Altersvorsorgedepot: Infos zum geförderten ETF-Sparen für Studierende und Berufstätige
- Elena Alferi
KI-generiert mit ChatGPT
Mit ETFs für die Rente sparen und dafür Geld vom Staat bekommen: Genau das ist mit dem neuen Altersvorsorgedepot ab Januar 2027 möglich. Wir erklären, was das Altersvorsorgedepot genau ist, ob es sich für dich lohnt und beantworten die häufigsten Fragen.
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Wer kann das Altersvorsorgedepot nutzen?
Unter welchen Voraussetzungen erhältst du die staatliche Förderung?
Wie hoch ist die staatliche Förderung für das Altersvorsorgedepot?
Lohnt sich das Altersvorsorgedepot schon im Studium?
Wer bietet ein Altersvorsorgedepot an?
Welche Vor- und Nachteile hat das Altersvorsorgedepot?
Wie wird das Altersvorsorgedepot besteuert?
Wann bekommst du dein Geld ausgezahlt?
Altersvorsorgedepot oder normales Depot: Wo liegen die Unterschiede?
Was ist das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot (AVD) ist ein staatlich gefördertes Anlageprodukt, mit dem du die Möglichkeit hast, privat Geld für deine Rente zu sparen. Es ist Teil der Reform der privaten Altersvorsorge und wird ab Januar 2027 zur Verfügung stehen. Schließt du ein Altersvorsorgedepot ab, kannst du in verschiedene Fonds und Anleihen investieren. Investments in Aktien einzelner Unternehmen, Kryptowährungen oder andere spekulative Wertpapiere sind nicht möglich. Außerdem müssen die besparten Fonds in die Risikokategorien eins bis fünf eingestuft sein. Fonds und ETFs werden anhand eines EU-weit einheitlichen Risikoindikators in sieben Risikoklassen eingeteilt. Die Skala reicht von 1 (niedrigstes Risiko) bis 7 (höchstes Risiko). Zum Vergleich: Der beliebte breit gestreute MSCI World ETF wird meist mit der Risikokategorie vier bewertet.
Unterschieden wird zwischen zwei Angeboten:
- Standarddepot: Für das Standarddepot stehen staatlich festgelegte Vorsorgefonds zur Auswahl. Dafür legen die Anbieter zwei Fonds fest. Einen risikoarmen Fond in Risikoklasse 1 oder 2 und einen chancenorientierten Fond. Die Aufteilung ist voreingestellt, kann aber angepasst werden.
- Selbst zusammengestelltes Depot: Hier kannst du, innerhalb der staatlich geprüften Produktauswahl, selbst entscheiden, in welche Produkte du investierst.
Wer kann das Altersvorsorgedepot nutzen?
Das Altersvorsorgedeopt können grundsätzlich alle nutzen, die noch nicht in Rente sind, ihren Wohnsitz in Deutschland haben und in Deutschland steuerpflichtig sind. Die staatliche Förderung bekommst du allerdings nur, wenn du in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst, was auf die meisten Arbeitnehmer:innen zutrifft. Auch Studierende mit Nebenjob erfüllen diese Voraussetzung häufig. Auch Selbstständigen und Freiberufler:innen steht die Förderung unter bestimmten Bedingungen zu.
Unter welchen Voraussetzungen erhältst du die staatliche Förderung?
Mit unserer Tabelle kannst du checken, ob du einen Förderanspruch hast:
Wie hoch ist die staatliche Förderung für das Altersvorsorgedepot?
Die Höhe der staatlichen Förderung für das Altersvorsorgedepot richtet sich nach deinen geleisteten Eigenbeiträgen. Die Förderung gliedert sich in zwei Stufen:
- Für die ersten 360 Euro, die du im Jahr einzahlst, erhältst du 50 Prozent Zulage, also maximal 180 Euro. Die Mindesteinzahlung liegt bei 120 Euro im Jahr (10 Euro im Monat).
- Für weitere Einzahlungen zwischen 360 und 1.800 Euro im Jahr erhältst du 25 Prozent Zulage. Das sind zusätzlich maximal 360 Euro.
Die maximale Grundzulage beträgt also 540 Euro pro Jahr. Um diese in voller Höhe zu erhalten, musst du selbst jährlich 1.800 Euro bzw. monatlich 150 Euro einzahlen.
Du erhältst Kindergeld für ein oder mehrere Kinder? Dann bekommst du pro Kind eine jährliche Kinderzulage von 300 Euro obendrauf.
