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Kleinvieh macht auch Mist

"Gar nicht mehr fliegen, schaffe ich auch nicht"

Wie viele Deutsche liebe ich es, zu reisen und die Welt zu entdecken. Je weiter weg, desto besser. Ich war schon in Brasilien, Südafrika und den USA. Es war für mich ein Schock, als mir klar wurde, wie schädlich Fliegen für das Klima ist. Allein mit dem Hin- und Rückflug nach San Francisco überschreitet man das Doppelte seines klimaverträglichen Jahresbudget an Treibhausgasen. Ich esse kein Fleisch, aber selbst das würde den immensen Schaden von Fernflügen nicht aufwiegen. Mit Fliegen nutzen wir unser Geld und unsere Privilegien, die andere nicht haben, tragen zum Klimawandel bei und zerstören so die Existenzgrundlage für Menschen, die nicht das Glück hatten, in Deutschland geboren zu werden.
Gar nicht mehr ins Flugzeug zu steigen, schaffe ich aber auch nicht. Zumindest ist es mir in den vergangenen fünf Jahren gelungen, nur noch einmal im Jahr zu fliegen – nie weiter als Istanbul, wo ich Erasmus gemacht habe – und jeden Flug zu kompensieren. Wirklich tabu sind für mich Inlandsflüge. Ich will nicht ausschließen, dass ich irgendwann mal wieder eine Fernreise mache. Aber ich war schon zweimal in Südafrika und noch nie in Tschechien und Dänemark – irgendwie verrückt, oder?

Sören Götz, Redakteur in der Ressortgruppe Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

"Regionales und saisonales Obst, unverpackt"

Ich habe noch keine Wale gerettet, keine Brunnen gebohrt und auf mein Auto möchte ich nach reiflicher Überlegung auch nicht verzichten. Dafür trage ich dem Umwelt- und Klimaschutz, dem umsichtigen Miteinander mit vielen kleinen Dingen Rechnung. Kleine Dinge, die jeder von uns für sich finden kann.

  • In Hofläden vor Ort kommt regionales und saisonales Obst und Gemüse weitgehend verpackungslos in meinen Korb. Schmutzige Teile werden in Zeitungspapier gewickelt, der Eierkarton wiederbefüllt.
  • Wurst und Fleisch gibt es beim Metzger zwei Orte weiter. Er bezieht es von einer regionalen Genossenschaft, die alte Rassen züchtet und artgerechte Haltung zur Bedingung macht. Automatisch esse ich so noch weniger Fleisch, denn ich fahre nur, wenn es sich lohnt oder ich sowieso in der Nähe des Ortes zu tun habe.
  • Seit drei Jahren trinke ich daheim Leitungswasser. Dazu kommt kalter Tee und Kaffee, den ich in einer kleinen regionalen Familienrösterei kaufe.
  • Shampoo kaufe ich bei meiner Friseurin, weil es konzentrierter ist und ich deshalb viel weniger Flaschen brauche. Die Flasche kann ich wieder auffüllen lassen.
  • Habe ich meinen Korb vergessen, nehme ich im Laden eine PET-Recyclingtasche mit. Sie sind unglaublich stabil und ich verwende sie jahrelang für alles Mögliche.

Nichts davon mache ich dogmatisch, aber eben fast immer. Und das schon seit Jahren.

Ulrike Rosina, Redakteurin Community bei ZEIT ONLINE

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