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Was Mama und Papa ihren Großen zahlen

Spritze, Geldscheine [Quelle: Fotolia.com, Autor: Bjoern Wylezich]

Quelle: Fotolia.com, Bjoern Wylezich

Studieren ist teuer, BAföG bekommt nicht jeder, für einen Nebenjob bleibt oft keine Zeit. Viele Studenten sind deshalb auf die Unterstützung ihrer Eltern angewiesen. Aber müssen Mama und Papa eigentlich bei der Finanzierung helfen? Und wie viel Unterhalt wird durchschnittlich gezahlt?

An der Frage, ob Eltern ihre erwachsenen Kinder während des Studiums finanziell unterstützen sollen, scheiden sich die Geister. Mancher Student will keine Hilfe annehmen und sich selbst finanzieren, andere lassen sich monatlich mehr als 1.000 Euro überweisen - und sehen dies als selbstverständlich an. Auch bei den e-fellows gehen die Meinungen zum Thema auseinander.

Was die e-fellows kassieren

Zwei Umfragen in der Community aus den Jahren 2016 und 2017 zeigen, dass der größte Teil (21%) der über 900 Befragten zwischen 400 und 600 Euro Unterhalt pro Monat von seinen Eltern bekommt. Ein Fünftel bekommt 600 bis 800 Euro im Monat, 17 Prozent erhalten zwischen 200 und 400 Euro. Fürstliche Beträge über 1.000 Euro bekommen nur fünf Prozent der e-fellows. Am anderen Ende des Spektrums gaben 12 Prozent der Befragten an, unter 200 Euro Unterhalt von ihren Eltern zu bekommen.

Im Schnitt erhalten diejenigen e-fellows, die von Mama und Papa unterstützt werden, rund 540 Euro im Monat.

Höhe des monatlichen Unterhalts der Eltern [Quelle: e-fellows.net]

Warum bekommen manche mehr, manche weniger Unterhalt?

Aus den Kommentaren der e-fellows geht hervor, dass die unterschiedlich hohen Unterhaltszahlungen nicht nur mit der finanziellen Situation der eigenen Eltern, sondern auch mit der Studienstadt zusammenhängen. Beispielsweise muss in Städten wie München oder Hamburg ein höherer Betrag für die Miete eingeplant werden als in anderen Regionen. Auch die Höhe der Lebenshaltungskosten vor Ort spielt eine Rolle. Weitere Kriterien sind BAföG, Stipendien oder andere Gelder (z.B. aus Zinsen oder Mieten): Je mehr aus diesen Quellen ins studentische Portemonnaie fließt, desto weniger schießen Mama und Papa in der Regel zu.

Wenn Junior dagegen einem Nebenjob nachgeht, wird das von den meisten Eltern honoriert: Was dabei zusammenkommt, muss er nicht auf den elterlichen Unterhalt anrechnen, sondern darf es dazu verwenden, sich etwas zu gönnen. Beispielsweise werden dadurch Urlaube oder Bio-Produkte finanziert. Oft unterstützen Eltern ihre Kinder auch zusätzlich, wenn eine größere Investition, die Zahnarztrechnung oder ein Auslandssemester anstehen.

Sind Eltern verpflichtet, Unterhalt zu zahlen?

Was aber, wenn die Eltern nicht zahlen wollen, obwohl sie könnten? Der Anspruch auf BAföG entfällt bekanntlich ab einem gewissen Einkommen der Eltern. Diese sind laut Gesetz zur Zahlung von Unterhalt während der Erstausbildung ihrer Kinder verpflichtet, auch wenn diese schon volljährig sind. Voraussetzung für die Unterhaltspflicht ist darüber hinaus, dass die Kinder nicht mehr im Haus der Eltern wohnen und unter 25 Jahre alt sind. Der Unterhalt für studierende Kinder beträgt nach der Düsseldorfer Tabelle 735 Euro monatlich. Der Betrag verringert sich, wenn das Kind ein eigenes Einkommen hat.

Der folgende Kommentar eines e-fellows zeigt, dass die finanzielle Unterstützung durch die Eltern trotz der gesetzlichen Regelungen keine Selbstverständlichkeit ist:

"Ich habe den Unterhalt bei meinem Vater eingeklagt, mir wurden mittels einstweiliger Verfügung 670 Euro zugesprochen. Allerdings ist es nicht so leicht, mal eben so seine Eltern zu verklagen. Ich wollte das Verhältnis zu meinem Vater nicht komplett zerstören. Deswegen haben wir uns – nachdem die einstweilige Anordnung kam – an einen Tisch gesetzt und er hat mir gesagt, er kann mir jeden Monat 400 Euro geben. Das war dann für mich ok und unsere Beziehung blieb einigermaßen intakt. Er sagte nämlich, wenn ich das ganze weitertreibe, muss ich mich zuhause nicht mehr sehen lassen. Mittlerweile erscheint es mir aber lächerlich, da er mir zwar 375 Euro überwiesen, das Kindergeld aber selbst behalten hat. Und 25 Euro hat er nachträglich noch einkassiert, weil er meinte, ich nutze ja auch mal sein Auto und das wäre mein Beitrag zur Versicherung. Insgesamt hat er also eigentlich nur 200 Euro jeden Monat an mich gezahlt ... Aber glaubt mir, irgendwann lohnt sich der Stress nicht mehr. Dann nimmt man das, was man kriegen kann und geht dann eben arbeiten. Und es hat dann ja auch gereicht. Natürlich würde ich das bei meinen Kindern anders machen und habe daraus gelernt."

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Kommentare (3)

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  1. Anonym

    Meine Eltern sagen immer, ihre Eltern hätten ihnen damils ihr Studium finanziert und jetzt geben sie das gerne an mich weiter. Ich weiß es sehr zu schätzen, dass ich mich so komplett frei von finanziellen Sorgen auf mein Studium konzentrieren kann. Trotzdem arbeite ich nebenher, teils wegen der Erfahrung, teils um mir etwas Luxus leisten zu können ohne deswegen ein schlechtes Gewissen zu haben

  2. Anonym

    "Er sagte nämlich, wenn ich das ganze weitertreibe, muss ich mich zuhause nicht mehr sehen lassen." Ok, wenn man dann aber auch freigestellt ist von jeglicher Verpflichtung ggü. dem Vater bzgl. Altersvorsorge/Pflege? Wozu ein Kind, das eine gute Ausbildung und Job hat? Der Vater ist einfach dumm und geizig.

  3. Anonym

    "Er sagte nämlich, wenn ich das ganze weitertreibe, muss ich mich zuhause nicht mehr sehen lassen." Ok, wenn man dann aber auch freigestellt ist von jeglicher Verpflichtung ggü. dem Vater bzgl. Altersvorsorge/Pflege? Wozu ein Kind, das eine gute Ausbildung und Job hat? Der Vater ist einfach dumm und geizig.

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