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Referendariat im Bank- und Finanzrecht

Wie kam es dazu, dass Sie Ihre Wahlstation bei Clifford Chance verbracht haben?

Ich war schon während meines Studiums wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Clifford Chance, da lag es nahe, auch mein Referendariat hier zu machen. Ich habe mich bei Clifford Chance im Bankrecht überwiegend mit Verbriefungen beschäftigt, also mit dem Verkauf und Transfer von Forderungen. Meine Wahlstation habe ich im Büro von Clifford Chance in Hongkong verbracht. Ich wollte ins englischsprachige Ausland, aber an einen etwas "exotischeren" Ort. Das Büro in Hongkong ist unter anderem in den Bereichen Finance, Litigation, Real Estate, Corporate und Tax tätig, ich selbst habe dort in der Finanzierung gearbeitet, genauer gesagt haben wir uns vor allem mit der Finanzierung von Kasinos in Macao beschäftigt. Macao ist das Las Vegas Chinas, dort entstehen einige neue Kasinos.

Wie ist es, in Hongkong zu arbeiten?

In Hongkong spricht man Kantonesisch, aber eine der Amtssprachen ist immer noch Englisch, da die Stadt ja früher eine englische Kolonie war. Die jüngere Generation dort spricht fließend Englisch, man kommt mit dieser Sprache gut durch den Alltag und durch die Arbeit. Auch Anwälte aus England werden für eine Zeit nach Hongkong entsendet, die Atmosphäre ist also insgesamt recht international. Das gilt auch für die Kanzlei: Bei uns gab es Anwälte aus Europa, USA, Australien und aus anderen Teilen Asiens. Das Wohnen in Hongkong ist wahnsinnig teuer - ich hatte eine 10 qm-Wohnung, für die ich ungefähr 900 Euro bezahlt habe. Im Übrigen besteht ein ausgewogenes Preisniveau.

Was waren Ihre Aufgaben in der Kanzlei?

Ich war hauptsächlich mit zwei Transaktionen beschäftigt: Einmal haben wir uns um die Finanzierung eines Kasinos gekümmert, das gerade gebaut wurde. Ich habe bei den Darlehens- und Sicherheitenverträgen assistiert, dafür recherchiert, Korrektur gelesen und abgeglichen. Die zweite Transaktion ging von unserem Büro in Amsterdam aus, das einen Konzern mit einer Tochterfirma in Hongkong betreut hat. Wir haben die Tochterfirma beraten und uns zum Beispiel darum gekümmert, die Sicherheiten zu bestellen.

Wie leicht ist es für einen Juristen, im Ausland zu arbeiten?

Eher schwierig, da man juristisch meist nur beraten darf, wenn man im jeweiligen Land zugelassen ist, also dort einen Abschluss gemacht hat. Daher ist das Referendariat eine gute Gelegenheit, wenn man doch mal Arbeitserfahrung im Ausland sammeln möchte. Als Referendar erledigt man nicht immer juristische Tätigkeiten, sondern recherchiert und unterstützt viel - und das ist problemlos auch im Ausland möglich. Dabei muss man sich aber andererseits auch bewusst sein, dass man nicht unbedingt examensrelevanten Stoff behandelt.

Was ist das Besondere an Ihrem Rechtsgebiet?

Im Bankrecht und speziell bei Verbriefungen hat man viel mit allgemeinem Zivilrecht zu tun, das kommt mir entgegen. Es gibt auch viele Schnittstellen zum Steuer-, Insolvenz- und Gesellschaftsrecht. Verbriefung ist ein wichtiges Spezialgebiet - fast jede Bank nutzt derartige Strukturen zur Finanzierung und Refinanzierung.

Möchten Sie auch weiterhin in Ihrem momentanen Rechtsgebiet arbeiten?

Ja, denn man bekommt über die Jahre viel mit. Es ist eine Herausforderung, eine Transaktion so zu strukturieren, dass sie funktioniert. Die Finanzkrise zeigt außerdem, dass die Branche sehr wandelbar ist und sich den Gegebenheiten anzupassen hat, das macht es spannend.

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