verbesserungsversuch geschrieben, Zeugnis im Juli ausgestellt, Referendariat seit April 2007, Bewerbung bei Fulbright im Juni 2008, 2. Examen Frühjahr 2009, Studienbeginn August/September 2009).

Ablauf der Bewerbung

Das Bewerbungsverfahren hat mehrere Stufen: Einreichen der Bewerbungsunterlagen an der Uni, Auswahlgespräch an der Uni, weitere Auswahl ducrch die Fulbright-Kommission, Auswahlgespräch bei der Fulbright-Kommission in Berlin.

Online-Bewerbungsformular

Im Bewerbungsformular muss man persönliche Daten angeben, eine Kurzform des Studienvorhabens und der Pläne nach dem USA-Aufenthalt angeben, Informationen zum bisherigen Studienverlauf und Praktika ausfüllen. Die ausführliche Version des Studienvorhabens und ein "personal statement" (eine Art ausformulierter Lebenslauf) müssen hochgeladen werden.
In der Online-Bewerbung muss man fünf Präferenzunis angeben, an die man gerne gehen würde. Bei der Recherche sollte man darauf achten, dass die Unis in Zusammenhang mit dem Studienvorhaben stehen, also dass sie in dem Fach Schwerpunkte haben, bekannte Professoren dort lehren oder spezialisierte Kurse angeboten werden. Außerdem sollte man die Kosten beachten: An der Columbia University zum Beispiel betragen allein die Studiengebühren 36.000 $ pro Jahr, und für den Lebensunterhalt muss man zusätzlich mit 1.800$ pro Monat rechnen. Hier sollte man sichergehen, dass man die zusätzlichen Kosten selbst übernehmen kann bzw. einen kredit aufnehmen will.
Die Online-Bewerbung wird dann ausgedruckt beim Akademischen Ausnaldsamt eingereicht. Zusätzlich zur Online-Bewerbung müssen zwei Empfehlungsschreiben und eine Notenübersicht eingereicht werden.

Auswahlgespräch an der Uni

Die Auswahlgespräche an der Uni werden in der Regel von Mitarbeitern des akademischen Auslandsamts und Professoren geführt. Sie finden ein paar Wochen nach Abgabe der Bewebungsunterlagen statt. An der LMU München werden genauere Fragen zum Studienvorhaben und zum aktuellen Geschehen in den USA und in Deutschland gestellt. Es ist also sehr hilfreich, in den Wochen vor dem Gespräch viel Zeitung zu lesen und Nachrichten zu schauen (unbedingt auch amerikanische!). Die Fragen zum aktuellen Geschehen orientieren sich (wenn sich das anbietet) auch am Studienvorhaben. Beispiel: Das Studienvorhaben hat mit ethnischen Minderheiten in der USA zu tun. Eine Frage war zum Beispiel, ob Obama auch gewählt worden wäre, wenn er ein "richtiger" Afroamerikaner mit Sklavereivergangenheit in der Familie wäre.

Papierauswahl durch Fulbright

Nach dem Auswahlgespräch an der Uni muss man geduldig sein. Die Fulbright-Kommission meldet sich Ende September mit den Einladungen für das Auswahlgespräch in Berlin bzw. mit den Absagen. In der Einladung zum Auswahlgespräch finden sich wichtige Hinweise zum Ablauf der Gespräche. Es werden ungefähr 20 Beispielfragen zur Vorbereitung mitgeschickt, die möglicherweise im Gespräch gestellt werden. Sie drehen sich um das Studienvorhaben, die Motivation für ein Studium in die USA, den persönlichen Hintergrund des Bewerbers, die aktuelle Situation in den USA und in Deutschland und wie man sie einschätzt, und wie man sich das Studium in den USA im Vergleich zu Deutschland vorstellt.
Die Fragen werden natürlich nicht genau so gestellt, sind aber trotzdem sehr hilfreich, um sich auf verschiedene Themen vorzubereiten und sich nochmals Gedanken zum eigenen Vorhaben zu machen.
Es werden ungefähr drei Mal so viele Bewerber nach Berlin eingeladen, wie es Stipendien gibt. Wer eingeladen wurde, hat es also weit geschafft und gute Chancen auf das Stipendium.

