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Von Daten lernen heißt besser lernen

Talent Meets Bertelsmann 2018 [Quelle: Bertelsmann]

Quelle: Bertelsmann

Das Kursangebot einer Online-Lernplattform datengetrieben verbessern – dieser Herausforderung stellten sich bei "Talent Meets Bertelsmann 2018" die Teilnehmenden im Workshop von Tine und Daniel. Im Interview verraten die beiden Workshopleiter, welche Rolle Data-Talente bei Bertelsmann spielen und wie du dich im nächsten Jahr selbst bei TMB hervortun kannst.

Sie haben beim diesjährigen Netzwerk-Event "Talent Meets Bertelsmann" (TMB) einen der sieben Workshops geleitet. Warum haben Sie sich entschieden, als Workshopleiter mitzumachen?

Tine: Daniel und ich waren 2008 beziehungsweise 2016 selbst Teilnehmende bei "Talent Meets Bertelsmann" und konnten von der Erfahrung persönlich und für unsere Karriere profitieren. Für mich war es eines der besten Events, an denen ich während meiner Studienzeit teilgenommen habe.

Außerdem arbeiten wir derzeit beide in Berlin bei Udacity, einer Online-Lernplattform für Tech-Skills, die auch eine Bertelsmann-Beteiligung ist. Daher war es für uns eine leichte Entscheidung, selbst einen Workshop zu organisieren und den Teilnehmenden Einblicke in die Arbeitsweise und Herausforderungen von Udacity zu geben. Zudem ist es für uns eine großartige Gelegenheit, frische Perspektiven von jungen Talenten zu bekommen, die Dinge oft aus ganz anderen Blickwinkeln betrachten.

Worum ging es in Ihrem Workshop?

Tine: "Talent Meets Bertelsmann" stand in diesem Jahr ganz unter dem Motto "data-driven innovation". Als Lernplattform arbeitet Udacity tagtäglich mit einer Menge von Daten: Unsere Gruppe hatte die Herausforderung, zu erarbeiten, wie wir Daten effektiver nutzen können, um die Abschlussraten der Online-Kurse zu erhöhen und die Lernerfahrung weiter zu verbessern.   

Mit echten Datenpunkten haben die Teilnehmenden im Workshop eine neue Lösung aufgezeigt, um sicherzustellen, dass jeder auf dem richtigen Level mit dem Lernen beginnt und sein Lernverhalten während der Lernphase berücksichtigt wird. Die Teilnehmenden haben also an einem realen Projekt von Udacity gearbeitet.

Woher kam die Idee für dieses Thema?

Tine: Udacity hat als Online-Lernplattform zum Ziel, genau die technischen Fähigkeiten praxisnah zu vermitteln, die aktuell am Arbeitsmarkt benötigt werden: so zum Beispiel Machine Learning, Data Science oder Künstliche Intelligenz. Wir arbeiten mit Industrieunternehmen wie Google, IBM oder Facebook zusammen, um Kurse zu entwickeln, die dieses Wissen anhand von realen Projekten vermitteln. Doch im Vergleich zum Präsenztraining sind die Abschlussraten beim Online-Learning immer noch geringer, auch bei Udacity.

Daniel leitet das Marketing in Europa und ich kümmere mich um den Aufbau des B2B-Geschäfts. Aber unser Marketing kann noch so gut sein – am Ende muss der Kunde zufrieden sein und den Lernerfolg erreichen, den er sich gewünscht hat. Daher ist es essenziell, Daten zu nutzen, um gezielter auf die Nutzerbedürfnisse einzugehen und Lernpfade effizienter zu gestalten. Denn zufriedene Nutzer erwerben weitere Kurse und empfehlen diese auch ihren Freunden und Bekannten.

Glauben Sie, dass die im Workshop generierten Ideen ihren Weg ins Unternehmen finden und dort weiterverfolgt werden?

Tine: Die entwickelte Lösung war innovativ und gleichzeitig pragmatisch, sodass Teile davon sicher umgesetzt werden. Wir haben die Ideen der Abschlusspräsentation mit dem Headquarter in Mountain View, Kalifornien, geteilt. Dort war man beeindruckt von der Präsentation und wird sie in der weiteren Produktentwicklung berücksichtigen.

Welchen Stellenwert hat das Thema Data bei Udacity? An welchen Herausforderungen arbeiten Sie gerade?

Daniel: Das Thema Data hat auf den unterschiedlichsten Ebenen einen sehr hohen Stellenwert. Zunächst einmal ist Data Science einer der großen Schwerpunkte in unserem Lernportfolio und  bei Studierenden wie Unternehmen eines der gefragtesten Angebote. Wir ermöglichen einerseits kompletten Data-Anfängern, die ersten Grundlagen praxisnah zu erlernen und diese direkt im Job anzuwenden. Andererseits können sich auch Fortgeschrittene die Tools für komplexe Big-Data-Probleme aneignen.

Darüber hinaus werden Entscheidungen im Unternehmen sehr datengetrieben getroffen, insbesondere wenn es um die Konzeption der Kurse und der enthaltenen Praxisprojekte geht oder um den Betrieb unserer Community- und Support-Angebote. Auf dem Weg zum Abschluss messen wir die Aktivität unserer Lernenden zu jeder Zeit und schauen genau, wie sie mit den Inhalten und dem Produkt interagieren. Daher können wir sehr früh erkennen, ob jemand mehr Hilfe benötigt oder ob die Lektionen zum gewünschten Lernerfolg führen.

