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Lerntypen, Latein und Laberfächer – Neun Mythen im Check

Studentin Lernen Konzentration [© WavebreakmediaMicro - Fotolia.com]

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Wir räumen auf – und zwar mit weitverbreiteten Mythen rund ums Lernen und Studieren!

1. Morgens lernst du am besten.

RICHTIG! Der frühe Vogel fängt den Wurm! Wenn du optimal lernen möchtest, dann solltest du dir folgende Zeiten merken: Vormittags zwischen 9 und 11 Uhr erwirbst du am leichtesten neues Wissen. Im Zeitraum zwischen 15 und 18 Uhr hingegen wiederholst du am besten das Gelernte, damit der Lernstoff in deinem Langzeitgedächtnis abgespeichert wird. Der Zeitraum von 13 bis 15 Uhr gilt als Mittagstief und ist den meisten mit Sicherheit bestens bekannt. Dennoch haben nicht alle den gleichen Tagesrhythmus, es gibt hier also, wie so oft, kein Richtig oder Falsch. Manche Menschen lernen lieber nachts – die sogenannten Eulen-Typen.

2. Während ich lerne, nehme ich ab, da ich beim konzentrierten Denken viele Kalorien verbrenne.

FALSCH! Leider nicht … Beim Lernen verbraucht dein Gehirn nicht wesentlich mehr Kalorien, als es ohnehin zum Überleben benötigt. Trotzdem hat eine Studie gezeigt: Nach erhöhter Denkleistung steigt der Appetit – gefährlich, wenn du bedenkst, dass du nur wenige Kalorien durch das Gehirnjogging verbrannt hast. Um wirklich abzuspecken, musst du dich leider doch körperlich betätigen. Also: ran an den Speck!

3. Durchmachen und weiterlernen in der Nacht vor der Klausur schadet nicht nur meinem Körper, sondern auch meinem Gehirn und dem Gelerntem.

RICHTIG! Im Schlaf verarbeitet und speichert dein Gehirn das Gelernte. Daher solltest du in anstrengenden Lernphasen ausreichend Schlaf bekommen. Ein kurzes Nickerchen zwischendurch kann sogar Wunder bewirken. Sich vor dem Schlafengehen einen nervenaufreibenden Film anzusehen, ist hingegen eher kontraproduktiv. Dabei kann es nämlich passieren, dass kürzlich erworbenes Wissen nicht im Langzeitgedächtnis gespeichert wird, da es von emotionalen Reizen überlagern wird. Das Institut zur Zukunft der Arbeit in Bonn hat sogar herausgefunden, dass sieben statt sechs Stunden Schlaf Studenten durchschnittlich 1,7 mehr Punkte einbringen.

4. Im Studium noch eine neue Sprache lernen – da hilft mir doch sicher, dass ich Latein kann.

FALSCH! Wer Lateinkenntnisse hat, kann davon leider nicht für andere Sprachen profitieren. FOCUS berichtet von Untersuchungen bei Spanischlernenden: Studenten mit Latinum machten demnach mehr grammatikalische Fehler als solche, die Französisch gelernt haben. Andere Studien zeigen jedoch, dass Lateinschüler mit deutschen Sätzen besser umgehen können. So finden sie nicht nur leichter Fehler, sondern können komplexere Formen bilden. Na, immerhin etwas …

5.  Geisteswissenschaftler haben auf dem Arbeitsmarkt keine Chance.

FALSCH! Zwar richten sich manche Stellen nicht explizit an Geisteswissenschaftler, dennoch sind nur 2,8 Prozent der Absolventen arbeitslos gemeldet. Als Geisteswissenschaftler solltest du bei der Jobsusche über Fächergrenzen blicken und zum Beispiel auch für das Personalwesen, das Marketing oder die Selbstständigkeit offen sein. Außerdem sind Absolventen der Geisteswissenschaften erfolgreicher, wenn sie einen Master-Abschluss haben.

6. Wenn ich etwas lernen will, muss ich zuerst herausfinden, welcher Lerntyp ich bin.

FALSCH! Lernen funktioniert im Gehirn immer auf die gleiche Art und Weise. Wenn du etwas wirklich lernen möchtest, dann musst du dich damit eingehend auseinandersetzen – am besten, indem du verschiedene Sinne ins Spiel bringst. Natürlich fallen dem einen manche Lerntechniken leichter als andere, doch für Lerntypen à la visuell, auditiv oder haptisch hat die Neurowissenschaft bislang keine Beweise. Weitere Infos gibt es hier und hier.

7. Unter Zeitdruck lernst du am besten.

Es kommt drauf an: Effektiv lernst du unter Zeitdruck nur, solange du bereits Wissen abgespeichert hast, auf das du aufbauen willst. Um komplett unbekannte Sachverhalte zu verstehen, lernst du besser frühzeitig und ohne Zeitdruck.

8. Wer direkt vor dem zu Bett gehen lernt, behält das Wissen besser.

RICHTIG! "Aktuelle Studien zeigen, dass der Tiefschlaf sehr wichtig ist, um Informationen langfristig zu speichern", erklärt der Schlafforscher Björn Rasch auf planet-wissen.de. Psychiater Manfred Spitzer beschreibt den Vorgang in der ZEIT so: Das Gelernte wird im Hippocampus zwischengespeichert, danach "heruntergeladen", verarbeitet und schließlich in der Großhirnrinde "gespeichert". Doch Vorsicht: Erlebst du zwischen Lernen und Schlafen etwas sehr Emotionales, dann wird sich dein Gehirn eher das merken.

9. Im Schlaf lernst du Neues.

RICHTIG! Forscher der Uni Bern haben in einer Studie gezeigt, dass du neue Vokabeln lernst, wenn du sie im Schlaf hörst. Voraussetzung ist, dass sich dein Gehirn im sogenannten "Up-state" befindet, also in einem aktiven Zustand. Aber: Noch ist unerforscht, ob es sich nachteilig auswirkt, wenn du dich die ganze Nacht mit neuem Wissen beschallst.

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