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Unterhaltspflicht der Eltern

Sind Eltern verpflichtet, Unterhalt zu zahlen?

Das ist keine ganz einfache Frage. Prinzipiell müssen Eltern ihre Kinder während der sogenannten "Erstausbildung" finanziell unterstützen, solange sie noch nicht 25 Jahre alt sind und kein eigenes Einkommen haben. Die Eltern haben dabei die Wahl zwischen dem Unterhalt in Bar oder dem in Naturalien – sprich Kost und Logis. Liegt die Uni weiter als eineinhalb Stunden Fahrzeit entfernt (einfache Strecke), gilt "Hotel Mama" nach einem Urteil des OLG Celle als "unzumutbar" . In diesem Fall hat das studierende Kind Anspruch auf bis zu 735 Euro im Monat, die anteilig nach ihrem Einkommen von beiden Elternteilen bezahlt werden müssen. Bei dieser Summe handelt es sich allerdings nur um einen empfohlenen Regelsatz. Bei der tatsächlichen Höhe der Unterhaltspflicht werden verschiedene Faktoren berücksichtigt.
Wenn du zum Beispiel neben dem Studium arbeitest und dein eigenes Geld verdienst, können deine Eltern ihre Zuschüsse reduzieren oder ganz einstellen. Als "eigenes Einkommen" zählen abgesehen von dein Einkünften aus Nebenjobs und bezahlten Praktika, zum Beispiel auch Stipendien, BAföG und Kindergeld.

Am besten besprichst du mit deinen Eltern schon bevor du zu studieren beginnst, inwieweit sie dich finanziell unterstützen können und möchten. Wenn es hart auf hart kommt, kann kannst du deinen Unterhalt zwar auch einklagen. Das Beispiel eines e-fellows, der seine Eltern verklagt hat, zeigt allerdings, wie schwer dieser Schritt ist und welche emotionalen Hürden auf dem juristischen Weg problematisch werden können:

"Ich habe den Unterhalt bei meinem Vater eingeklagt, mir wurden mittels einstweiliger Verfügung 670 Euro zugesprochen. Allerdings ist es nicht so leicht, mal eben so seine Eltern zu verklagen. Ich wollte das Verhältnis zu meinem Vater nicht komplett zerstören. Deswegen haben wir uns – nachdem die einstweilige Anordnung kam – an einen Tisch gesetzt und er hat mir gesagt, er kann mir jeden Monat 400 Euro geben. Das war dann für mich ok und unsere Beziehung blieb einigermaßen intakt. Er sagte nämlich, wenn ich das ganze weitertreibe, muss ich mich zuhause nicht mehr sehen lassen. Mittlerweile erscheint es mir aber lächerlich, da er mir zwar 375 Euro überwiesen, das Kindergeld aber selbst behalten hat. Und 25 Euro hat er nachträglich noch einkassiert, weil er meinte, ich nutze ja auch mal sein Auto und das wäre mein Beitrag zur Versicherung. Insgesamt hat er also eigentlich nur 200 Euro jeden Monat an mich gezahlt ... Aber glaubt mir, irgendwann lohnt sich der Stress nicht mehr. Dann nimmt man das, was man kriegen kann und geht dann eben arbeiten. Und es hat dann ja auch gereicht. Natürlich würde ich das bei meinen Kindern anders machen und habe daraus gelernt."

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Kommentare (5)

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  1. Anonym

    "Ok, wenn man dann aber auch freigestellt ist von jeglicher Verpflichtung ggü. dem Vater bzgl. Altersvorsorge/Pflege? Wozu ein Kind, das eine gute Ausbildung und Job hat? Der Vater ist einfach dumm und geizig." Ist man nicht, wurde auch schon von Gerichten festgestellt. Egal wie schlecht das Verhältnis ist, sobald da Kosten vom Pflegeheim etc. kommen werden die Kinder zur Kasse gebeten. Ende Gelände.

  2. Anonym

    Ich beneide jeden Studenten, der sorgenfrei Studieren kann. Ich bekam 400€ von den Eltern und arbeitete nebenbei. Dabei machte ich mir jedoch einen enormen Leistungsdruck, da ich wusste, dass meine Eltern deshalb jeden Cent dreimal umdrehen mussten. So ein Schnellstudium macht keinen Spaß...

  3. Anonym

    Meine Eltern sagen immer, ihre Eltern hätten ihnen damils ihr Studium finanziert und jetzt geben sie das gerne an mich weiter. Ich weiß es sehr zu schätzen, dass ich mich so komplett frei von finanziellen Sorgen auf mein Studium konzentrieren kann. Trotzdem arbeite ich nebenher, teils wegen der Erfahrung, teils um mir etwas Luxus leisten zu können ohne deswegen ein schlechtes Gewissen zu haben

  4. Anonym

    "Er sagte nämlich, wenn ich das ganze weitertreibe, muss ich mich zuhause nicht mehr sehen lassen." Ok, wenn man dann aber auch freigestellt ist von jeglicher Verpflichtung ggü. dem Vater bzgl. Altersvorsorge/Pflege? Wozu ein Kind, das eine gute Ausbildung und Job hat? Der Vater ist einfach dumm und geizig.

  5. Anonym

    "Er sagte nämlich, wenn ich das ganze weitertreibe, muss ich mich zuhause nicht mehr sehen lassen." Ok, wenn man dann aber auch freigestellt ist von jeglicher Verpflichtung ggü. dem Vater bzgl. Altersvorsorge/Pflege? Wozu ein Kind, das eine gute Ausbildung und Job hat? Der Vater ist einfach dumm und geizig.