Partner von:

Top-Unis am Top-Standort

Tower Bridge in London Großbritannien [Quelle: unsplash.com, Benjamin Davies]

Quelle: unsplash.com, Benjamin Davies

Viele der britischen Unis zählen zu den besten der Welt. Außerdem erwartet dich beim Studium in Großbritannien ein ausgeprägtes Studentenleben. Was du sonst noch wissen musst, erfährst du hier.

Hochschullandschaft in Großbritannien

Sehr viel stärker als in Deutschland prägen große Qualitätsunterschiede das britische Hochschulsystem. Das Vereinigte Königreich fördert seine Unis nicht nach dem Gießkannenprinzip: Die Forschungsmittel konzentrieren sich stärker als in Deutschland auf einzelne Universitäten. Ein auffallend großer Teil der einflussreichsten Leute in Großbritannien hat immer noch in Cambridge oder Oxford (= Oxbridge) studiert. Dabei machen die an diesen Eliteschmieden Eingeschriebenen nur einen Bruchteil der britischen Studierenden aus.

Britische Universitäten sind im europäischen Vergleich eher klein (9.000 bis 12.000 Studenten, City-Universitäten bis zu 20.000 Studenten) und genießen ein hohes Maß an Autonomie. Als unabhängige, selbstverwaltete Institutionen können sie Personal selbst einstellen. Sie wählen ihre Studenten zum Teil selbst aus, entwickeln Studiengänge und eigene Abschlüsse.

Falls möglich, solltest du deine britische Gastuni also sorgfältig auswählen: Orientieren kannst du dich dabei an den Uni-Rankings der größeren Zeitungen, in denen Qualitätsunterschiede sehr gut dokumentiert sind. Wie Lehre und Forschung bewertet werden, erfährst du auch auf den Internetseiten der Higher Education Funding Council. Diese Bewertung übt einen direkten Einfluss auf die finanzielle Ausstattung der Universitäten aus.

Universitäts-Rankings im Vereinigten Königreich

Hochschul-Rankings – meist League Tables genannt – gibt es in Großbritannien schon sehr viel länger als in Deutschland. Sie sind allgemein akzeptiert und dienen vielen Studienanfängern als wichtige Entscheidungshilfe bei der Hochschulwahl. Am renommiertesten ist das Gesamtranking von The Times. Es setzt sich aus mehreren Kriterien zusammen: von der Qualität der Lehre über die finanzielle Ausstattung der Bibliotheken bis hin zu den Noten der Absolventen. Zu den Rankings sei jedoch gesagt, dass sie immer wieder fluktuieren. Insbesondere werden oft verschiedene Kriterien zusammengeworfen, die nicht für alle Studenten gleich wichtig sind. Zur Vergabe der Forschungsgelder ist in der Regel besonders die Qualität der Forschung interessant und nicht bspw. die Zufriedenheit der Studenten. Generell sind die Universitäten der Russell Group am angesehensten, insbesondere Cambridge, Oxford, Imperial College London, London School of Economics und University College London.

Hochschulen und ihr Rang:

THE TIMES:

  1. University of Oxford
  2. University of Cambridge
  3. Imperial College London
  4. University College London (UCL)
  5. London School of Economics and Political Science (LSE)
  6. University of Edinburgh
  7. King’s College London
  8. University of Manchester
  9. University of Bristol
  10. University of Warwick
  11. University of Glasgow
  12. Durham University
  13. University of Scheffield
  14. University of St Andrews
  15. Queen Mary University London
  16. University of Southampton
  17. University of Exeter
  18. University of York
  19. University of Birmingham
  20. University of Leeds

Quelle: The Times, Good University Guide 2017

Achtung: Die Rankings können sich stark von Jahr zu Jahr verändern, z.B. haben 2016 noch die Universitäten von Surrey, Lancaster, Bath, Loughborough, East Anglia und Sussex in den Top 20 gerankt!

