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Investitionen in IT-Sicherheit steigen

Die Unternehmen reagieren auf die Bedrohung, gerade die großen Konzerne. Das lässt sich an den Investitionen in IT-Sicherheit ablesen, die global steigen. Aber auch an Initiativen wie der Deutschen Cybersicherheits-Organisation, kurz DCSO. Die vier Dax-Konzerne Allianz, BASF, Bayer und Volkswagen gründeten die gemeinsame Firma 2015, um Informationen über IT-Sicherheitsprodukte und Cyberangriffe auszutauschen. Und der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat einen Standard entwickelt, mit dem die Hersteller die Informationssicherheit bei Zulieferern überprüfen.

Solche Aufgaben kann die Politik der Wirtschaft schwerlich abnehmen. Trotzdem kann sie etwas beitragen – und versucht das auch. "Die Bundesregierung hat das Thema Cyberkriminalität in den letzten Jahren stärker in den Fokus gerückt", erklärt Achim Berg, Präsident des Technologieverbands Bitkom. Als Beispiel nennt er das IT-Sicherheitsgesetz, das Betreiber kritischer Infrastrukturen wie Krankenhäuser und Stromnetze zu Mindeststandards sowie zur Meldung von Zwischenfällen verpflichtet.

Angesichts der zentralen Bedeutung der IT-Sicherheit müsse die Politik aber "den Einsatz deutlich erhöhen", findet Berg. "Beim Thema IT-Sicherheit schlägt der Mangel an qualifiziertem Personal voll durch", mahnt er beispielsweise an – daher brauche es Anreize, um die Aus- und Weiterbildung zu fördern.

Potenzial sieht der Branchenverband Bitkom zudem in der Zertifizierung von IT-Produkten, -Dienstleistungen und -Systemen, beispielsweise Komponenten fürs Internet der Dinge – allerdings auf europäischer Ebene. "Rein nationale Ansätze führen dabei zu hohen Kosten und Verwaltungsaufwänden für alle Unternehmen, die in mehreren Mitgliedstaaten tätig sind", mahnt Berg. Der von der EU-Kommission vorgeschlagene Cybersecurity Act könne ein wichtiger Schritt sein.

Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht IT-Sicherheit als Gemeinschaftsaufgabe. "Wirtschaft, Politik und Verwaltung müssen den Industriestandort Deutschland gemeinsam widerstandsfähiger gegen Cyberattacken machen", erklärt Iris Plöger, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung.

Als guten Ansatz sieht der Verband die Allianz für Cybersicherheit, die das BSI gemeinsam mit der Wirtschaft gegründet hat. "Dieses Netzwerk kann in Angriffsfällen schnell und effizient reagieren", sagt Plöger. Von der Politik mahnt sie ein "klares Bekenntnis zu einer starken und sicheren Verschlüsselung von Daten" an, also ohne Hintertüren, wie sie Sicherheitspolitiker gelegentlich fordern.

Weitere Maßnahmen dürften eher mittelfristig wirken. So fordert der BDI, die Digitalkompetenz junger Menschen zu stärken und die Forschung in Sachen Cybersicherheit auf EU-Ebene zu koordinieren. Sicher ist vor allem eines: Tatsächliche IT-Sicherheit ist mühsam.

Wenn Hacker die smarte Fabrik lahmlegen Grafik

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