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"... und dann gab es einen Freudenschrei!"

Fellow Intern McKinsey (Autor: scusi, Quelle: Fotolia.com)

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Bin ich gut genug für ein Stipendium? Wie bereite ich mich auf ein Auswahlgespräch vor? Das "Best Of" der Fragen und Antworten aus der e-fellows.net community verrät es dir.

Ich bin aber kein Überflieger...

Macht nichts! Stipendiat sein bedeutet nicht automatisch, dass du einen Schnitt von 1,0 hast und dir alles zufliegt. Die Mischung macht's. Keine Stiftung wird einen Bewerber aufnehmen, der sehr gute Noten hat, sich aber überhaupt nicht gesellschaftlich engagiert. Andersherum haben Bewerber, die sich vielfältig engagieren, aber durchweg schlechte Noten haben, genauso wenig eine Chance. Als Faustregel gilt für die meisten Stiftungen, dass du zum oberen Drittel deines Jahrgangs gehören solltest.

Wie groß sind die Chancen, dass ich aufgenommen werde?

Zugegeben, die Zahlen ermutigen nicht gerade zur Bewerbung. Die Friedrich-Ebert-Stiftung erhält 3.000 Bewerbungen pro Jahr und nimmt davon 800 Stipendiaten neu auf. Bei der Stiftung der Deutschen Wirtschaft erhalten sogar nur um die zehn Prozent aller Bewerber ein Stipendium. Das ist übrigens auch bei den Doktoranden nicht anders.

Wie finde ich das richtige Stipendium?

Welches Begabtenförderungswerk kommt in Frage? Die e-fellows raten: Schau, was zu dir passt! Identifizierst du dich mit den christlich-demokratischen Grundwerten der CDU, bist du bei der Konrad-Adenauer-Stiftung richtig; engagierst du dich in der katholischen Kirche, könnte ein Stipendium des Cusanuswerks interessant sein. Für alle, die sich weder zu einer Partei noch zu einer Konfession hingezogen fühlen, kommen die Studienstiftung oder die Stiftung der Deutschen Wirtschaft in Frage.

Deutschlandstipendium und Begabtenförderungswerk: Doppelförderung möglich?

Das wär schön: 300 Euro pro Monat dank Deutschlandstipendium plus die finanziellen und ideellen Leistungen eines der Begabtenföderungswerke. Da es sich bei beiden Stipendien aber um begabungs- und leistungsabhängige materielle Förderungen handelt, ist der doppelte Bezug ausgeschlossen. Du kannst dich zwar für beide bewerben, bei zwei Zusagen musst du dich aber für eine Förderung entscheiden.

Kleider machen Stipendiaten?

Hat man die erste Hürde geschafft und wird zum Vorstellungsgespräch eingeladen, brennt Jungs und Mädels plötzlich die gleiche Frage unter den Nägeln: Was ziehe ich eigentlich an? Tipp der e-fellows: Zieh das an, worin du dich wohl fühlst. An einer Jeans ist noch kein potenzieller Stipendiat gescheitert. Eine Stipendiatin der Stiftung der Deutschen Wirtschaft rät: "Nimm einfach ganz normale Kleidung und etwas schickere Sachen mit. Dann bist du auf alles vorbereitet und kannst dich anpassen."

Gute Vorbereitung ist die halbe Miete

Mit ein paar Regeln bist du für die meisten Situationen gut gewappnet:

  • Lies regelmäßig Zeitung und schaue Nachrichten. Beim Auswahlverfahren solltest du wissen, welche wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Themen im letzten halben Jahr wichtig waren. Noch etwas genauer informieren solltest du dich über die Ereignisse der letzten Wochen. Gab es Themen, die kontrovers diskutiert wurden? Überleg dir, wie du dazu stehst. Deine Meinung solltest du begründen können. Wichtig ist nicht, welche Zeitung du liest, sondern dass du einen möglichst breiten Überblick hast.
  • Schau dir deine Bewerbungsunterlagen noch einmal genau an. Nichts ist peinlicher, als wenn die Jury dich im Auswahlgespräch auf Aspekte in deinem Lebenslauf anspricht, die du selber schon vergessen hast.
  • Zu Beginn des Gesprächs fordert dich dein Gegenüber auf, dich kurz vorzustellen. Das kannst du üben! Stell dich zu Hause vor den Spiegel, oder schnapp dir einen Freund und stell dich ihr oder ihm kurz - nicht länger als drei Minuten lang - vor. Wichtig ist, dass du nicht bei Adam und Eva anfängst, sondern kurz über die wichtigsten Stationen in deinem Leben berichtest:
    • Name, Alter, Studiengang
    • Was machst du zurzeit/in naher Zukunft? (Studieren, Auslandssemester, Praktikum)
    • Welche wichtigen Stationen gibt es in deinem Leben? (Einen besonders prägenden Auslandsaufenthalt, ein entscheidendes Praktikum, durch das du dich für einen bestimmten Beruf entschieden hast etc.)
    • Wie bist du darauf gekommen, dich ausgerechnet bei dieser Stiftung zu bewerben? Was versprichst du dir davon? Wieso passt du zur Stiftung?

