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Studium mit Naturerfahrung garantiert

Toronto Kanada [Quelle: unsplash.com, James Thomas]

Quelle: unsplash.com, James Thomas

Weites Land, große Hochschullandschaft: In Kanada erwartet dich nicht nur ein hohes Bildungsniveau, sondern auch zahlreiche Freizeitmöglichkeiten in der wunderschönen Natur. Welche Voraussetzungen du für ein kanadisches Studium erfüllen musst, erfährst du hier.

Studieren in Kanada

Kanada steht auf Platz neun der Zielländer deutscher Auslandsstudenten. Zwischen 1.000 und 2.000 Deutsche fliegen jährlich über den Atlantik, um zu studieren. Insgesamt zieht es jährlich rund 40.000 ausländische Studierende nach Kanada – bei knapp 900.000 Studierenden insgesamt. Das Land der Seen und Wälder ist beliebt, und das hat Gründe:

  • Lebensqualität: Im Human Development Index der Vereinten Nationen steht Kanada unter 174 Ländern auf den vordersten Plätzen. Der Index bewertet vor allem die Bereiche Bildung, Sicherheit und Lebensqualität in den Großstädten.
  • Wälder, Rockies und Seen: Dass Kanada über die schönsten Landschaften der Welt verfügt, hat sich seit langem rumgesprochen. Ob Skifahren in den Rocky Mountains, Buschwandern im Norden oder Trekking in den Nationalparks: Naturerfahrung ist garantiert.
  • Ein Land – zwei Sprachen: Kanada ist auch attraktiv wegen seiner Bilingualität: Landessprachen sind Englisch und Französisch. Eine gute Gelegenheit, mit Grundkenntnissen in einer der beiden Sprachen anzureisen und Sprachkurse in der anderen zu nehmen.
  • Hohes Bildungsniveau: Das kanadische Bildungssystem zählt außerdem zu den besten der Welt – nur sehr wenige Länder lassen einen höheren Prozentsatz des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in die Bildung fließen.

Viele Gründe also, um mal über den großen Teich zu fliegen.

Kanadische Hochschullandschaft

Die kanadische Hochschullandschaft erscheint auf den ersten Blick als großes Durcheinander: Die Hochschulen haben die unterschiedlichsten Bezeichnungen, und nicht alles, was nach Uni aussieht, ist mit deutschen Unis oder Fachhochschulen vergleichbar. In Kanada gibt es darüber hinaus keine einheitliche Bildungspolitik. Sie ist vielmehr Sache der Provinzen und Territorien bzw. der Hochschulen selbst. Bei allen allgemeinen Vorüberlegungen wirst du dich also auf jeden Fall auch direkt bei den kanadischen Hochschulen nach den Studienbedingungen erkundigen müssen.

Hochschultypen

Grundsätzlich gibt es in Kanada folgende Typen von Hochschulen:

  • Universities vergeben die ganze Palette von akademischen Graden (Degrees), also Bachelor, Master und Ph.D.
  • Colleges bieten häufig nur Undergraduate-Programme an, als Abschluss also nur den Bachelor.
  • University Colleges bieten ebenfalls Studiengänge an, die mit einem Degree abgeschlossen werden – aber auch andere, für die du nur ein Diplom oder Zertifikat erhältst. Diese liegen deutlich unter dem deutschen Hochschulniveau, sind also keine akademischen Abschlüsse.

Die meisten der Universities, Colleges und University Colleges findest du zusammengestellt bei der Association of Universities and Colleges. Auf eine Besonderheit solltest du bei der Wahl deiner kanadischen Hochschule allerdings achten: In Kanada existiert eine Gruppe so genannter "Community Colleges", die je nach Ort und Tradition auch Institute, Cégep oder – leicht zu verwechseln – "College" heißen. Sie vergeben nur die schon erwähnten Diplome und Zertifikate und bieten Transfer-Programme, in denen kanadische "Abiturienten" auf ein Studium an einer Uni hinarbeiten. Wenn du dich also für ein kanadisches "College" interessierst, solltest du dich erkundigen, ob es sich dabei wirklich um eine Hochschule oder nur um ein Community College handelt. Die Liste der Community Colleges findest du bei der Association of Canadian Community Colleges.

Tipps

Mit deinem deutschen Abitur bekommst du möglicherweise das erste Undergraduate-Studienjahr erlassen. Damit kannst du den Bachelor schon in zwei bis drei Jahren machen. Die Entscheidung darüber fällt aber deine kanadische Hochschule.

