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Windows-Reset ohne Neuinstallation

Tastatur schreiben arbeiten programmieren Hände (Quelle: freeimages.com, Autor: blary54)

Quelle: freeimages.com, blary54

Der PC streikt – also bleibt nur die nervige Neuinstallation? Von wegen! Wir zeigen Ihnen, wie es eleganter geht.

Ein Resetknopf für Windows wäre ideal, um verkorkste Konfigurationen und Fehlermeldungen loszuwerden. Wenn gar nichts mehr geht und man nicht noch mehr Zeit für Fehlersuche opfern will, käme man einfach zurück auf Start und in vielen Fällen wieder zu einem benutzbaren System. Doch so mühelos war das bislang in Windows nicht möglich. Zwar gibt es mit der Systemwiederherstellung seit Jahren einen Mechanismus, der Windows auf einen früheren Stand zurücksetzt, der enthält aber mehrere Tücken und ist für den Benutzer zu gut versteckt. Microsoft hat das erkannt und Windows 8 einen einfachen Reset in zwei Spielarten spendiert: einer harten und einer sanften.

Der sogenannte Refresh ist die sanfte Variante, ein bockiges Windows 8 wieder zu zähmen. Er erhält den Ordner "Eigene Dateien" und lässt auch Metro-Apps sowie persönliche Einstellungen unangetastet. Der Refresh setzt nur das Betriebssystem selbst auf die Werkseinstellungen zurück.

ACHTUNG: Desktop-Programme und einige Spezialeinstellungen bleiben bei einem Refresh nicht erhalten. Die härtere Gangart fährt der Windows Reset. Er versetzt das System wirklich zurück in den Auslieferungszustand. Nutzerdaten gehen genauso verloren wie Einstellungen und installierte Programme.

Wir zeigen, wie Sie beide Varianten anwenden – und wie Sie auch Windows XP sowie Win7 ohne großen Aufwand zurücksetzen.

WINDOWS 8 wie am ersten Tag

Mit Refresh und Reset hat Windows 8 zwei neue Funktionen, die das Betriebssystem mit wenigen Mausklicks zurücksetzen

1. Windows 8 ohne Datenverlust zurücksetzen

Der sanfte Reset von Windows 8 heißt Refresh. Öffnen Sie dafür die Charms-Leiste mit [Windows]+[C] sowie das Menü "Einstellungen | PC Einstellungen ändern". Beim ersten Windows 8 steht die Refresh-Funktion unter dem Menüpunkt "Allgemein", Sie müssen hier weit nach unten scrollen. In Windows 8.1 ist das Menü etwas feiner unterteilt. Klicken Sie dort auf "Aktualisierung und Wiederherstellung" und dann auf "Wiederherstellung". Der Refresh heißt in der deutschen Version von Windows 8 und 8.1 "PC ohne Auswirkungen auf Dateien auffrischen". Ein Mausklick auf "Los geht’s" startet den Assistenten.

Windows 8 Reset erster Schritt [Quelle: CHIP]

2. Vom Datenträger wiederherstellen

Im nächsten Schritt startet Ihr Computer in das sogenannte Windows Recovery Environment (RE). Ist diese Recovery-Konsole nicht auf Ihrem PC eingerichtet, fragt Windows nach dem Installationsdatenträger. Legen Sie die DVD ein oder stecken Sie den USB-Stick mit den Windows-Installationsdateien ein. Windows RE untersucht dann die Festplatte, sichert Daten, Einstellungen und Apps, installiert Windows neu und kopiert abschließend alles wieder zurück. Nach einem Neustart haben Sie ein frisches Windows mit allen beim Refresh gesicherten Daten.

Windows 8 Reset zweiter Schritt [Quelle: CHIP]

3. Windows 8 hart zurücksetzen

Der "echte" Reset unter Windows 8 lässt sich ganz ähnlich starten. Öffnen Sie wieder die Charms-Leiste, anschließend "Einstellungen | PC-Einstellungen ändern". In Windows 8 gehen Sie dann auf "Allgemein", in Windows 8.1 auf "Aktualisierung und Wiederherstellung | Wiederherstellung". Der Reset heißt hier "Alles entfernen und Windows neu installieren" – und tut genau das. Ein Klick auf "Los geht’s" bootet Windows RE, halten Sie deshalb auch hier einen Installations- oder Recoverydatenträger bereit. Dieser Reset rettet allerdings keine Daten, Windows RE löscht und formatiert alle Partitionen und installiert Windows neu. Einige Hersteller wie Sony haben die Recovery-Funktion im eigenen Notebook- Menü integriert, die die versteckte Recovery-Partition nutzt.

