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Work and Travel: Tschüss Alltag – ab ins Abenteuer

Work and Travel [Quelle: unsplash.com, Autor: Danka & Peter]

Quelle: unsplash.com, Danka & Peter.

Mit der Entscheidung für ein Jahr Work and Travel wagst du einen gewaltigen Sprung. Dafür solltest du belohnt werden! Damit dein Auslandsaufenthalt ein voller Erfolg wird, haben wir die wichtigsten Empfehlungen und Informationen zusammengefasst. Jetzt reinschnuppern und informieren!

In Sydney vor der Harbour Bridge einen Kaffee trinken oder in Neuseeland am Lagerfeuer sitzen und nebenbei die Stellenanzeigen durchforsten – so stellst du dir deine Ankunftswoche vor? Klingt gut! Doch damit dieser Plan aufgeht, solltest du den ganz großen Plan bereits vor deiner Ankunft haben. Je früher du anfängst, desto entspannter wird die Vorbereitung deiner Auslandszeit.

Was ist Work and Travel?

Work and Travel ist eine Form von Auslandsreise, die vor allem unter Jugendlichen ab 18 Jahren und jungen Erwachsenen beliebt ist. Sie kombiniert bezahlte Gelegenheitsjobs (oftmals Farmarbeit) mit Reisen, die hauptsächlich aus der Arbeit vor Ort finanziert werden. Ziel vieler Work-and-Travel-Aufenthalte ist es, möglichst viele Ecken eines Landes kostengünstig zu entdecken. Reisende arbeiten deshalb oft nur für ein paar Wochen im selben Job, bevor sie ihr Gastland an einem anderen Ort weiter erkunden. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass für viele Work-and-Travel-Reisende nur ein Auslandsjob infrage kommt, der keine lange Einarbeitung voraussetzt. Deshalb gehört die Farm zu den klassischen Einsatzorten für Backpacker.

Die ursprüngliche Idee hinter Work and Travel war, nach dem Abi ein Jahr im Ausland zu leben und zu arbeiten. Tatsächlich aber ist Work and Travel auch für Studenten und Absolventen eine aufregende Alternative beispielsweise zu Freiwilligenarbeit zuhause, zu einem Praktikum oder zum sofortigen Berufseinstieg.

Was bringt Work and Travel?

Du fragst dich: Warum Work and Travel? Ist es nicht furchtbar anstrengend, auf einer Farm zu schuften, viel zu reisen, wenig Geld zu verdienen und sich ständig um den nächsten Job, die nächste Unterkunft und die nächste Mitfahrgelegenheit zu kümmern? Ja, das ist es! Und genau deswegen solltest du dir überlegen, dich darauf einzulassen. Work and Travel wirft dich gerade im Anschluss ans Abitur ins kalte Wasser: Nirgendwo lernst du schneller, was es heißt, auf eigenen Beinen zu stehen und für dich selbst verantwortlich zu sein. Dieser Crashkurs wird dir im weiteren Leben viel bringen. Außerdem siehst du die Welt an deinem Heimatort plötzlich mit ganz anderen Augen.

Vor allem aber bedeutet Work and Travel Freiheit und Flexibilität – und ein großes Abenteuer obendrein. Heute hier, morgen dort: Wann wird sich in deinem Leben noch einmal die Gelegenheit bieten, ein Jahr lang nur der Nase nach durch ein fremdes Land zu ziehen, ohne Agenda, ohne Plan und ohne Zeitdruck?

Wer kann Work and Travel machen? Was braucht man für Work and Travel?

Work-and-Travel-Programme stehen jedem Bürger eines Landes offen, dessen Regierung ein Work-and-Travel-Abkommen mit dem Zielstaat geschlossen hat. Noch dazu darfst du eine bestimmte Altersgrenze nicht überschreiten und musst

  • (bis auf wenige Ausnahmen) volljährig sein,
  • einen Reisepass sowie ausreichenden Kranken-, Haftpflicht- und Unfallversicherungsschutz haben,
  • genug Rücklagen besitzen, um vor Ort für dich sorgen zu können und
  • fürs Visum ein polizeiliches Führungszeugnis vorweisen können.

Häufig musst du auch bei der Einreise schon dein Rückflugticket vorzeigen. Weitere Bestimmungen hängen von deinem Zielland ab, denn die Voraussetzungen für Work-and-Travel-Reisende sind eng an die jeweiligen Visabedingungen geknüpft. Übrigens: Wer der Landessprache nicht mächtig ist, findet in der Regel keine interessanten Jobs.