Nutze unseren interaktiven Rechner, um herauszufinden, wie hoch die staatliche Förderung in deinem Fall ausfällt!
Lohnt sich das Altersvorsorgedepot schon im Studium?
Die Rente ist für dich noch Jahrzehnte entfernt? Gerade deshalb kann es sinnvoll sein, schon jetzt über deine Altersvorsorge nachzudenken. Je früher du anfängst zu sparen, desto mehr Zeit hat dein Geld, um sich zu vermehren.
Wenn du als Student:in förderberechtigt bist, weil du hin und wieder selbstständig tätig bist oder einen Nebenjob ausübst, lohnt sich ein Blick aufs Altersvorsorgedepot auf jeden Fall! Bereits 10 oder 20 Euro im Monat können ein guter Anfang sein. Durch die staatliche Förderung kommen monatlich 5 bis 10 Euro obendrauf. Das macht eine Sparrate von 180 Euro bis 360 Euro im Jahr. Außerdem erhältst du einmalig eine staatliche Zulage von 200 Euro, wenn du bei Vertragsschluss noch keine 25 Jahre alt bist.
Du hast noch keine finanziellen Rücklagen? Dann kann es sinnvoll sein, zunächst einen Notgroschen für größere Ausgaben aufzubauen – zum Beispiel auf einem Tagesgeldkonto.
Wer bietet ein Altersvorsorgedepot an?
Ab dem ersten Januar 2027 dürfen Banken, Bausparkassen, Fondsgesellschaften, Depotanbieter, Neobroker und Versicherer Altersvorsorgedepots anbieten. Auch der Staat selbst wird ein Produkt auf den Markt bringen. Welche Unterschiede es gibt und worauf du beim Abschluss achten solltest, liest du in unserem Beitrag zu konkreten Altersvorsorgedepots. Dort stellen wir dir auch einige Angebote vor.
Beachte: Immer mehr Anbieter bewerben schon jetzt ihre Altersvorsorgedepots und werben um Kunden. Verträge können allerdings erst ab dem 1. Januar geschlossen werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass du dich direkt zum Jahresanfang entscheiden musst. Verbraucherschützer empfehlen, sich bei der Entscheidung Zeit zu lassen und verschiedene Produkte zu vergleichen, um versteckte Kosten zu vermeiden.
Selbstverständlich kannst du den ausgewählten Anbieter später nochmals wechseln. Du bist also nicht dein Leben lang an den Anbieter gebunden, für den du dich bei Vertragsschluss entscheidest. Wechselst du deinen Vertrag innerhalb der ersten fünf Jahre nach Vertragsschluss, kann dein bisheriger Anbieter eine einmalige Wechselpauschale in Höhe von 150 Euro verlangen. Auch dein neuer Anbieter darf bei Übernahme nochmals zusätzlich 150 Euro kassieren.
Welche Vor- und Nachteile hat das Altersvorsorgedepot?
✅ Vorteile
- Staatliche Förderung: Bei Förderberechtigung werden deine eigenen Einzahlungen mit einer staatlichen Zulage von bis zu 540 Euro jährlich bezuschusst. Zusätzlich sind steuerliche Vorteile möglich.
- Langfristige Renditechancen: Das im Altersvorsorgedepot angelegte Geld wird in Aktienfonds und ETFs investiert. Dadurch hast du die Möglichkeit, langfristig von der Entwicklung der Kapitalmärkte zu profitieren.
- Steuerbegünstigte Ansparphase: Kapitalerträge und Wertsteigerungen innerhalb des Altersvorsorgedepots werden während der Ansparphase nicht besteuert. Das bedeutet, dass während des Vermögensaufbaus kein Geld aus dem Depot abfließt.
- Steuerfreies Umschichten: Normalerweise musst du bei der Umschichtung deines Guthabens von einem Fonds zu anderem anderen Fonds innerhalb deines Depots Steuern auf Gewinne zahlen. Diese Regelung gilt nicht für das Altersvorsorgedepot. Hier hast du die Möglichkeit, beliebig zu verändern, wie du dein Geld anlegst.
❌ Nachteile
- Langfristige Kapitalbindung: Das angesparte Vermögen ist grundsätzlich für die Altersvorsorge vorgesehen. Vorzeitige Entnahmen sind nur eingeschränkt möglich beziehungsweise mit finanziellen Nachteilen verbunden.
