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Drei Gründe, freiwillig Single zu sein

Quelle: unsplash.com, Scott Umstattd

Es gibt sie, die zufriedenen Töpfe ohne Deckel, die Singles aus freien Stücken. Was hält sie in der selbstgewählten Einsamkeit, umgeben von glücklichen Paaren? Was unterscheidet sie von unglücklichen Suchenden? Profitiert ihre Karriere, ihr Bankkonto, ihre Freizeit, am Ende sogar ihr Sozial- und Sexualleben? Gründe und Vorteile eines Lebens zu eint.

Hätte der Erfinder des Kochtopfs gewusst, was er anrichtet – er hätte es sich hoffentlich anders überlegt. Jetzt aber wird die Menschheit regiert von einer Küchengerät-Analogie und sucht fieberhaft den einen Deckel, den jeder anständige Topf zu haben hat. Dass es neben Töpfen auch Woks gibt, die eine Abdeckung weder wollen noch brauchen, gehört für die meisten von uns ins Reich der exotischen Legenden.

Zurecht, sagen viele Statistiker, und warnen auf solider Datenbasis vor dem Modell "Leben ohne Deckel". Der iff-Überschuldungsreport 2016 weiß so zu berichten, dass 56 Prozent aller Überschuldeten Singles sind – Paare, Familien und Alleinerziehende hingegen machen gemeinsam weniger als die Hälfte aus. Kein Wunder, sagt das Statistische Bundesamt, und rechnet vor, wie teuer ein Singleleben ist: Ganze 39 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens berappen Alleinstehende allein fürs Wohnen, 14 Prozentpunkte mehr als Paare ohne Kinder.

Hinzu kommen große Mehraufwendungen bei Steuern und Versicherungen sowie kleine, aber ständige Geldfresser wie Einzelzimmeraufschläge und teure Single-Packungen im Supermarkt. Dass Alleinstehende diesen Luxus weniger lang als Paare finanzieren müssen, dürfte kaum trösten: In der Fachzeitschrift "Demographic Research" sagten tschechische Forscher Singles ein um bis zu neun (Männer) beziehungsweise sieben Jahre (Frauen) kürzeres Leben voraus.

Einsame Spitze, oder: Single für die Karriere

Umso interessanter die Frage, warum sich Menschen freiwillig fürs Single-Dasein entscheiden. Ein erstes Indiz liefert eine Studie des Wirtschaftswissenschaftlers Nikolai Roussanov an der Universität Pennsylvania: Seine Studie "Marriage and Managers' Attitudes to Risk" untersuchte das Führungsverhalten von 1.500 Vorstandsvorsitzenden und wies nach, dass alleinstehende Manager die erfolgreicheren sind. Der Grund: Sie sind risikofreundlicher, treffen weitreichendere Entscheidungen und handeln mit der nötigen Entschlossenheit, wo gebundene Manager in konservative Verhaltensmuster oder gar in Passivität verfallen. Im Ergebnis sind von Singles geführte Unternehmen jünger, wachsen schneller und freuen sich über eine drei Prozent höhere Aktienrendite.

Zwar hat Roussanov nicht untersucht, ob der Familienstand das Verhaltensmuster bedingt oder umgedreht. Doch es scheint zumindest nicht ausgeschlossen, dass Kommunikations- und Entscheidungsmuster in einer langjährigen Beziehung – sprich Konsens, Harmonie und Rücksichtnahme – auf das berufliche Handeln abfärben; und dass umgedreht das Single-Dasein, das Raum für Spontaneität und Risikonahme einräumt, zu besonders erfolgversprechenden Entscheidungsfindungsmechanismen befähigt.

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Unumstritten ist auch, dass Ungebundenheit eine größere zeitliche und geographische Flexibilität mit sich bringt – die wiederum keiner Karriere schadet. Wer ohne Abstimmung bis in die Nacht hinein arbeiten, den Studienplatz in Harvard oder die neue Stelle in Boston wahrnehmen kann, der hat schneller Gelegenheit, sich hervorzutun und hochzuarbeiten. Das bestätigt auch eine nicht-repräsentative Umfrage unter e-fellows.net-Stipendiaten und –Alumni. Von 60 teilnehmenden High Potentials gaben 15 gaben an, Single zu sein, um sich geographisch nicht festlegen zu müssen; acht Befragten war (unter anderem) der Beruf, 23 das Studium wichtiger als eine Beziehung. 

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