Manche kanadischen Unis kooperieren mit einer Sprachschule und bieten kombinierte Studiengänge an: Du könntest damit in sechs bis acht Wochen dein Englisch oder Französisch aufpeppen und einen Sprachtest absolvieren. Anschließend steigst du in dein Studium ein. Am interessantesten ist es sicher, erst nach dem deutschen Vordiplom und ein oder zwei weiteren Semestern oder nach dem Bachelor nach Kanada zu gehen. Dort kannst du dann an einem Master-Programm teilnehmen. Dieses zeichnet sich durch eine verstärkte Forschungstätigkeit und engen Kontakt zu den Dozenten aus.

Die kanadische Botschaft in Berlin verschickt die kostenlose Broschüre "Schulbesuch, Studium und Praktikum in Kanada".

Uni-Rankings in Kanada

Die Unis in Kanada verstehen sich als Dienstleistungsunternehmen. Sie stehen im Wettbewerb untereinander und bemühen sich um möglichst qualifizierte Studierende. Je größer das Renommee einer Hochschule oder eines Fachbereichs, um so mehr Bewerber auf einen dortigen Studienplatz. Im Gegensatz zu deutschen Hochschulen legen kanadische viel Wert auf ihre Bewertung und Evaluierung. Entscheidend ist das jährlich erscheinende Ranking von Maclean's, dem Pendant zum amerikanischen Nachrichtenmagazin U.S. News & World Report. Maclean's bewertet:

1. Undergraduate-Ranking: Hochschulen, die vorwiegend Undergraduate-Programme anbieten.

2. Undergraduate- und Graduate-Ranking: Hochschulen mit ausgeprägter Forschungstätigkeit, mit Undergraduate- und Graduate-Programmen.

3. Promotions- und Medizin-Ranking: Hochschulen, die eine Vielzahl von Promotionsprogrammen oder ein Medizinstudium anbieten.

Ausschlaggebend sind die akademischen Leistungen der Studierenden, die Größe der Seminargruppen, die Zugänglichkeit und Qualität der Dozenten, das Budget sowie die Reputation der Hochschulen.

Undergraduate Ranking
Bei den Undergraduate Universities sind auf den ersten Plätzen die Hochschulen Acadia, Mount Allison, St. Francis Xavier, UNBC und Trent zu finden.

Undergraduate- und Graduate-Ranking
Im vergleichenden University-Ranking liegen Victoria, Simon Fraser, Waterloo, Guelph und Memorial vorne.

Promotions- und Medizin-Ranking
Im gesonderten Ranking für Promotions-Studiengänge und Medizin führen McGill, UBC, Queen's, Toronto und Alberta die Liste an.

Quelle: Maclean's Ranking November 2007

Kanadischer Studienaufbau

Das Studium in Kanada teilt sich in Undergraduate- und Graduate-Studies. Ein Undergraduate-Programm führt dich zum Bachelor-Abschluss und dauert drei bis fünf Jahre. Die ersten beiden Jahre (Freshman year und Sophomore year) sind eher allgemein ausgerichtet. Im dritten (Junior year) und vierten Jahr (Senior year) widmest du dich dann verstärkt deiner eigentlichen Fachrichtung. Die Graduate-Programme dagegen führen direkt zum Master oder Ph.D. Hier erst findet die eigentliche wissenschaftliche Forschung statt – meist in enger Zusammenarbeit mit dem entsprechenden Prof.

Das akademische Jahr
An den kanadischen Hochschulen ist während des gesamten Jahres was los. Das eigentliche akademische Jahr dauert von September bis April. Je nach Hochschule ist es auch in zwei Semesters oder drei Terms eingeteilt. Du kannst damit wahlweise im September, Januar oder Mai einsteigen. Im Mai beginnen vielerorts die so genannten Summer Sessions/ sessions d'été – spezielle Programme von sechs- bis achtwöchiger Dauer. Bei der North American Association of Summer Sessions erfährst du, welche Hochschulen diese Programme anbieten.

Unterrichtsformen in Kanada

Die Unis entscheiden selbst, wie viele Studierende sie pro Studienjahr zulassen. Überfüllte Hörsäle wie teilweise in Deutschland wirst du in Kanada nicht finden. Undergraduate- wie Graduate-Programme leben vom engen Kontakt zwischen Dozenten und Studierenden. Dennoch gibt es zwischen Undergraduate- und Graduate-Studiengängen einige wesentliche Unterschiede.