Wo kann man Work and Travel machen? Nicht grenzenlos über die Grenze

Wer im Ausland arbeiten will, braucht eigentlich ein Visum – und das gibt es in vielen außereuropäischen Ländern eigentlich nur nach Vorlage des Arbeitsvertrags. Bei Work-and-Travel-Aufenthalten steht der Arbeitgeber aber nicht schon vorab fest. Die Lösung sind die sogenannten "Working Holiday Visa", für die Deutschland Abkommen mit einigen der beliebtesten Reiseländer geschlossen hat. Welche Ziele dir für deinen Working Holiday offenstehen, hängt also davon ab, welche Nationalität du hast. Offen steht dir prinzipiell jedes Zielland, mit dem dein Herkunftsland ein entsprechendes Abkommen abgeschlossen hat und in dem du alle weiteren Bedingungen für Work and Travel erfüllst.

Beliebte Ziele für Deutsche sind Neuseeland, Australien, Japan und Kanada. Wenn es in deinem Wunschland oder –gebiet (Beispiel Lateinamerika) kein Working Holiday Visum gibt, kannst du mit einem Touristenvisum Freiwilligenarbeit verrichten oder gegen Kost und Logis arbeiten. Geld verdienen kannst du dann aber auf legalem Wege nicht. Wenn du bereit bist, das in Kauf zu nehmen, eröffnen sich dir weitere Ziele wie Südafrika, Nepal, Costa Rica, Ecuador, Sri Lanka, Vietnam, Laos oder die Fidschi-Inseln.

Übrigens: Mit den USA gibt es leider kein Abkommen für ein Working Holiday Visum – mit einem J-1 Austauschvisum in der Kategorie "Camp Counselor" kannst du trotzdem einreisen und in sogenannten Sommer Camps arbeiten, also in Sommerferienlagern für Kinder und Jugendliche. Wirkliches Work-and-Travel-Flair kommt aber in den Summer Camps ob der geringen Mobilität nicht auf.

Abkommen zu Working Holiday Visa

Land Altersgrenze Gültigkeit
Australien 18 bis 30 Jahre 12 Monate
Neuseeland 18 bis 30 Jahre 12 Monate
Kanada 18 bis 35 Jahre 12 Monate
Japan 18 bis 30 Jahre 12 Monate
Chile 18 bis 30 Jahre 12 Monate
Südkorea 18 bis 30 Jahre 12 Monate
Taiwan 18 bis 30 Jahre 360 Tage
Singapur 18 bis 25 Jahre 6 Monate
Hong Kong 18 bis 30 Jahre 12 Monate
Israel 18 bis 30 Jahre 12 Monate
Argentinien 18 bis 30 Jahre 12 Monate

Wann sollte man Work and Travel machen?

In den meisten Ländern musst du für ein Work-and-Travel-Visum zwischen 18 und 30 beziehungsweise 35 Jahren alt sein. Die erste Gelegenheit für Work and Travel bietet sich folglich für viele nach dem Abitur. Dieser Zeitpunkt hat den Vorteil, dass du in Sachen Eigenständigkeit und Verantwortung am meisten lernst und deine Reise dich optimal auf die Herausforderungen des Studentenlebens vorbereitet. Außerdem sammelst du Arbeitserfahrungen, die deinen Horizont erweitern und deine Studienwahl vielleicht noch einmal in eine andere Richtung lenken. Es könnte jedoch auch sein, dass der Sprung ins kalte Wasser für dich mit 18 oder 19 noch zu viel ist.

Dann wäre für dich ein Jahr zwischen Bachelor und Master oder vor dem Berufseinstieg der bessere Zeitpunkt. Du hast im Studium schon gelernt, Verantwortung für dich selbst zu übernehmen, und fühlst dich nicht mehr ganz so schnell überfordert. Andererseits möchtest du zu diesem Zeitpunkt vielleicht lieber ein renommiertes Praktikum machen oder dein Studium so schnell wie möglich durchziehen.

Wann sollte ich Work and Travel planen? Wann muss ich mein Work-and-Travel-Visum beantragen?

Du denkst, dass die Planung kaum Aufwand macht – schließlich ergibt sich vieles naturgemäß erst vor Ort? Dann bedenk folgende Punkte: Das Wichtigste ist dein Working-Holiday-Visum, dessen Beantragung ein paar Tage bis drei Wochen (Neuseeland, Australien) oder aber bis zu sechs Wochen (Kanada) dauern kann. Einreise gewährt man dir gegebenenfalls nur gegen Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses, eines Gesundheitsnachweises und/oder bestimmter Impfungen. Allein die Visavorbereitungen können also schon etliche Wochen beanspruchen. Danach buchst du deinen Flug und die Unterkunft für die ersten paar Tage, beantragst eine Kreditkarte, kümmerst dich um einen international gültigen Führerschein und schließt alle relevanten Versicherungen ab. Bleibt nur noch, geeignete Klamotten und einen guten Rucksack auszusuchen – dann hast du eigentlich alles Wichtige auf deiner Checkliste abgehakt.