Was war Ihr bisher liebstes Data-Projekt und warum?

Daniel: Ein plakatives Beispiel dafür, wie wir als Bildungsanbieter selbst lernen und die Lernerfahrung unserer Studierenden verbessern, ist unser sogenanntes "Lesson Feedback". Nach jeder Lektion werden die Lernenden gefragt, wie hilfreich die Einheit für sie persönlich war. Zum einen werden sie gebeten, mit Klick auf ein entsprechendes Emoticon die Einheit als positiv, neutral oder negativ zu beurteilen. Zum anderen können sie uns Feedback geben, wie wir den Inhalt und die Präsentation noch besser gestalten können. Allein 2017 haben wir so knapp 1,6 Millionen Bewertungen erhalten und direkt an unsere Inhalteentwickler und Dozentinnen weitergegeben, die das Material entsprechend verbessern. Dank dieses ständigen Verbesserungsprozesses ist die Zufriedenheit der Studierenden seit Einführung dieser Feedback-Schleife kontinuierlich gestiegen.  

Wie sehen Sie das E-Learning in zehn Jahren und welche Rolle spielt das Thema Data dabei?

Daniel: E-Learning-Angebote wachsen stark und ich bin davon überzeugt, dass sie dies auch in den nächsten zehn Jahren tun werden. Aufgrund des rasanten technologischen Wandels wird lebenslanges Lernen zur Normalität werden. Ein Großteil dieses Lernens wiederum wird digital stattfinden, insbesondere nach der klassischen Erstausbildung. Technologien wie Künstliche Intelligenz werden uns helfen, die Angebote noch persönlicher zu gestalten. Heute laufen viele Kurse noch sehr linear ab – jedem Lernenden werden dieselben Inhalte und Aufgaben präsentiert, ohne dabei individuell auf Vorerfahrung, Lernpräferenzen und Erfolg eingehen zu können. Da wird, glaube ich, in Zukunft eine ganze Menge passieren, sodass wir all die Datenpunkte, die uns zur Verfügung stehen, noch viel besser nutzen, um Motivation und Lernerfolg zu erhöhen.

Sie haben beide selbst vor einigen Jahren als Teilnehmer bei TMB mitgemacht. Wie haben Sie das Event damals erlebt und was hat es Ihnen gebracht?

Daniel: Kaum zu glauben, aber mein erstes TMB ist mittlerweile zehn Jahre her. Ich habe seitdem an einer Reihe von Recruiting- und Karriere-Events anderer Unternehmen teilgenommen, aber kein Event hat mich so nachhaltig begeistert und beeindruckt wie TMB. Die Fallstudie und die Präsentation vor einer Topmanagement-Jury auf großer Bühne war natürlich sehr aufregend. Zugleich war der Kontakt mit den anderen Teilnehmenden und über hundert Unternehmensvertretern super ungezwungen, bereichernd und hat mein Netzwerk bis heute gestärkt. Für mich ging es zwei Jahre nach dem Event zu Gruner + Jahr, erst für ein Trainee-Programm und im Anschluss für eine Vorstandsassistenzstelle. Nach meinem MBA in Stanford 2016 bin ich dann über das Entrepreneurs-Programm zurück zu Bertelsmann gekommen und im Anschluss bei Udacity eingestiegen – erst in Kalifornien und nun in Europa.

Tine: Ich habe 2016 an TMB teilgenommen und damals mit meiner Gruppe den 1. Preis und eine Reise nach New York gewonnen. Meine Erwartungen wurden vollkommen übertroffen und ich bin immer noch mit den Teilnehmenden aus meiner Gruppe in Kontakt. Ganz persönlich hat mir "Talent Meets Bertelsmann" die Tür zu meinem (Traum-)Job bei Udacity eröffnet. Jedes Jahr zurückzukehren fühlt sich an wie eine große Familienfeier. Ich freue mich immer sehr, Teilnehmende und Mitarbeitende aus den verschiedenen Divisionen wiederzusehen.

Was würden Sie e-fellows, die sich für TMB interessieren, mit auf den Weg geben: Wie nimmt man vom Event am meisten mit, wie tut man sich positiv hervor?

Daniel: Seid offen und neugierig! Unternehmens-Websites und Stellenausschreibungen sind sehr eindimensional, aber Events wie TMB machen es aufgeschlossenen Teilnehmenden leicht, mit Vertretern verschiedener Geschäfte, Funktionen und Hierarchieebenen sehr locker ins Gespräch zu kommen. Nutzt die Gelegenheit, alle eure Fragen zu stellen. Dann erhaltet ihr einen ehrlichen Eindruck von den typischen Jobs, aber auch von den Menschen und der Kultur im Unternehmen.

Interessierte und aufgeschlossene Teilnehmende sind für mich ebenfalls die, die sich am positivsten hervortun. Alle Kandidaten, die zum Event eingeladen werden, sind bereits durch einen Selektionsprozess gelaufen. Von daher versuche ich, während der Veranstaltung die Menschen hinter dem Lebenslauf kennenzulernen, nicht die Datenpunkte auf dem Papier. Und das geht am besten im ehrlichen, angeregten Dialog, nicht im Verkaufsgespräch.  

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