The Guardian:

  1. University of Cambridge
  2. University of Oxford
  3. University of St Andrews
  4. University of Surrey
  5. University of Loughborough
  6. Durham University
  7. Imperial College London
  8. University of Lancaster
  9. University of Warwick
  10. University of Bath
  11. University of Exeter
  12. London School of Economocs
  13. University of Birmingham
  14. UCL
  15. University of Coventry
  16. University of Leeds
  17. University of Southampton

Quelle: The Guardian University Guide 2017

The Complete University Guide:

  1. University of Cambridge
  2. University of Oxford
  3. London School of Economics and Political Sciences (LSE)
  4. Imperial College London
  5. University of St Andrews
  6. University of Durham
  7. University of Loughborough
  8. Warwick University
  9. Lancaster University
  10. University College London (UCL)
  11. University of Bath
  12. University of Surrey
  13. University of Exeter
  14. University of East Anglia (UEA)
  15. University of Birmingham
  16. Leeds University
  17. University of Southampton
  18. University of Sussex
  19. University of Edinburgh
  20. University of York

Quelle: The Complete University Guide University League Table 2017

Das Shanghai-Ranking der Jiaotong-Universität ist ein weltweites Hochschulranking, das seit 2003 die 500 besten Universitäten der Welt auflistet und jährlich aktualisiert. Danach sind die besten Universitäten des Vereinigten Königreichs:

  1. University of Cambridge (Rang 4)
  2. University of Oxford (Rang 7)
  3. University College London (Rang 17)
  4. Imperial College London (Rang 22)
  5. University of Manchester (Rang 35)

Quelle: Shanghai Ranking 2016

Zu den Rankings sei jedoch noch erwähnt, dass es – einmal von Oxbridge abgesehen – durchaus auf das Studienfach ankommt, welche Universitäten besser sind.

Studienaufbau in Großbritannien

Typisch britisch: die kurze Dauer des Studiums und die niedrige Zahl an Studienabbrechern. Mit Ausnahme des Medizinstudiums dauern die Undergraduate Studies bis zum Bachelor, dem ersten akademischen Abschluss, in der Regel nur drei in England, Wales und Nordirland beziehungsweise vier Jahre in Schottland (Ausnahme: Studiengänge mit vorgesehenen Auslandsjahren. Dann dauert auch der Bachelor in England, Wales und Nordirland vier Jahre). Wie ist das möglich? Die Kurse sind klein. Britische Hochschullehrer betreuen ihre Studenten sehr gut. Die Unis bieten straff strukturierte Studiengänge. Bei den Lehrveranstaltungen müssen die Studierenden generell anwesend sein.

Das akademische Jahr – the academic year Das Studienjahr in Großbritannien ist traditionell nicht in Semester, sondern Trimester (terms) von zehn bis zwölf Wochen gegliedert:

  • Autumn Term (auch: Michaelmas Term): Oktober bis Dezember (Lehrbetrieb)
  • Spring Term (auch: Lent Term bzw. Hilary Term in Oxford): Januar bis März (Lehrbetrieb)
  • Summer Term (auch: Easter Term in Cambridge und Trinity Term in Oxford): April bis Juni/Juli (Prüfungen in der zweiten Hälfte des Terms)

Einige Unis führen allerdings auch den Semesterbetrieb ein. In beiden Fällen umfasst die vorlesungsfreie Zeit Weihnachten, Ostern und Sommer. Das Studienjahr beginnt Ende September/Anfang Oktober. Ein Einstieg zu einem späteren Zeitpunkt – zum Beispiel Winter- oder Sommertrimester – ist nur in Ausnahmefällen möglich. Genauere Terminangaben zum Studienjahr kannst du dem Calendar (Vorlesungsverzeichnis) und Internetseiten der jeweiligen Uni entnehmen.

Je nach der Zahl der Haupt- und Nebenfächer unterscheidet man zwischen:

  • Studium von einem Fach: Single Subject Course
  • Studium zweier gleichwertiger Hauptfächer: Joint Subject Course
  • Studium eines Hauptfaches in Kombination mit bis zu drei Nebenfächern: Combined Subject Course

Traditionell vermittelt das erste Studienjahr einen allgemeinen Überblick über das Studienfach. Ab dem zweiten bzw. dritten (Schottland) Jahr können sich die Studierenden spezialisieren. An den meisten Universitäten gibt es statt Vorlesungsverzeichnissen wie an deutschen Universitäten für jedes Jahr eine Art Stundenplan. Der Lehrplan besteht i.d.R. aus zwei bis drei Pflichtfächern (core courses) und mehreren Wahlfächern (optional courses). An manchen Universitäten können die Studenten sogar ein Wahlfach außerhalb ihrer Fakultät belegen. Die Studiengänge sind "modular" aufgebaut. Sie funktionieren nach dem Credit Accumulation and Transfer Scheme (CATS). Über die zahllosen Kombinationsmöglichkeiten und Studienangebote der britischen Universitäten kannst du dich über die Internet-Homepage des Universities and Colleges Admissions Service (UCAS) – einer Art britischen ZVS – informieren.