Gerade die letzten Punkte dauern für sich genommen nicht lange: Wenn du jedoch ein bisschen Puffer einplanst, kannst du Preise vergleichen und wertvolles Reisegeld sparen. Vier Monate sollten im schlimmsten Fall für deine Planung reichen, mehr Vorlauf schadet jedoch nie und spart am Ende bares Geld.  

Mit oder ohne Agentur?

Bei dieser Frage kommt es ganz auf deine Abenteuerlust an. Wer ohne Work-and-Travel-Organisation ins Ausland geht, steht auf eigenen Füßen und spart Kosten: Denn Agenturen verlangen für ihre Leistungen gerne um die 500 Euro. Dafür genießt du die Vorzüge eines festen Programms und musst dich nicht selbst um Visum, Haftpflichtversicherung, Auslandskrankenversicherung, Flug, Steuernummer oder die erste Unterkunft kümmern. Außerdem bekommst du Starthilfe bei der Jobsuche und hast während der ganzen Dauer deiner Reise einen Ansprechpartner.

Gerade die Beantragung von Visum oder Steuernummer lässt sich aber recht einfach über das Internet selbst erledigen. Außerdem kann man auch in den Reisebüros zusätzlich zum Flug Leistungen wie die erste Hotelübernachtung, eine Stadtführung oder einen Ausflug buchen. Notwendig ist die Agentur also nicht, sie bietet aber zusätzliche Sicherheit.

Wie gut kennst du dein Reiseziel?

Neben den organisatorischen Details solltest du dich unbedingt mit den Gegebenheiten im Zielland auseinandersetzten. Beispiel Australien: Welche gefährlichen Tiere gibt es? Wie schütze ich mich vor Hautkrebs? Wann ist wo Trocken- oder Regenzeit? Wo fange ich mit meiner Reise am besten an? Wo ist gerade Erntezeit? Welche anderen Jobmöglichkeiten gibt es während meines Aufenthalts? Bei der Beantwortung dieser Fragen helfen Reiseführer.

Was kostet Work and Travel? Wie finanziere ich Work and Travel?

Leider gehört es ins Reich der Legenden, dass Work-and-Travel-Trips sich komplett selbst finanzieren und/oder man am Ende sogar ein Plus macht. Viele Backpacker rechnen zum Beispiel die Initialkosten für Versicherungen, Kreditkarten, Impfungen, das Visum und die Ausrüstung nicht mit ein. Manche Länder verlangen zudem finanzielle Rücklagen, die du dir gegebenenfalls erst einmal ansparen musst. Auch vor Ort wirst du für Essen, Unterkunft, Mobilität, Anschaffungen und Unternehmungen Geld ausgeben. Kommt dann noch eine Zeit ohne Job hinzu (an der übrigens kaum jemand vorbeikommt), geht die Reise schnell ans Ersparte.

In Australien beispielsweise zahlst du allein für die Unterkunft im Hostel zwischen 15 und 25 Euro pro Nacht. Pro Monat kannst du während des Reisens mit Kosten in Höhe von 800 bis 2.000 Euro rechnen – Ausflüge ans Great Barrier Reef und zum Uluru sollen ja schließlich auch dabei sein. Obwohl Work and Travel also weitaus günstiger ist als vergleichbar lange klassische Auslandsreisen, empfiehlt es sich, schon zu Hause ein Reisebudget von ein paar Tausend Euros für deinen Aufenthalt anzusparen.

Was verdient man bei Work and Travel?

Wie sehr dein Working Holiday die Kassen zum Klingeln bringt, hängt vom Zielland und der Art der Tätigkeit ab, aber auch davon, wie viele Stunden du bereit bist zu schuften. Die Unterschiede nach Land sind groß – jedoch variieren die Lebenshaltungskosten vor Ort meistens auch entsprechend. In Australien ist Arbeiten gerade für Backpacker überbezahlt: In der Regel verdienst du nicht weniger als 10 bis 15 Euro pro Stunde. Und das für Tätigkeiten wie Salatputzen.

