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Berufseinsteiger, spart mehr!

Geld, Reichtum, Verschwendung [Quelle: unsplash.com, Autor: Marco Xu]

Quelle: unsplash.com, Marco Xu

Um für das Alter - liegt es in noch so ferner Zukunft - vorzusorgen und ein Vermögen aufzubauen, muss man weder besonders alt sein noch besonders viel Geld haben. Stattdessen gilt: "Früh übt und lohnt sich" und vor allem, dass sich Ausdauer auszahlt.

Das Gros an Aktionären und Aktienfondsbesitzern entfällt nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts (DAI) auf Menschen im Alter von über 50 Jahren oder mit einem Nettoeinkommen von über 3000 Euro im Monat. Nach den Zahlen des Instituts sind dagegen nur 10,5 Prozent in der Altersgruppe zwischen 14 und 39 Jahren Aktionäre.

Dabei sind gerade die frühen Jahre ideal, um Risiken in der Vermögensbildung einzugehen. Vor allem, wenn der Anlagehorizont weiter ist, als der mit 40 oder 50 Jahren. Eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung hat erst kürzlich offengelegt, dass man im Alter risikoscheuer wird. Eine langfristige Geldanlage ist aber im Gegensatz zu einer kurzfristigen eher imstande, die Auf- und Abschwünge an den Finanzmärkten abzufedern. Anleger, die ihr Geld vor 25 Jahren in globale Aktienfonds investierten, konnten mit einer jährlichen Rendite von 6,9 Prozent rechnen, trotz Dotcom- und Finanzkrise.

Der Zinseszinseffekt

Ein weiterer guter Grund, möglichst früh mit der Geldanlage zu beginnen, ist der Zinseszinseffekt. Dieser Effekt entsteht, wenn die Gewinne der Geldanlage wieder angelegt werden, anstatt ausgegeben zu werden. In der Fachsprache wird dieser Prozess auch Thesaurierung genannt. Ein Meister des Zinseszinseffektes, der angeblich von Albert Einstein als das achte Weltwunder bezeichnet wurde, ist der Investor Warren Buffett. Rund 80 Prozent seines Vermögens erzielte der Großinvestor innerhalb der letzten 20 Jahre. Dass Berufsanfänger von Zinseszinseffekten in den Milliarden-Dimensionen eines Warren Buffett nur träumen können, bestreitet niemand.

Dass aber auch ein Berufseinsteiger mit einem Nettoverdienst von 2000 Euro vom Zinseszins profitieren kann, soll ein einfaches Rechenbeispiel verdeutlichen: Wer über einen Zeitraum von 30 Jahren jeden Monat 100 Euro zu einer jährlichen Rendite von fünf Prozent angelegte, hat im Laufe der drei Jahrzehnte insgesamt 82 000 Euro erwirtschaftet. Dabei wurden aber nur 36 000 eingezahlt. Wer sich aber erst mit 50 Jahren reif genug für eine Anlage am Aktienmarkt fühlt, der muss für den gleichen Ertrag wesentlich tiefer in die Tasche greifen.

Eine frühe und langfristige Geldanlage lohnt sich auch aufgrund der jährlichen Renditen von Aktieninvestments. Das DAI errechnete für einen Anlagehorizont von 15 Jahren bis heute eine Rendite von 10,5 Prozent. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld ließ sich dagegen im vergangenen Jahr über eine traditionelle Sparanlage auf dem Festgeldkonto nur eine Rendite von 0,18 Prozent erzielen. Im wirtschaftlichen Sprachgebrauch nutzt man für Entscheidungen dieser Art den Begriff der Opportunitätskosten: Es handelt sich für Anleger um entgangene Erlöse, die dadurch entstehen, dass man die Möglichkeit einer Anlage nicht in Betracht zieht und sein Geld auf dem Tagesgeldkonto parkt - ohne nennenswerten Zins und damit ohne eine Rendite.