Windows 8 Reset erster Schritt [Quelle: CHIP]

4. Refresh-Image konfigurieren

Der Refresh lässt nur Modern Apps unangetastet, installierte Desktop-Programme gehen verloren. Auf dem Desktop legt Microsoft eine Liste mit den verlorenen Desktop-Apps ab, Sie können diese als Ausgangspunkt nehmen und neu installieren. Für Profis gibt es die angepasste Refresh-Funktion. Erst richten Sie den PC so ein, wie Sie ihn sich vorstellen. Passen alle Einstellungen und Programme, öffnen Sie über [Windows]+[X] das Menü in der linken unteren Bildschirmecke und starten "Windows PowerShell (Administrator)". Bestätigen Sie die Abfrage der Benutzerkontensteuerung und tippen Sie "mkdir C:\Refresh Image" ein. Danach erstellt der Befehl "recimg –CreateImage C:\RefreshImage" ein neues Image, das für den Refresh verwendet wird.

Windows XP & 7 zurücksetzen

Die meisten User sind noch mit älteren Systemen unterwegs. Auch dort ist ein Reset möglich, wenn auch nicht so komfortabel.

1. Wichtige Daten sichern

Beim Zurücksetzen von Win XP und 7 traten in unserem Test keine Probleme auf. Doch es kann auch vorkommen, dass Windows nach einem Reset nicht mehr starten kann oder Dateien beschädigt werden. Deshalb sollten Sie vorm Reset ein Backup machen. Wie Sie ein Image von Windows anfertigen, lesen Sie im nächsten Teil der Artikelserie. Wer kein Image erstellen will, sichert wichtige Dateien auf einen USB-Stick oder eine externe Festplatte. Das geht bei überschaubaren Mengen per Drag &Drop, bei großen Files beschleunigt die Freeware TeraCopy. Wer mehr Komfort will, greift zum ebenfalls kostenlosen Personal Backup.

Windows XP und 7 Reset erster Schritt [Quelle: CHIP]

2. Software und Keys vorbereiten

Damit der Reset klappt, brauchen Sie den Windows-Key. Außerdem sollten Sie die Lizenz-Keys für Ihre Kaufsoftware parat haben. Wichtig: Laden Sie auch die letzten Service-Packs und speichern Sie sie auf einer externen Festplatte. Diese sollten Sie nach dem Reset als Erstes einspielen. Halten Sie auch Treiber-CDs bereit, holen Sie sich aktuelle Versionen von den Geräteherstellerseiten oder sichern Sie die installierten Treiber mit Double Driver (erhältlich unter chip.de).

Windows XP und 7 Reset zweiter Schritt [Quelle: CHIP]

3. Windows 7 zurücksetzen

Der Refresh-Trick funktioniert unter Win7 nur, wenn das System noch problemlos startet. Sie brauchen auch hier eine Installations-DVD oder einen USB-Stick mit den Installationsfiles. Legen Sie diesen Datenträger bei laufendem Windows 7 ein und führen Sie dann die Datei "setup.exe" aus. Anschließend wählen Sie die Sprache aus und klicken auf "Jetzt installieren". Das Herunterladen von Updates für die Installation können Sie sich sparen – wählen Sie als Installationsart aber unbedingt "Upgrade" aus. Damit stoßen Sie ein sogenanntes Inplace-Upgrade an. Windows 7 bügelt sich praktisch selbst während des Vorgangs glatt, lässt aber Ihre Programme, Einstellungen und Dateien in Ruhe.

Windows XP und 7 Reset zweiter Schritt [Quelle: CHIP]

4. System aktualisieren

Zum Schluss müssen Sie nur noch die Windows-Updates neu installieren. Das geht am einfachsten über den eingebauten Windows-Update-Dienst. Wer seine Windows- Installations-DVD nicht zur Hand hat, kann sich die passenden ISO-Dateien auch von chip.de herunterladen.

Windows XP und 7 Reset vierter Schritt [Quelle: CHIP]

5. Windows xp zurücksetzen

Auch bei einem Windows-XP-Rechner ist ein Refresh mit der Installations-CD möglich. WICHTIG: Ist das Service-Pack 3 nicht bereits auf der Installations-CD, sollten Sie es vorher herunterladen und auf einem USB-Stick sichern. Dann starten Sie XP und legen die Windows-XP-CD ein. Klicken Sie auf "setup.exe" und "Windows XP installieren". Folgen Sie dem Assistenten und wählen Sie eine Upgrade-Installation. Aktivieren Sie sofort das SP 3 und aktualisieren Sie das System per Updates.

Windows XP und 7 Reset fünfter Schritt [Quelle: CHIP]

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