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Kommt es vor, dass Klienten Sie zu jung für den Job finden?

Ja, das kommt schon mal vor. Wir bekommen viele Tipps, wie man am besten mit solchen Situationen umgeht. Aber man arbeitet ja immer im Team mit erfahrenen Kollegen und oft wird die frische Perspektive und das besondere Engagement von Uniabsolventen besonders geschätzt. Das Alter ist sehr schnell kein Thema mehr, sobald der Klient merkt, dass ich das gemeinsame Projekt voranbringe und einen wertvollen Beitrag leiste.

Was war Ihr spannendstes Projekt bisher?

Eine schwierige Frage – ich hatte bisher nur sehr spannende Projekte. Das spannendste von allen war aber ein größeres Strategieprojekt. Ich mache erstens sehr gerne Strategieprojekte, weil ich über das große Ganze nachdenken und eine längerfristige Strategie entwickeln kann. Zweitens hatte ich auf diesem Projekt außerordentlich viel Klienteninteraktion und viel Verantwortung. Damit waren die beiden Komponenten abgedeckt, die mir am wichtigsten sind.

Insgesamt ist unser Arbeitsumfeld einfach sehr spannend. Wir machen Projekte im Ausland, arbeiten in internationalen Teams, lernen viele interessante Leute kennen und haben die Möglichkeit, uns unsere Projekte selbst auszusuchen. Das macht alles in allem extrem viel Spaß.

Und was war Ihre größte Herausforderung?

Der allgemeine Umstand, dass immer schon der nächste Schritt kommt, sobald man das Gefühl hat, etwas zu beherrschen. Man wird ständig gefördert und gefordert, aus seiner Comfort Zone herauszutreten. Tag für Tag gibt es neue Aufgaben, die einen herausfordern – das ist es aber, was ich so spannend an meiner Arbeit finde.

Welche drei Fragen sollte ein Bachelor-Absolvent sich stellen, wenn er darüber nachdenkt, als Junior Fellow bei McKinsey einzusteigen?

Die erste Frage stellt sich eigentlich jedem Bachelor-Absolventen: Möchte ich nach dem Bachelor schon anfangen zu arbeiten? Möchte ich mich jetzt schon dazu verpflichten, mehrere Jahre zu arbeiten, bevor ich noch einmal an die Uni zurückkehre? Das war auch für mich die Kernfrage, denn das Leben verändert sich durch diesen Schritt schon sehr.

Nachgelagert sollte man sich überlegen: Möchte ich in der Unternehmensberatung arbeiten? Dafür spricht, dass man in der Unternehmensberatung extrem viele Aufgaben und Industrien kennenlernt – und gerade nach dem Bachelor weiß man ja noch gar nicht so richtig, was die Welt alles zu bieten hat. Besonders für junge Absolventen ist die Unternehmensberatung daher in meinen Augen ein super Einstieg.

Im letzten Schritt sollte man sich die Frage stellen, ob einem die tägliche Arbeit als Consultant liegen würde. Hier würde ich jedem empfehlen, ein Praktikum zu machen, um das Beraterleben für ein paar Monate auszuprobieren und herauszufinden, wie einem die Arbeit im Consulting persönlich gefällt. Man sagt ja zum Beispiel, dass die Arbeitszeiten sehr intensiv sind, und natürlich ist Beratung kein Nine-to-five-Job. Ich persönlich finde jedoch, wenn man an Themen arbeitet, die einen wirklich interessieren und bei denen man sich persönlich weiterentwickelt, dann kommt einem ein solcher Arbeitstag gar nicht mehr so lange vor – das ist jedoch ein Aspekt der Arbeit, den jeder für sich persönlich austesten sollte. Ein weiterer Aspekt wäre das viele Reisen, das muss man einfach mögen.

Wie geht es nach dem Junior-Fellow-Einstieg für Sie weiter?

Ich werde noch einmal zurück an die Uni gehen. Deswegen werde ich in anderthalb Jahren an unserem Leave-Programm teilnehmen und einen MBA in den USA starten. Danach plane ich dann aber auf jeden Fall, wieder zu McKinsey zurückzukehren.

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