- Beschränkung der Anlage: Die Auswahl der Anlageprodukte ist auf zugelassene Investments beschränkt.
- Einzahlungssumme begrenzt: In das Altersvorsorgedepot kannst du pro Jahr maximal 6.840 Euro einzahlen. Neben den geförderten 1.800 Euro also noch weitere 5.040 Euro. Weitere Einzahlungen sind nicht möglich. Du kannst allerdings insgesamt zwei Altersvorsorgedepot-Verträge abschließen. Dadurch erhöht sich deine maximale Einzahlung auf 13.680 Euro. Förderfähig bleiben trotzdem 1.800 Euro.
Wie wird das Altersvorsorgedepot besteuert?
Während der Ansparphase fallen auf Kapitalerträge und Wertsteigerungen im Altersvorsorgedepot keine laufenden Steuern an. Bei der Auszahlung kommt es darauf an, ob deine Einzahlungen staatlich gefördert wurden.
- Geförderte Einzahlungen: Beiträge von bis zu 1.800 Euro jährlich sowie die staatlichen Zulagen und sämtliche darauf erzielten Erträge werden bei der Auszahlung vollständig mit deinem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert.
- Nicht geförderte Einzahlungen: Zahlst du mehr als 1.800 Euro jährlich ein, gelten für die darüberhinausgehende Differenz andere Steuerregeln. Bei der Auszahlung wird grundsätzlich nur der Ertrag besteuert, nicht dein bereits eingezahltes Kapital. Bei einem Auszahlungsplan oder einer zulässigen Kapitalauszahlung kann unter bestimmten Voraussetzungen sogar nur die Hälfte des Gewinns steuerpflichtig sein. Bei einer lebenslangen Rente wird dagegen ein gesetzlich festgelegter Ertragsanteil besteuert.
Wann bekommst du dein Geld ausgezahlt?
Das im Altersvorsorgedepot angelegte Geld ist für deine langfristige Altersvorsorge gedacht. Du kannst es dir also frühestens mit 65 Jahren und spätestens mit 70 Jahren auszahlen lassen. Solltest du vor deinem 65. Geburtstag bereits eine gesetzliche Altersrente erhalten, ist auch eine frühere Auszahlung möglich. Mit Rentenbeginn hast du zwei Möglichkeiten, dir das angesparte Kapital auszahlen zu lassen:
- Lebenslange Rente: Du erhältst bis zu deinem Lebensende regelmäßige Rentenzahlungen. Die Zahlungen enden grundsätzlich mit dem Tod. Eine Ausnahme bildet die vereinbarte Rentengarantiezeit (z.B. 10 oder 20 Jahre). Verstirbst du innerhalb dieses Zeitraums, erhalten die Hinterbliebenen die Rentenzahlungen.
- Befristeter Auszahlungsplan: Du lässt dir dein Vermögen über einen bestimmten Zeitraum auszahlen, mindestens bis zu deinem 85. Geburtstag. Danach enden die Zahlungen. Nicht ausgezahltes Vermögen kannst du anschließend vererben.
Eine vollständige Auszahlung deines angesparten Geldes auf einmal ist nicht möglich. Zu Beginn der Auszahlungsphase kannst du allerdings bis zu 30 Prozent entnehmen. Das restliche Guthaben fließt in den gewählten Auszahlungsplan.
Achtung: Möchtest du das Geld vorzeitig entnehmen, musst du erhaltene Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Ausnahmen gelten für bestimmte Verwendungen zum selbst genutzten Wohneigentum.
Altersvorsorgedepot oder normales Depot: Wo liegen die Unterschiede?
Beide Möglichkeiten erlauben es dir, langfristig am Kapitalmarkt zu investieren. Der entscheidende Unterschied liegt in der staatlichen Förderung, der Besteuerung und der Verfügbarkeit deines Geldes.
Wenn du langfristig für deine Rente sparen möchtest und die Voraussetzungen für die staatliche Förderung erfüllst, kann das Altersvorsorgedepot also eine sinnvolle und attraktive Ergänzung deiner Altersvorsorge sein. Wichtig: Vergleiche die Angebote verschiedener Anbieter vor dem Abschluss gut und lass dich nicht von verlockenden Marketing-Angeboten stressen – schon gar nicht, bevor die finalen Konditionen feststehen. Selbst wenn du das Altersvorsorgedepot erst im Laufe des Jahres 2027 abschließt, kannst du noch die volle Förderung für das Jahr erhalten.