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Als Biologe – in einem Start-up

Mein Studium der Biochemie habe ich recht intensiv und sehr auf das Akademische konzentriert betrieben. An dem Studienfach ragt für mich heraus, dass man in diesem Gebiet immer etwas Neues lernen kann und, in wie viele verschiedene Themengebiete einen das Biochemiestudium führen kann. Auch ist es beeindruckend, wie selbstverständlich international die Arbeit oft ist. Immer von vielen Nationen umgeben, hat mich mein Weg nach ...

... Israel (Masterarbeit Molekulare Evolution), Schweden (Doktorarbeit Strukturbiologie), die USA (Postdoc Immunologie) und jetzt wieder nach Schweden geführt.

Wie vielen Wissenschaftlern, die sich prinzipiell in der Forschung wohlfühlen, ist mir aber auch bewusst geworden, wie radikal sich das Anforderungsprofil in den Übergängen vom Studium zur Doktorarbeit, zum Postdoc und zum Bewerben auf Gruppenleiterstellen verschärft und verbreitert. Deswegen habe ich mich entschlossen, mich nach meinem Postdoc auf unterschiedliche Stellen "in der Industrie" zu bewerben.

Auch wenn dieser Schritt als reiner Akademiker nicht einfach war, war es für mich sehr positiv zu sehen, für wie viele verschiedene Stellen ich dank meiner Erfahrung prinzipiell gut qualifiziert bin und wie viele Wegen einem als Biochemiker offenstehen.

Mittlerweile bin ich in einem jungem Stockholmer Biotec-Start-up in der Forschung und Entwicklung angestellt. Meine Arbeit ist auch hier sehr forschungslastig. Mein Arbeitsalltag hat sich dadurch also nicht stark verändert. Ich bin verantwortlich für die Planung und Durchführung eines Projekts und leite dazu momentan einen jüngeren Mitarbeiter.

Die Koordination mit Kollegen und Vorgesetzten, um Vorgehen abzustimmen und sicherzustellen, dass wir uns entsprechend der Unternehmensstrategie in die richtige Richtung bewegen, spielt natürlich eine größere Rolle als sie das in der akademischen Forschung getan hat.

Persönlich gefällt es mir sehr, wie in der Industrie andere Schwerpunkte gesetzt werden. Zum Beispiel finde ich es gut, dass die Anreize für die Mitarbeiter und die Mission des Unternehmens klarer definiert sind und besser zusammenpassen: Das Unternehmen möchte etwas Wichtiges erfinden und jeder Mitarbeiter will ein erfolgreicher Teil davon sein.

In diesem Maße habe ich das an den Unis nicht erlebt, wo es Fördergelder, Gruppenleiter und Studenten schon gerne mal in verschiedene Richtungen zieht. Praktisch bedeutet das, unter anderem, dass meine Kollegen und ich in größeren Teams zusammenarbeiten und vielschichtige Projekte sehr effizient in Modulen bearbeitet werden können.

Dr. Hannes Uchtenhagen, Senior Scientist bei einem Biotec-Start-up

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