Undergraduate Studies

Ein Undergraduate-Studium bedeutet einerseits eine Menge Lesestoff und pausenlos Hausarbeiten und Prüfungen. Andererseits entsprechen die Hausarbeiten mit ihren fünf bis acht Seiten eher einer Erörterung in der deutschen Oberstufe als qualifizierten Uni-Hausarbeiten. Meist musst du vier oder fünf schriftliche Leistungen abliefern: Aus Halbzeittest, Abschlusstest, Hausarbeiten, Referaten, unangemeldeten Kurztests und Bewertung der Mitarbeit setzt sich schließlich die Endnote zusammen.
Wichtig ist es aber vor allem, beim Halbzeittest (Mid-Term) und Abschlusstest (Final) gut abzuschneiden. Der Unterrichtsstil ist in der Regel eher vom Vortrag des Dozenten als von aktiver Mitarbeit bestimmt. Du musst also nicht permanent "voll dabei" sein. Insgesamt bleibt genügend Freiraum übrig, um Kultur, Land und Leute kennen zu lernen. Und die Erfahrung zeigt, dass deutsche Studenten an nordamerikanischen Hochschulen normalerweise mit guten Noten abschließen.

Graduate Studies

Wenn du dich vor allem für fachliche Tiefe interessierst und akademisch möglichst weit entwickeln möchtest, ist das Graduate-Studium besser geeignet. Das Studium ist dann dein zentraler Bezugspunkt, der Kontakt zu den Dozenten ist eng und die Veranstaltungen haben ein sehr hohes Niveau. Ohne Selbstdisziplin und wirkliches Interesse an der Wissenschaft bist du hier fehl am Platze. Zumindest in der Vorlesungszeit ist dein Privatleben stark eingeschränkt. Allerdings hast du hier die Möglichkeit, dich auf hohem Niveau in deinen Fachbereich zu vertiefen.

Tipps zum Unterrichtsalltag

  • Noten spielen in Kanada eine weit größere Rolle als in Deutschland. Jede einzelne Note, die du in einem Kurs erzielst, wird in einer eigenen Dokumentation deiner Leistungen aufgeführt.
  • Die mündliche Mitarbeit ist weit weniger wichtig als die schriftlichen Leistungen, da sie weniger objektivierbar ist.
  • Achte auf die Fristen und Zeiträume: Wenn du mit einem Abgabetermin nicht hinkommst, solltest du dich unbedingt frühzeitig an den Dozenten wenden. Andernfalls kann es sein, dass du ohne Credits nach Hause gehst.
  • In Prüfungen des Undergraduate-Studiums kommt es eher darauf an, große Datenmengen abzuliefern, als den Stoff wirklich verstanden zu haben.
  • In den Hausarbeiten ist es weit weniger wichtig als in deutschen Hochschulen, Sekundärliteratur zu bearbeiten: Oft reicht es, die eigenen Gedanken zum Thema flüssig und fehlerfrei darzulegen und eventuell vielleicht noch eine Expertenmeinung hinzuzuziehen, um eine gute Note zu erzielen.
  • Keine Angst vor Fehlern: Auf Rechtschreibung wird zwar Wert gelegt – moderne Korrekturprogramme helfen dir aber weiter. Auch Grammatikfehler werden nicht allzu zu ernst genommen.

Kanadisches Notensystem

In Kanada sammelst du während deines Studiums sogenannte Grade Points. Diese setzen sich aus dem Wert eines Kurses und der Kursnote zusammen.

Der Wert eines Kurses

Die Seminare, Vorlesungen und sonstigen akademischen Veranstaltungen haben unterschiedliche Wertigkeiten (Credits). Aus dem Veranstaltungsverzeichnis erfährst du, wieviele Credits ein Kurs "wert" ist.

Kursnote

Für jeden Kurs erhältst du eine Note, die zwischen "A" (sehr gut) und "D" (ausreichend) liegt. "F" bedeutet "fail = ungenügend". "I" bedeutet "incomplete = unvollständig".

Am Ende des Kurses wird die Creditzahl des Kurses mit deiner Note multipliziert, das heißt:

bei Note A: mal vier
bei Note B: mal drei
bei Note C: mal zwei
bei Note D: mal eins

Das Ergebnis ergibt dann deine Grade Points. Ist ein Kurs zum Beispiel 4 Credits wert, kannst du mit einem "A" maximal 16 Grade Points erreichen.

Wer ein "F" (ungenügend) bekommt, erhält keine Credits. Wer mit einem "I" (unvollständig) abschließt, hat die Möglichkeit, fehlende Leistungen nachzureichen und dann den Kurs erfolgreich zu beenden.

Studiengänge und Abschlüsse

In Deutschland noch neu, in Kanada ein alter Hut: die Abschlüsse Bachelor, Master und Ph.D.

Der Bachelor: Das bereits berufsqualifizierende Bachelor-Studium nennt man auch Undergraduate-Studium, weil man erst mit dem Bachelor einen Studienabschluss erwirbt, also "graduiert" wirt.