Qualifizierte Jobs wie eine Stelle als Programmierer oder Koch sind besser bezahlt als unqualifizierte wie Fruit-Picking, für das du lediglich ein kurzes Farmtraining brauchst. Unqualifizierte Jobs sind umso besser bezahlt, je härter die Arbeit ist. Am Ende kommt es auf das Komplettpaket an: Wird dir Kost und Logis gestellt, oder musst du selbst dafür aufkommen? Wirst du pauschal bezahlt oder nach Leistung (zum Beispiel nach Menge der geernteten Früchte)? Ist es dir dein Komfort wichtiger, das Reiseerlebnis oder das Geld?

Ich hatte in Australien unzählige Jobs, mit denen es nie langweilig wurde: Kindermädchen, Kellnerin, Verkäuferin für Schuhcreme oder Aushilfe auf einem Tauchboot. Nur Fruit-Picking habe ich nicht gemacht. Die Farmarbeit gilt zwar als "der Job" für Backpacker, ist aber ziemlich mies bezahlt und extrem anstrengend. Der Vorteil: Auch wer kein Wort Englisch kann, hat hier die Möglichkeit, Geld zu verdienen.

e-fella Julia

Wo wohnt und schläft man bei Work and Travel?

In den ersten Tagen übernachten die meisten Work-and-Travel-Reisenden in einem Hostel, das sie von zuhause aus buchen. Danach hängt alles von deinem ersten Job ab. Einige Arbeitgeber stellen Kost und Logis – die Unterbringung erfolgt dann meistens in einfachen Mehrbettzimmern. "Wwwoofing" hat hieraus ein Konzept gemacht: Das weltweite Netzwerk von Farmern verbindet Reisewillige mit landwirtschaftlichen Betrieben, die für sechs Stunden Arbeit am Tag freie Kost und Logis anbieten.

Wer selbst für seine Unterkunft sorgt, wählt oft ein Backpacker-Hostel oder kauft sich vor Ort einen gebrauchten Camper-Van oder ein Auto. Auch Backpacker-WGs, sogenannte Sharehouses oder Shareflats, sind eine Option, wenngleich etwas schwerer zu finden. Dasselbe gilt für Homestays, die Unterbringung in einer Gastfamilie.

Au pair oder Work and Travel – was ist besser?

Anders als ein klassisches Au-pair-Programm (oder auch ein Auslandspraktikum oder Auslandsstudium) ist Work and Travel auf maximale Flexibilität und Mobilität hin ausgerichtet. Du bist nicht für mehrere Monate oder ein Jahr an ein und dieselbe Gastfamilie und ihren Lebensort gebunden, sondern kannst viel herumreisen und deine Zelte abbrechen, sobald es dir irgendwo langweilig wird. Au-pair-Familien hingegen erwarten – von einem Notfall einmal abgesehen – schon mit Blick auf das Wohl der Kinder, dass du nicht vor Ablauf der vereinbarten Frist weiterreist. Als Kindermädchen kannst du selbstverständlich auch während deines Work-and-Travel-Aufenthaltes arbeiten.

Andererseits bedeutet Work and Travel auch, dass du oft unterwegs bist, wenig Geld hast und dich immer wieder um neue Jobs bemühen musst. Das geht mit viel Verantwortung, Unsicherheit und bisweilen Stress einher. Die Arbeit selbst ist oft körperlich sehr anstrengend. Gerade, wenn du das erste Mal alleine ins Ausland reist und/oder körperliche Arbeit nicht gewohnt bist, wird Work and Travel dich eher an deine Grenzen führen als ein klassisches Au-Pair-Programm.

Allein ins Abenteuer?

Viele Abenteuerlustige stellen ihren Work-and-Travel-Plan in Frage, wenn sich für die Reise kein Begleiter findet. In vielen Ländern jedoch sind diese Ängste unbegründet. Gerade in Australien beispielsweise ist alles auf die Backpacker ausgerichtet. Man wird regelrecht von Angeboten überhäuft, alles gibt es für den kleinen Geldbeutel oder, wie der Australier sagt, "Low Budget". Die Kriminalitätsrate ist sehr gering, so lange man sich nicht in einschlägig bekannte Wohngebiete begibt. Horrorgeschichten über entführte Backpacker sind meist schlechte Scherze.

Auch Deutsche gibt es an den klassischen Backpacker-Zielen wie Bier auf dem Oktoberfest. Man müsste sich in Australien nur mit dem Schild "Ich bin Deutscher, wer noch?" an die Straße stellen und hätte in fünf Minuten zwanzig neue Freunde gefunden.

Eigenes Auto, Bus oder Hitch-Hiking als Backpacker?