Wie viel Risiko bin ich bereit einzugehen?

Worin legt ein Berufsanfänger aber am besten sein Geld an? Uta-Bettina von Altenbockum vom Deutschen Aktieninstitut empfiehlt, vor der Geldanlage in Wertpapiere zunächst eine Rücklage von zwei bis drei Monatsgehältern für Notfälle zu bilden. Wenn die Basisabsicherung gegeben sei, könne ein Teil der Ersparnisse in Aktien investiert werden. "Aktien kurzfristig verkaufen zu müssen, ist immer schlecht", sagt von Altenbockum. Im Zweifel müsste man diese dann mit Verlusten veräußern. Bei Aktieninvestments sei eine langfristige Anlegerperspektive entscheidend.

Sind diese Rücklagen geschaffen worden, geht es im nächsten Schritt darum, sein Geld sinnvoll anzulegen. Man sollte sich aber zunächst einige Fragen stellen: Wie viel Geld kann ich ohne größere Einschnitte monatlich zur Seite legen? Wie viel Risiko bin ich bereit einzugehen? Verwalte ich mein Vermögen lieber selbst, oder lasse ich mein Vermögen verwalten? Eine Faustformel für die perfekte Geldanlage als Berufseinsteiger oder junger Mensch gibt es nicht. Sie variiert je nach Risikoneigung und persönlichen Interessen. Für Finanzmarktneulinge bietet sich jedoch ein Sparplan in ETF (Exchange Traded Funds) an. ETF sind indexbasierte Fonds, welche die Wertentwicklung von Indizes wie dem Dax oder dem S& P 500 kopieren. Über einen Sparplan kann monatlich mit einem bestimmten Betrag in einen ETF investiert werden. Dabei existieren Sparpläne schon ab einem monatlichen Betrag von 25 Euro.

Weil die Werte der Indizes eins zu eins von den ETF abgebildet werden und keiner speziellen Anlagestrategie nachgehen, sind sie günstiger als aktiv verwaltete Fonds. Ein zusätzliches Argument für ETF ist ihre bessere Wertentwicklung im Gegensatz zu aktiv verwalteten Fonds. Zahlreiche Studien haben nachgewiesen, dass die passiven Indexfonds besser abschneiden als die meisten Fondsmanager. Eugene Fama hat für die "Theorie der effizienten Märkte" sogar den Wirtschaftsnobelpreis erhalten, welche besagt, dass die Kurse an den Finanzmärkten alle Informationen widerspiegeln. Den Markt zu schlagen wird dadurch sehr unwahrscheinlich.

Niedrigere Kosten für ETF bedeuten für Anleger im Umkehrschluss auch eine höhere Rendite. ETF seien daher auch beliebter bei jüngeren Menschen, meint Thomas Dwornitzak, der den Bereich Wertpapiere bei der ING-Diba leitet. "Anleger unter 30 Jahren investieren überdurchschnittlich stark in Sparplänen auf ETF", sagt Dwornitzak. Im Schnitt legen sie 70 Euro pro Monat in marktbreite ETF wie den Weltaktienindex MSCI World, den Eurostoxx 600 oder den Dax an.

Jungen Menschen seien vor allem kostengünstige und breit gestreute Anlageformen wichtig, welche marktbreite ETF böten. "Menschen über 50 legen stärker in Einzelwerte an", sagt Dwornitzak. Das liege auch an dem steigenden Selbstbewusstsein der Älteren, den Markt zu schlagen. Es gehe vor allem um das Wissen, das die Anleger im Laufe der Jahre gesammelt hätten. Jüngere Personen seien dagegen nicht bereit, alles auf eine Karte oder eine Aktie zu setzen, und investierten daher breit gestreut. Dass aber auch Fondsverwalter eine gewisse Erfahrung mitbringen und selten den Markt schlagen, sollte dabei nicht in Vergessenheit geraten.

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