Der Master und Ph.D.: Wer seine akademischen Kenntnisse vertiefen will, kann sich für einen Master-Studiengang bewerben. Dieses so genannte Graduate-Studium geht zwei weitere Jahre und berechtigt zur Promotion (Ph.D.). Je nach Studienrichtung und Absprache mit dem Dozenten kannst du deinen Doktor auch direkt machen, ohne zuvor den Master erworben zu haben. Dies kommt aber sehr selten und nur bei herausragenden akademischen Leistungen vor.

Die Fakultäten: Die einzelnen Studienrichtungen sind wie auch in Deutschland in Fakultäten aufgeteilt. So umfasst zum Beispiel die Faculty of Arts die geisteswissenschaftlichen Fachbereiche, während die naturwissenschaftlichen zum Beispiel in der Faculty of Pure and Applied Science liegen. Eher berufsbezogene Abschlüsse wie Medizin, Jura, Wirtschafts- oder Ingenieurwissenschaften verbergen sich meist hinter der Faculty of Professional Studies.

Undergraduate Studies: der Bachelor

Die kanadischen Studenten beginnen ihr Undergraduate-Studium im Alter von 18 oder 19 Jahren. Nach vier (in Québec drei) Jahren haben sie mit dem Bachelor einen gültigen Hochschulabschluss und können ins Berufsleben eintauchen. Von dieser Möglichkeit machen auch die meisten kanadischen Studenten Gebrauch.

Niveau: Die Studiengänge umfassen Veranstaltungen in General Education ebenso wie Kurse zum Studienfach selbst. Insgesamt gehen sie weniger in die Tiefe als beispielsweise ein Master-Programm. Im Vergleich zu Deutschland bist du aber weit weniger auf eine Fachrichtung festgelegt, sondern kannst aus einem breitem Reservoir schöpfen. Interessant für dich sind vor allem das dritte und vierte Jahr, weil die Kurse der ersten beiden Jahre oftmals nur von studentischen Hilfskräften geleitet werden. In Absprache mit einem Professor kannst du in deinem zweiten Undergraduate-Semester unter Umständen auch einen Graduate-Kurs mitmachen.

Jura und Medizin: Um in Kanada Jura oder Medizin zu studieren, müssen die kanadischen Studenten mindestens zwei Jahre (irgendetwas) studiert oder sogar den Bachelor in irgendeinem Fach absolviert haben. Für Mediziner empfehlen sich hier natürlich Naturwissenschaften. Erst dann beginnen sie ihr Medizin- oder Jura-Studium. Entsprechend sind auch für ausländische Studenten die Anforderungen sehr hoch. Im Bereich Jura ist ein Studium überhaupt nur im Graduate-Bereich möglich. Meist handelt es sich um Vergleichende Rechtswissenschaften. Welche Vorleistungen du nun aber konkret vorweisen musst, kann dir nur die entsprechende Hochschule sagen – zu groß sind die Unterschiede von Uni zu Uni.

Graduate Studies: der Master

Nur etwa fünf Prozent eines kanadischen Studienjahrgangs wählen auch das Graduiertenstudium – häufig erst nach einigen Jahren Berufserfahrung. Der Master dauert wie hierzulande zwei Jahre und dient der Vertiefung der akademischen Kenntnisse über den Bachelor hinaus.

Honours Bachelor's Degree: Viele Studenten verlängern ihr Undergraduate-Studium um ein Jahr: Sie konzentrieren sich dann auf ein Vertiefungsfach und schließen statt mit dem einfachen Bachelor mit dem so genannten Honours Bachelor's Degree ab. Damit steigen ihre Chancen auf Zulassung zum Graduierten-Studium (das eine Jahr wird anschließend oft angerechnet).

Deutsche Studenten: Deutsche Studenten können sich mit dem Vordiplom und Leistungen aus dem Hauptstudium direkt auf ein Master-Programm bewerben. Im Gegensatz zum deutschen Hauptstudium ist hier die Zusammenarbeit zwischen Dozenten und Studierenden sehr eng und intensiv. Im Zentrum steht die wissenschaftliche Forschung, die sich besonders in der Abschlussarbeit (Thesis) niederschlägt. Nach zwei Jahren schließlich hast du deinen Master in der Tasche.

(Post-)Graduate Studies: der Ph.D.

Nach dem Master kannst du dich auf ein Doctoral-Programm bewerben. Dies wird manchmal auch Postgraduate Studies genannt. Ein Doctoral-Programm entspricht der deutschen Promotion und wird meist mit dem Ph.D. (Doctor of Philosophy) abgeschlossen. In seltenen Fällen bieten Universitäten nach dem Bachelor aber auch den Direkteinstieg in die Doctoral Studies, am ehesten noch in natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern. Dies ist allerdings die Ausnahme und kommt am ehesten denjenigen zugute, die ihr Honours Bachelor's Degree besonders gut abgeschlossen haben.

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