Ablauf

Wie kann das Auswahlverfahren im Assessment-Center ablaufen? Ein Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes stellt das Programm seines zweitägigen Auswahlseminars vor:

Samstag

  •  bis 12 Uhr: Anreise, Studieren des Ablaufplans und die eigenen Termine notieren
  •  12 bis 13 Uhr: Mittagessen
  •  13 bis 13.30 Uhr: Begrüßungsveranstaltung (Thema: Einführung, Ziele der Stiftung und des Seminars, Ablauf des Seminars, Erklärungen zur Bewertung der Kandidaten, Vorstellung der Kommissionsmitglieder)
  •  13.30 bis 14 Uhr: Gruppenrunde
  •  14.10 bis 18.10 Uhr: Einzelgespräche (vier Runden) und Gruppenrunden (zwei Runden)
  •  18 bis 19 Uhr: Abendessen
  •  19 bis 20 Uhr: Einzelgespräche (eine Runde) und Gruppenrunde

Sonntag

  •  8 bis 8.30 Uhr: Frühstück
  •  8.30 bis 12 Uhr: Einzelgespräche (5 Runden)
  •  12 bis 12.40 Uhr: letzte Gruppendiskussion
  •  12.40 bis 13.40 Uhr: Mittagessen, danach Heimfahrt

Und jetzt: die Schokoladenseite

Wie präsentierst du dich im richtigen Augenblick von deiner Schokoladenseite? Und worauf achtet die Jury während der Gruppendiskussion besonders? Wichtig ist die verbale Kompetenz, also die Fähigkeit, deine Position verständlich zu erklären. Sozialen Kompetenzen messen die e-fellows ebenfalls große Bedeutung bei. Dazu zählen Respekt, Höflichkeit, Empathie gegenüber anderen sowie Interesse für das, was andere zum Gespräch beitragen.

  • Sei nicht zu zurückhaltend, aber auch nicht zu dominant.
     Lass andere ausreden und halte dich an vorgegebene Redezeiten.
  • Positiv wirkt, wenn du auf bisher Gesagtes Bezug nimmst, lobend hervorhebst, was dir bei anderen gut gefallen hat, bisher Gesagtes zusammenfasst, das Thema wieder auf die Ausgangsfrage beziehst oder andere zu einer Wortmeldung ermutigst, wenn sie sich bisher zurückgehalten haben.
  • Ein gewisses Niveau sollten deine Beiträge haben. Aber du musst dich nicht allzu sehr unter Druck setzen, solange du sachlich und überlegt Äußerungen bringst und nicht in Anekdoten abschweifst.

Juror sein ist ganz schön schwer...

Auch die Juroren haben keinen leichten Job und zerbrechen sich nicht selten den Kopf über ihr Votum. Ein Stipendiat der Studienstiftung erklärt, wie die Bewertung bei seiner Stiftung funktioniert: "Alle drei Kommissionsmitglieder, die mit dir zu tun haben, geben nach Ende des Seminars ein Votum ab. (Die Kommission sind: Eine Person, die dich bei den Gruppenrunden beobachtet, eine Person, die mit dir das fachfremde und eine Person, die mit dir das fachliche Gespräch führt). Dies geschieht in Form einer Zahl zwischen eins und zehn. Die Leiterin unseres Auswahlseminars erklärte, dass acht, neun oder zehn Punkte dann vergeben werden, wenn der Juror den Kandidaten aufnehmen möchte. Sechs oder sieben Punkte werden vergeben, wenn sich derjenige nicht ganz schlüssig ist und die Vergabe von fünf oder weniger Punkten bedeutet ein klares Nein. Bisher war es so, dass man insgesamt 23 Punkte für die Aufnahme brauchte. Inzwischen reichen 21 Punkte – also drei Mal sieben Punkte."

Wenn der Postmann nach zwei Wochen klingelt

Wie lange musst du auf heißen Kohlen sitzen, bis du dich hoffentlich zu den glücklichen Stipendiaten zählen darfst? Es kommt darauf an. Ein Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung berichtet, dass er vier Wochen auf seine Zusage gewartet hat. Stipendiaten anderer Stiftungen warteten durchschnittlich zwei Wochen.

Nachfragen - aber wann?

Drei Wochen Zeit solltest du deinem Förderwerk schon einräumen, bevor du telefonisch anfragst, wann die Zu- und Absagen versandt werden. Denn nachdem die Juroren ihr Votum abgegeben haben, müssen die Stiftungen prüfen, ob ausreichend finanzielle Mittel für alle Kandidaten zur Verfügung stehen. Erst wenn die finanzielle Seite geklärt ist, werden die Briefe verschickt.

Und als dann endlich die Zusage kam...

"... gab es einen riesigen Freudenschrei, den man bestimmt in der ganzen Nachbarschaft gehört hat", berichtet ein e-fellow. "Es war ein super Gefühl zu wissen, dass sich der ganze Bewerbungsaufwand gelohnt hatte."

Noch mehr Tipps zum Auswahlverfahren findest du in der e-fellows.net community. Dort gibt es auch Antworten auf die folgenden Fragen:

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