Gut bezahlte Berufe: 5 ungewöhnliche Jobs mit hohem Gehalt
- Elena Alferi
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In Wirtschaftsprüfungen, Großkanzleien und Beratungen werden gute Gehälter gezahlt. Das ist hinreichend bekannt. Doch nicht jeder möchte als Unternehmensberater:in oder Manager:in arbeiten. Wir verraten fünf ungewöhnliche Jobs, in denen du richtig viel verdienen kannst.
Eine neue Kununu-Auswertung zeigt: Nicht nur in den klassischen Berufsfeldern kannst du ordentlich absahnen. Wer bereit ist, sich in ungewöhnliche Jobs einzuarbeiten, profitiert meist doppelt: Dich erwartet ein überdurchschnittliches Gehalt und oft auch ein zukunftssicherer Arbeitsplatz, denn seltene Fachkräfte sind auch 2026 stark gefragt.
Platz 5: Schiffsbauingenieur:in
Was du machst:
Schiffbauingenieur:innen entwickeln, konstruieren und optimieren Schiffe, Offshore-Anlagen und maritime Spezialtechnik. Sie arbeiten an Stabilitätsberechnungen, Antriebssystemen, Materialfragen und Bauprojekten. Arbeitgeber sind Werften, Ingenieurbüros, Reedereien oder Offshore-Unternehmen. Die Verantwortung ist groß: Der Bau moderner Schiffe ist technisch äußerst anspruchsvoll. Kreuzfahrtschiffe, Spezialschiffe oder Offshore-Anlagen kosten oft mehrere hundert Millionen Euro. Fehler in Konstruktion oder Planung können enorme wirtschaftliche Schäden verursachen.
Wie viel du verdienst:
Bis zu 90.500 Euro brutto sind im Jahr bei einer Vollzeitstelle drin. Insbesondere in Führungspositionen oder internationalen Offshore-Projekten sind sechsstellige Einkommen keine Seltenheit. Das durchschnittliche Jahreseinkommen liegt bei 61.800 Euro.
Wie du einsteigst:
Der klassische Einstieg erfolgt über ein Studium im Schiffbau, Maschinenbau oder maritimen Ingenieurwesen. Quereinsteiger:innen aus dem Maschinenbau, der Konstruktion oder verwandten Ingenieurberufen haben ebenfalls gute Chancen, insbesondere bei Werften und Ingenieurbüros mit Fachkräftemangel.
Platz 4: Penetration Tester
Was du machst:
Cyberangriffe verursachen jedes Jahr Schäden in Milliardenhöhe. Um diese Angriffe zu reduzieren, gibt es Penetration Tester, auch Ethical Hacker genannt. Sie greifen Computersysteme legal an, um Sicherheitslücken aufzudecken, simulieren Angriffe, testen Netzwerke, analysieren Anwendungen und helfen Unternehmen dabei, Cyberangriffe zu verhindern.
Wie viel du verdienst:
Je nach Erfahrung, Spezialisierung und Zertifizierungen kann dein Gehalt auf 98.500 Euro jährlich steigen. Führende Expert:innen oder Red-Team-Spezialist:innen verdienen teilweise noch deutlich mehr.
Wie du einsteigst:
Am besten startest du mit einem IT-Studium oder einer Ausbildung im Bereich Informatik, kombiniert mit Zertifikaten wie Certified Ethical Hacker (CEH) oder Offensive Security Certified Professional (OSCP). Hier ist aber auch ein Quereinstieg gut möglich. Viele Penetration Tester
kommen aus der Systemadministration, Softwareentwicklung, Netzwerktechnik oder der Gamerszene.
Platz 3: Drug Safety Officer
Was du machst:
Fehler bei der Arzneimittelsicherheit können Menschenleben gefährden und für Pharmaunternehmen enorme finanzielle Folgen haben. Rückrufe, Klagen oder Zulassungsprobleme kosten schnell Millionen. Deshalb sind Expert:innen gefragt, die medizinische, wissenschaftliche und regulatorische Anforderungen zuverlässig beherrschen: die Drug Safety Officer. Als Drug Safety Officer überwachst du die Sicherheit von Medikamenten nach deren Markteinführung. Du bewertest Nebenwirkungsmeldungen, analysierst Risiken und sorgst dafür, dass regulatorische Vorgaben eingehalten werden.
Wie viel du verdienst:
Sechsstellige Gehälter sind als Drug Safety Officer keine Seltenheit. Bis auf 112.000 Euro brutto jährlich können sie steigen. Am meisten ist in leitenden Funktionen oder bei internationalen Pharmakonzernen drin.
Wie du einsteigst:
Der klassische Weg führt über ein Studium in Pharmazie, Medizin, Biologie, Chemie oder verwandte Studiengänge. Ein Quereinstieg ohne naturwissenschaftlichen Hintergrund ist selten. Wer bereits in der klinischen Forschung, Pharmazie oder Arzneimittelzulassung arbeitet, kann jedoch vergleichsweise leicht wechseln.
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Platz 2: Patentingenieur:in
Was du machst:
Patentingenieur:innen prüfen neue technische Entwicklungen auf Patentfähigkeit, recherchieren bestehende Schutzrechte und unterstützen Unternehmen dabei, Erfindungen anzumelden und zu verteidigen. Dafür vereinen Patentingenieur:innen Kenntnisse aus zwei Welten, die nur selten zusammenkommen: hochkomplexe Technik und juristische Fragestellungen. Ein einziges Patent kann für ein Unternehmen Millionen oder sogar Milliarden Euro wert sein.
Wie viel du verdienst:
Patentingenieur:innen verdienen bis zu 134.000 Euro brutto jährlich. Mit zunehmender Erfahrung oder Spezialisierung auf bestimmte Technologiefelder sind auch noch höhere Gehälter möglich.
Wie du einsteigst:
Der klassische Weg führt über ein Ingenieur- oder Physikstudium mit anschließender Weiterbildung im Patentrecht, oft über die Industrie- und Handelskammer. Ein Quereinstieg ohne technischen Hochschulabschluss ist selten. Wer bereits als Ingenieur:in arbeitet, kann jedoch über Weiterbildungen im gewerblichen Rechtsschutz oder den Einstieg bei einer Patentanwaltskanzlei relativ gut in das Berufsfeld wechseln.
Platz 1: Energiebroker:in
Was du machst:
Auf den Energiemärkten werden täglich Geschäfte mit Millionenwerten abgeschlossen. Bereits kleine Preisbewegungen können erhebliche Gewinne oder Verluste verursachen. Unternehmen zahlen daher hohe Gehälter für Personen, die Risiken richtig einschätzen und profitable Entscheidungen treffen können: sogenannte Energiebroker:innen. Sie handeln mit Strom, Gas oder anderen Energieprodukten an den Energiemärkten, analysieren Preisentwicklungen, beobachten politische und wirtschaftliche Einflüsse und führen Kauf- oder Verkaufsentscheidungen durch.
Wie viel du verdienst:
Jahresgehälter können auf über 140.000 Euro steigen. Hinzu kommen häufig leistungsabhängige Boni, die das Einkommen deutlich erhöhen können.
Wie du einsteigst:
Viele Energiebroker:innen haben einen Hintergrund in BWL, Energiewirtschaft oder Wirtschaftsingenieurwesen. Ein Quereinstieg ist möglich, insbesondere aus dem Finanzhandel, Risikomanagement oder der Energiewirtschaft.