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Chinesisch lernen - Tipps von e-fellow Denise

Wie hat deine Begeisterung für China begonnen?

Ich habe in der 12. Klasse angefangen, Chinesisch zu lernen. Nach und nach hat mich die Kultur immer mehr in ihren Bann gezogen, und nach dem Abi war ich für zwei Wochen in Shanghai für einen Sprachkurs. Danach wusste ich, dass ich unbedingt länger hier leben möchte und habe mich in meinem ersten Semester für das China-Programm der Krupp-Stiftung beworben. Von 2006 bis 2007 habe ich damit dann in Nanjing Chinesisch studiert. Danach bin ich zurück nach Deutschland, habe da meinen Bachelor fertiggemacht. Während meines Masters war ich für zwei Monate in Peking für ein Praktikum.

Und was machst du derzeit in China?

Jetzt, vor meiner Doktorarbeit, wollte ich mein Chinesisch noch mal endgültig auf Vordermann bringen und bin jetzt hier mit dem Stipendium für ostasiatische Sprachen des DAAD – Tipps, wie man das bekommt, gebe ich in meinem Blog.

Woher diese Begeisterung für die chinesische Sprache?

Mich fasziniert, was man mit dieser Sprache alles anstellen kann – Chinesen sind unglaublich offen, wenn sie merken, dass man gut mit ihnen kommunizieren kann. Die Sprache ist sehr vielschichtig, von den Tang-Gedichten bis hin zu zu sehr ausdrucksstarken Vergleichen aus der Alltagssprache. Chinesisch reden macht mich glücklich.

Hast du Tipps, wie man so gut Chinesisch lernt?

Man muss auf jeden Fall viel Zeit im Land verbringen. Pausen sind im Chinesischen schlimmer als in jeder anderen Sprache. Außerdem sollte man von der Idee: "Eine Sprache muss man verstehen" wegkommen und sich stattdessen damit abfinden, dass die Chinesen nicht umsonst so viel auswendig lernen. Das gilt anfangs fürs Zeichen-Pauken und später für vorgefertigte Konstruktionen. Seit Neuestem habe ich außerdem entdeckt, dass das Auswendiglernen von Gedichten wirklich sehr gut für die Aussprache ist.

Willst du auch beruflich mit China zu tun haben?

Ich hoffe, dass meine Arbeit später auch mit China zu tun haben wird. Ich möchte Patentanwältin werden und momentan entwickelt sich das Patentwesen hier so gut, dass ich glaube, dass Chinesisch Japanisch als für Patentanwälte wichtige Sprache bald ablösen wird. Aber als Patentanwalt braucht man natürlich ein sehr hohes Niveau, und deswegen habe ich mir eben dieses zweite Jahr gegeben, um mich voll auf die Sprache konzentrieren zu können. Chinesisch lernt man nicht so nebenbei im Labor.

China ist unglaublich im Trend, gerade unter Akademikern scheint es fast schon zum guten Ton zu gehören, eine Zeit in China zu verbringen – wie siehst du das?

Natürlich ist es einerseits gut, dass China mehr in den Fokus rückt und sich immer Europäer hierher wagen. Andererseits muss man aber sagen, dass niemand China kennenlernt, nur weil er mal für zwei Monate bei der Niederlassung einer deutschen Firma in Shanghai ein Praktikum gemacht hat. Das echte China besteht aus mehr als aus der Suppenküche um die Ecke und einem "Ni Hao!" zum Taxifahrer.

Du bist aber streng.

Sorry, China lernt man wirklich nur kennen, wenn man Chinesisch kann. Das gilt auch dann, wenn die Kollegen angeblich super Englisch reden. Wenn man auf Chinesisch kommunizieren kann, wird man einfach anders wahrgenommen – und dann stellt man im Übrigen auch fest, dass Chinesen keineswegs verschlossen sind, sondern auch sehr offen über die Probleme ihres Landes sprechen.

Welches Gefühl verbindest du mit China?

Ich liebe es. Nach China kommen ist für mich ein bisschen wie nach Hause kommen. Klar vermisse ich manchmal deutsches Essen oder einen Busfahrplan, aber all die kleinen Begebenheiten des Alltags, der Plausch mit dem Obstverkäufer oder die Herzlichkeit meiner chinesischen Freunde, wiegen das alles mehr als auf.

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