An Oxford und Cambridge hingegen wird das CATS nicht verwendet und auch der "Stundenplan" ist lockerer als an anderen Universitäten. In den Geisteswissenschaften hat man oft nur zwei Pflichttermine pro Woche – sogenannte Tutorials – bei denen man in kleinster Gruppe (meist ein Professor und zwei Studenten) die Arbeit der letzten Woche (meist den Essay und die akademische Diskussion um das Essaythema) bespricht. Diese persönlichen Tutorials sind das, was das Studium in Oxbridge ausmacht. Des Weiteren gibt es einen Vorlesungsplan mit optionalen Veranstaltungen, die vormittags stattfinden und die man dann besuchen kann, wenn sie thematisch und zeitlich in den eigenen Lernplan passen. In den Naturwissenschaften gibt es nebst Vorlesungen und Tutorials zum Teil noch Veranstaltungen wie "labs" (Laborarbeit).

Studienformen in Großbritannien

Britische Universitäten sind für die gute Betreuung ihrer Studenten und den sehr engen Kontakt zwischen Studenten und Dozenten bekannt. Möglich wird das vor allem durch die im Vergleich zu Deutschland kleineren Kursgrößen: An den britischen Universitäten kommen im Schnitt nur 12 bis 15 Studenten auf einen Dozenten. In Deutschland liegt die Relation bei 1:43.

  • Vorlesungen – so genannte lectures dauern normalerweise 50 Minuten.
  • Seminare entsprechen im Wesentlichen dem, was du von Deutschland her kennst.
  • Für die gute Betreuung stehen nicht zuletzt auch die tutorials. Hier unterrichten Tutoren ihre Studenten. In kleiner und entspannter Runde diskutieren sie akademische Fragen.
  • In einigen Fächern kommen wie in Deutschland praktische Übungen hinzu. Die practical studies oder field studies beinhalten Laborarbeit, Experimente, exercise classes in Mathematik beziehungsweise Studioarbeit in Kunst und Architektur.

Punkte sammeln mit CATS

Viele britische Universitäten haben in den letzten Jahren das Credit Accumulation and Transfer Scheme (CATS) eingeführt – eine Art innerbritisches Pendant zum European Credit Transfer System (ECTS). Es funktioniert nach dem Baukastenprinzip. CATS soll zum einen universitätsübergreifend die Anerkennung und Anrechnung erbrachter Studienleistungen ermöglichen. Zum anderen soll CATS auch für einen flexibleren Studienablauf sorgen.

Wie funktioniert CATS? Mit jedem Kurs (modules oder units und electives = Wahlkurs), jeder schriftlichen Arbeit (Essay und Thesis) oder jedem Praxisabschnitt sammelst du Credits. Für einen Standardfachkurs mit etwa 80 Stunden Aufwand erhältst du zehn Credits. In jeden Studienjahr bis zum Bachelor musst du 120 Credits erbringen – also 12 Kurse pro Jahr, macht pro Trimester 4 Kurse. CATS bewertet also nicht, sondern gibt nur den Stand des Studiums an. Oft ist eine bestimmte Anzahl von Punkten Voraussetzung, damit du einen Kurs belegen kannst.

Noten und Scheine

Natürlich bewerten britische Unis auch deine Leistung. Das geschieht meist in schriftlicher Form – Hausarbeiten oder Essays. Die Briten errechnen ihre Noten mit Prozentwerten:

Leistungen in Prozent Britische Note Deutsche Entsprechung Uni-Notensystem
70%-100% / A first class (1) mit Auszeichnung bestanden ab 76%: 1,0 ab 70%: 1,3
60%-69% / B second class (upper division) (2i) mit gutem Erfolg bestanden ab 66%: 1,7 ab 63%: 2,0 ab 60%: 2,3
50%-59% / C second class (lower division) (2ii) mit Erfolg bestanden ab 56%: 2,7 ab 53%: 3,0 ab 50%: 3,3
40%-49% / D third class 0 bestanden ab 46%: 3,7 ab 40%: 4,
39% und weniger fail durchgefallen 5,0

Falls man über jedes Studienjahr hinweg 70% oder mehr in jedem Fach besitzt, werden außerdem "first class with honours" Titel vergeben.