Auswahlgespräche bei der Fulbright-Kommission in Berlin

Die Auswahlgespräche finden bei der Fulbright-Kommission in Berlin statt, wobei Fulbright die Reisekosten nach Berlin übernimmt. Die Gespräche sind keine Einzelgespräche, sondern Gruppengespräche mit drei bis fünf Bewerbern aus ähnlichen Studienfächern. Die Bewerber aus einer Gruppe sind keine direkten Konkurrenten, da nicht aus jeder Gruppe beispielsweise nur einer aufgenommen werden kann.
Die Gespräche dauern ungefähr eine Stunde. Diskussionen in der Gruppe sind dabei eher nicht gefragt. Die Gespräche laufen vielmehr so ab, dass eine Frage in die Runde geworfen wird und die Bewerber der Reihe nach darauf antworten. Man sollte auf keinen Fall alleine "vorpreschen" und immer als Erster auf eine Frage antworten und den Mitbewerbern dann keine Zeit zum Antworten lassen. Fragen können zum Beispiel sein:

  • Warum haben Sie diese fünf Unis ausgewählt?
  • Spezielle, detaillierte Fragen zum Studienvorhaben
  • Fragen zu den deutsch-amerikanischen Beziehungen
  • Welches Thema würden Sie für einen Vortrag vor amerikanischen Studenten wählen, um Unterschiede zwischen Deutschland und den USA zu zeigen?
  • Welches deutsche Buch oder welchen deutschen Film würden Sie einem Amerikaner empfehlen und warum?
  • Wie würden Sie sich in den USA einbringen?
  • Das Fulbright-Stipendium wird ja mit deutschen und amerikanischen Steuergeldern finanziert. Wie würden Sie einem 18-Jährigen Amerikaner, der schon seir drei Jahren an der Supermarktkasse arbeitet, erklären, dass Sie das Stipendium verdienen?
  • Welche interkulturellen Probleme könnten in den USA auftreten?
  • Im Zeitraum der Auswahlgespräche werden gewöhnlich die Nobelpreise vergeben. Es gibt einige Fulbrighter, die mit dieser Ehrung ausgezeichnet wurden, was bei Fulbright häufig betont wird. Die Preise sind daher nicht selten Teil des Interviews.
  • Mit der Einladung zum Auswahlgespräch wird auch ein Dokument mit häufig gestellten Fragen von der Kommission versandt. Auf diese Fragen sollte man sich vorbereiten, wenn sie auch nur in ähnlicher und verknappter Form in den Auswahlgesprächen diskutiert werden.


Das Auswahlgremium setzt sich zusammen aus Mitarbeitern der Fulbright-Kommission und deutschen und amerikanischen Professoren. Fragen werden auf Deutsch und auf Englisch gestellt, wobei Englisch aber überwiegt.
Die Gespräche finden in relativ entspannter Atmosphäre statt. Die Mitglieder des Auswahlaugremiums fragen aber bei Unklarheiten durchaus auch nach. Daher ist es wichtig, zur eigenen Meinung zu stehen und sie überzeugend begründen zu können. Es kann auch hilfreich sein an der ein oder anderen Stelle Kritik an den USA zu üben, wenn sie auch in diesem Fall gut begründet wird.
Dresscode: Eleganter als in der Uni, aber nicht zu übertrieben. Die Frauen tragen meist Stoffhosen mit einer Bluse oder einem schönen Oberteil, die Männer Jeans und Hemd oder Anzug ohne Krawatte.

Fulbright vor Ort

Obwohl die Fulbright-Kommission in Berlin ansässig ist, erstreckt sich das Fulbright-Netzwerk über sehr viele deutsche Universitätsstädte. Ansprechpartner vor Ort sind beispielsweise die Vertrauendozenten oder die Mitglieder des Fulbright Alumni e.V. Die Vertrauensdozenten können beispielsweise die Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung realistisch einschätzen. Sie sind teilweise auch Mitglied in den Auswahlkommissionen und können aus dieser Perspektive wertvolle Hinweise für die Interviews geben. Man kann ausschließlich Mitglied des Alumnisvereins werden, wenn man zuvor ein Fulbrighter war. Daher sind die Alumni sehr geeignete Ansprechpartner für Bewerbung und Ablauf des Austauschjahres.


Weblinks