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Lohnt sich die Weiterbildung und welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Laut Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) werden Weiterbildungen beliebter. Im Jahr 2006 haben ungefähr 43 Prozent der 19- bis 65-Jährigen an mindestens einer Weiterbildungsveranstaltung teilgenommen, zwei Prozent mehr als noch 2003. Kompakte Wissensvermittlung steht dabei hoch im Kurs: Über die Hälfte der absolvierten Weiterbildungen waren eintägige Veranstaltungen wie Tagungen und Vorträge. Immerhin ein Viertel der Befragten nahm an Weiterbildungen teil, die mehrere Wochen oder Monate dauerten. Besonders gefragt war die Erweiterung von Sprach- und Computerkenntnissen.

"Ich hab studiert, das muss reichen"?

Im Berufsleben verändern sich Technologien und Anforderungen an die Beschäftigten immer schneller. Die Kenntnisse aus Schule und Studium sind zum Teil schon nach zwei Jahren veraltet - das technische Wissen zum Beispiel verdoppelt sich in dieser Zeit. In einer theoretischen Ausbildung lernt man also hauptsächlich noch Basiswissen, die wesentlichen Kenntnisse eignet man sich in Zukunft im oder neben dem Job an.

Hochqualifiziert, jung und männlich

Aber nicht in allen Bildungsschichten ist das Interesse an Weiterbildung gleich hoch. So haben verschiedene Studien gezeigt, dass der "typische" Teilnehmer einer Weiterbildung vier Eigenschaften in sich vereint: Er ist bereits hochqualifiziert, jung, männlich und hat die deutsche Staatsangehörigkeit. Mit Weiterbildung wird also vor allem in die zukünftige Führungsriege investiert. Junge Akademiker haben zum einen mehr Interesse an ihrem beruflichen Fortkommen, zum anderen zeigen auch die Firmen eine höhere Bereitschaft, in diese Zielgruppe zu investieren.

Wie finanziere ich meine Weiterbildung?

Viele große Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern eine umfangreiche Auswahl an Weiterbildungsmaßnahmen, die manchmal kostenlos sind oder vom Unternehmen teilweise mitfinanziert werden. Ob und wie die Firma dich unterstützt, ist Verhandlungssache und wird im Einzelfall entschieden. Einige Beispiele: KPMG-Mitarbeiter können sich zum Steuerberater weiterbilden, bei Freshfields gibt es fachspezifische Kurse und Management-Seminare für die Anwälte. Und Mitarbeiter, die einen MBA absolvieren, werden zum Beispiel bei McKinsey und Roche gefördert. Aber es gibt auch bundesweite und regionale Förderprogramme, über die man eine individuelle Weiterbildung bezuschussen kann. Mit dem Bildungsscheck werden zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg Teile der Kursgebühren übernommen. Manchmal zahlt der Staat sogar die gesamte Teilnahmegebühr. Außerdem kannst du Weiterbildungen auch steuerlich geltend machen.

Wann lohnt sich Weiterbildung?

Studien haben gezeigt, dass Arbeitssuchende, die sich weiterqualifizieren, leichter wieder eine Stelle finden. Doch auch für Beschäftigte lohnt sich das Engagement: In der nächsten Gehaltsverhandlung kannst du die Zusatzqualifikation als wichtiges Argument anbringen. Allerdings sind sich die Wissenschaftler nicht einig, wie hoch die Gehaltssteigerung nach einer Fortbildung im Durchschnitt ausfällt. Während manche Studien von bis zu acht Prozent Gehaltssteigerung sprechen, sind es laut dem Schweizer Ökonom Michael Gerfin nur ungefähr zwei Prozent. Besonders gut für den Geldbeutel ist es, wenn eine Zusatzqualifikation den Zugang zu einem anderen Job ermöglicht - denn mit einer neuen Stelle ist oft ein Gehaltssprung verbunden.

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