Studiengänge und Abschlüsse in Großbritannien

Das britische System untergliedert sich in Undergraduate Studies und Postgraduate Studies. Die Undergraduate Studies schließen mit dem Bachelor ab. Als erster Hochschulabschluss ist er ein First Degree. Britische Studierende erreichen ihn in der Regel nach drei Jahren (vier Jahre in Schottland oder falls ein Auslandsjahr eingeplant ist). Der Bachelor qualifiziert für eine Berufstätigkeit. Wer noch weitere Jahre dranhängt (Postgraduate Studies), kann mit einem zweiten akademischen Grad abschließen: zum Beispiel mit dem Master (ein bis zwei Jahre) oder der Promotion.

Undergraduate Studies

Die Studienzeit eines Vollstudiums bis zum First Degree, dem Bachelor, dauert drei Jahre in England, Wales und Nordirland beziehungsweise vier Jahre in Schottland. Studiengänge, die einen längeren Studienaufenthalt im Ausland (zum Beispiel bei einem Fremdsprachenstudium) oder ein längeres Praktikum (die sogenannten Sandwich Courses) vorsehen, umfassen in der Regel vier Jahre. Einige berufsbezogene Ausbildungsgänge wie Zahn-, Human- und Veterinärmedizin können fünf bis sechs Jahre dauern. Je nach Studienfach gibt es folgende First Degrees:

  • BA(Honours) (Bachelor of Arts with Honours)
  • BA (Joint/Combined Honours)
  • BSc (Joint) (Honours) (Bachelor of Science with Honours)
  • MA (Honours) (in Schottland)
  • BA/BSc – ohne "Honours", nur in Ausnahmefällen verliehen, wenn die unterste Bestehens-Stufe nicht erreicht wurde
  • MBChB (Bachelor of Medicine – 5 Jahre)
  • LLB (Hons) (Bachelor of Law)

Postgraduate Studies

Unter Postgraduate Studies versteht man Studiengänge, die sich an den ersten akademischen Abschluss (Bachelor) anschließen. Dazu gehören zum Beispiel Master- und Doktorandenprogramme.

Die Masterabschlüsse

Zulassungsvoraussetzung ist für britische Studierende ein überdurchschnittlich guter Bachelor-Abschluss (siehe dazu den Abschnitt "Studienplatz"). Bei den "taught" Master-Programmen liegt der Schwerpunkt meist auf der Lehre. Daher besteht das Programm aus Vorlesungen, Seminaren und Tutorials. Bei "research" Master hingegen gibt es zusätzlich eine Komponente der wissenschaftlichen Arbeit, z.B. einer Masterarbeit. Daher dauert ein "taught" Master meistens ein Jahr, ein "research" Master (z.B.MPhil/MRes) anderthalb bis drei Jahre. Zu den Masters Degrees zählen:

  • MA (Master of Arts)
  • MSc (Master of Science)
  • MPhil (Master of Philosophy)
  • Mlitt (Master of Letters)
  • LL.M. (Master of Law)
  • MRes (Master of Research)

Der Sonderfall: Master of Business Administration (MBA)

Für den MBA muss man ein anderthalb bis zweijähriges Aufbaustudium durchlaufen. Meist reicht ein guter Hochschulabschluss für die Zulassung nicht. Eine mindestens dreijährige Berufserfahrung im mittleren Management kommt hinzu.

Doktorandenprogramme

Nach deinem Master beginnt die eigentliche Forschung. Zulassungsvoraussetzung für die drei- bis fünfjährigen Doktorandenprogramme mit dem Abschluss PhD (Doctor of Philosophy) oder MD/DM (Doctor of Medicine) ist in der Regel ein Master oder ein hervorragender Bachelor. Das Doktorandenprogramm schließt mit einer Doktorarbeit, der PhD-Thesis und Prüfungen ab.

Habilitation

Die Habilitation gibt es im britischen Hochschulsystem nicht. Höhere Doktorgrade verleihen die Hochschulen entweder als Ehrentitel oder für wissenschaftliche Veröffentlichungen.

nach oben

Alle Website-Inhalte sowie die Community gibt es auch als App für Android und Apple.

Tipps fürs Studium und

Infos zu Top-Unis - einmal

monatlich in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren