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Was verdiene ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter?

Einkaufswagen, Geld [Quelle: freeimages.com, Autor: Dioptria]

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Mit welchem Gehalt kann ein Doktorand rechnen? Was bringt ein Promotionsstipendium? Und was bekommst du für deine Dissertation bei einem Unternehmen?

Was verdienst du als wissenschaftlicher Mitarbeiter an deiner Uni während der Promotion? Wie fast überall gilt auch hier: Es kommt darauf an! Die Universitäten bezahlen ihre Angestellten nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L). Dieser ist in so genannte Entgeltgruppen eingeteilt. Im TV-L gehören Doktoranden der Stufe E13 an, die wiederum in einzelne Entgeltstufen unterteilt ist.

Mehr Gehalt als wissenschaftlicher Mitarbeiter mit Berufserfahrung

Beginnst du deine Promotion, ohne vorher einschlägige - das heißt fachlich relevante - Berufserfahrung gesammelt zu haben, wirst du der ersten Entgeltstufe zugeordnet. Bei einer vollen Stelle an einer Uni beispielsweise in Nordrhein-Westfalen verdienst du dann 3.517,36 Euro brutto im Monat. Bringst du mindestens ein Jahr Berufserfahrung in deinem Fachgebiet mit, steigst du mit 3.904,10 Euro brutto im Monat direkt auf Stufe 2 ein. Insgesamt ist E13 in fünf einzelne Stufen unterteilt. Höher als Stufe 2 oder 3 steigen Doktoranden in der Regel jedoch nicht auf. Denn die Anzahl der Jahre, die sie in einer Stufe bleiben, erhöht sich mit den Stufen: In Stufe 1 bleiben sie ein Jahr, in Stufe 2 zwei Jahre und so weiter.

Volle Stelle, halbe Stelle - West, Ost oder Berlin: Was verdiene ich wirklich?

Allerdings ist bei den Gehältern Vorsicht geboten! Denn was sich zunächst gar nicht so schlecht anhört, gilt nur für eine volle Stelle. Häufig haben Doktoranden jedoch nur eine halbe Stelle und verdienen entsprechend weniger. Und um das Ganze noch ein wenig komplizierter zu machen, gibt es eine ganze Reihe von verschiedenen Verträgen. Der TV-L ist in folgende Gebiete gegliedert:

  • West (Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein)
  • Ost (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) und
  • Berlin
  • Hessen ist ein Sonderfall, hier gilt der TV-H, der Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst des Landes Hessen.

Übersicht aller Gehaltsstufen des TV-L in den einzelnen Regionen

Zweite Möglichkeit: Promotionsstipendien

Bei den dreizehn großen Begabtenförderungswerken bekommen Promotionsstipendiaten monatlich 1.150 Euro und obendrauf noch eine Forschungskostenpauschale von monatlich 100 Euro. Haben sie bereits eine eigene Familie, gibt es noch mal 155 Euro Familienzuschlag sowie 155 Euro Betreuungspauschale für das erste Kind und 50 Euro für jedes weitere. Zusätzlich können sie Reisekostenzuschüsse, Zuschüsse zur Auslandskrankenversicherung oder die Übernahme von Sprachkursgebühren beantragen.

Promotionsstipendien: Uni oder Stiftung?

Viele Unis vergeben inzwischen eigene Promotionsstipendien, so zum Beispiel die Uni Hamburg, die Uni Kassel oder die TU Chemnitz. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft oder der DAAD und viele Stiftungen, wie beispielsweise die Bundesstiftung Umwelt, unterstützten Doktoranden ebenfalls finanziell. Viele weitere Promotions-Stipendien findest du in der Stipendiendatenbank.

 

Promotion bei einem Unternehmen

Bei Promotionen in Kooperation mit einem Unternehmen haben Naturwissenschaftler die Nase vorn. Für sie gibt es die meisten Stellen. Roche und Bosch fördern beispielsweise Dissertationen und bieten den Bewerbern befristete Mitarbeiterverträge oder Stellen als freie Mitarbeiter an. Ganz vorne mit dabei sind auch die großen Unternehmensberatungen: McKinsey stellt seine jungen Berater nach zwei Jahren bei fortlaufender Bezahlung ein Jahr lang für ihre Doktorarbeit oder einen MBA frei.

Zur Promotion ins Ausland?

In den USA und England funktioniert Promovieren häufig anders als in Deutschland. Denn dort gibt es mittlerweile viele PhD-Programme, für die die Kandidaten Stipendien oder Teilstipendien erhalten und daraus ihren Lebensunterhalt und die Studiengebühren finanzieren. Zwar unterrichten sie ähnlich wie ihre Kollegen in Deutschland häufig die jüngeren Studenten, richtig angestellt sind sie an der Uni aber meistens nicht. In der Schweiz verdienen Doktoranden zwischen 2.500 und 6.000 Schweizer Franken pro Monat (ca. 2.300 bis 5.500 Euro). Doch auch hier gilt: Die Doktoranden haben in der Regel keine volle Stelle.

Vergleichen lohnt sich

Fazit: Reich werden Doktoranden weder als wissenschaftliche Mitarbeiter an der Uni, noch in der Industrie oder als Stipendiaten. Je nach Fach lohnt es sich aber durchaus, die Verdienstmöglichkeiten zu vergleichen. Die beste Ausgangsposition bringen Naturwissenschaftler mit. Geisteswissenschaftler haben es hingegen schwer, eine Promotionsstelle in einem Unternehmen zu bekommen. Doch auch sie können vergleichen und so für die Romanistik-Promotion in München vielleicht mehr bekommen als in Potsdam.

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Kommentare (4)

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  1. Anonym

    stipendien

    bei stipendien muss man aber den krankenkassenbeitrag abziehen, was i.d.R. nochmal 180euro ausmacht, womit man meistens mit weniger als 900euro auskommen muss. daher sollte man in dem fall seinen doktorvater überzeugen noch eine HiWI Stelle draufzupacken, damit man dann auch sozial-/rentenversichert ist. desweiteren kann es passieren, dass der Doktorvater zwischendrin keine Mittel mehr hat und man mit nem HiWi Vertrag abgespeist wird, womit man gerade mal seine Miete bezahlen kann... daher vorher checken, wie es dem Labor finanziell geht und gerne fragen, ob die eigene stelle sicher ist.

  2. Anonym

    Promotionsgehalt in der Schweiz

    Das Gehalt ist in der Schweiz höher als oben angegeben. An der HSG gibt es Brutto 58.000 Franken im Jahr bei einer 70% Stelle. Netto bleiben davon fast 3.500 Franken im Monat übrig.

  3. Daniel

    so siehts aus

    gebe meinem Vorredner recht, volle Stellen sind sehr sehr selten. halbe stellen und manchmal 65% stellen die regel. arbeiten tut man aber meistens mehr als 8 stunden am tag und teilweise am wochenende.

  4. Philipp

    "Die beste Ausgangsposition bringen Naturwissenschaftler mit"??

    Also eigentlich sind bei Naturwissenschaften die halben Stellen Standard. Selten mal eine 3/4 Stelle. Bei den Ingenieuren sind volle Stellen die Regel. Vergleichen sollte man auch mal die durchschnittlichen Promotionszeiten. Für MINTler reichen nur sehr selten die 3 Jahre (außer Chemie/Biologie) für Physiker sind 4,5 Jahre Durchschnitt und für Ingenieure gar 5 Jahre und mehr.

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