Fortbewegung ist für jeden Backpacker ein wichtiges Thema. Doch nicht immer lohnt sich der Kauf eines eigenen Autos. Manche haben Glück, kaufen sich einen Wagen zum Spottpreis und verkaufen ihn für das Doppelte wieder. Andere wiederum machen Verluste. Hier ist wichtig, wo du das Auto kaufst und verkaufst. Zudem teilen sich meist zwei Reisende oder eine ganze Gruppe den Wagen und damit den Kaufpreis. So kommst du am Ende in den meisten Fällen billiger weg als mit einem Mietwagen.

Eine Alternative sind Busse. Hot Spots erreichst du in vielen Ländern mit dem Bus genauso gut wie mit dem Auto. In Australien beispielsweise sind Busreisen an der Ostküste kein Problem. An der etwas abgelegeneren Westküste ist der Busverkehr dagegen völlig überteuert und du siehst verhältnismäßig wenig.

Reisende mit eigenem Auto, die hohe Ausgaben für Benzin sparen wollen, suchen Mitfahrer auf Internetplattformen wie gumtree. Dabei finden sich ganze Reisegruppen zusammen, mit denen du zwei bis vier Wochen verbringen kannst. Angebote durchscannen, anrufen, mitfahren. Für viele ist das die billigste und auch interessanteste Variante der Fortbewegung. Man lernt ständig neue Leute kennen, ist durch das Auto unabhängig von Fahrplänen und sucht sich bei Bedarf einfach eine neue Gruppe. Oder man bleibt länger als gedacht mit den Mitreisenden zusammen.

Die letzte und günstigste Variante, bei Work and Travel voranzukommen, ist das Hitch-Hiken. Alleine ist es riskant, zu zweit (vor allem mit einem männlichen Begleiter) wäre es eine Überlegung wert. Allerdings ist das Reisen per Anhalter extrem stressig und anstrengend. Ständig muss das ganze Gepäck ein- und wieder ausgeladen werden und man kommt höchstens 50 Kilometer weit – was bei einem Tagespensum von 300 Kilometern nicht viel ist. Auch die immer gleich ablaufenden Gespräche mit den Fahrern gehen einem irgendwann mächtig auf den Keks. Dafür kommt man in direkten Kontakt mit Einheimischen und ihrer Kultur. Zur Not lohnt sich also auch "Daumen raus".

Work, oder: Wie findet man Jobs? Das Jobhopping

Wichtig ist, dass du dir vorab Gedanken gemacht hast, in welchem Bereich du ungefähr arbeiten willst. Dann kannst du schon zuhause deinen CV entsprechend vorbereiten und dich um Formalitäten wie einen Gesundheitsnachweis oder die Vorbereitung auf einen Test kümmern (beispielsweise für die Arbeit in der Gastronomie). Außerdem weißt du so besser, welche Ziele du ansteuern solltest und welche Kosten damit verbunden sind. Suchst du High Life, ist vermutlich ein Job als Barkeeper besser geeignet als Fruit-Picking – dafür müsstest du allerdings Städte wie Sydney, Cairns, Vancouver oder Auckland ansteuern statt das Outback oder bergiges Hinterland.

Wenn du weißt, was und wo du arbeiten willst, und alle entsprechenden Vorkehrungen getroffen hast, heißt es vor Ort: suchen und netzwerken. An Orten, die bei Backpackern sehr beliebt sind, findest du Jobmöglichkeiten in der Regel problemlos. Wo du dich vorstellen solltest, erfährst du zum Beispiel im Gespräch mit anderen Reisenden, erfahrenen Backpackern oder Hostelbetreibern. Sie haben wertvolle Insider-Tipps, die Gold wert sein können: Welcher Arbeitgeber zahlt besonders viel? Wer hört bald auf und kann seinen Traumjob abgeben? Stellenausschreibungen findest du außerdem im Internet, in den Hostels am schwarzen Brett oder über Agenturen, die einem kostenfrei Stellen vermitteln. Natürlich schadet es auch nichts, einfach alle Cafés im Umkreis abzuklappern, wenn du als Kellner arbeiten möchtest. Infoveranstaltungen oder Erfahrungsberichte verschaffen dir schon im Vorfeld einen guten Überblick über deine Optionen.

Wenn du an einem organisierten Programm teilnimmst, profitierst du nicht nur von einem bequemen Starterpaket, sondern auch von diversen Hilfsangeboten bei der Jobsuche. Dafür sind diese Programme teurer als Reisen auf eigene Faust.

Auf die Nase fallen gehört dazu

Nicht jeder findet in Work and Travel seine Erfüllung. Viele haben irgendwann keine Lust mehr, aus dem Koffer zu leben und nicht zu wissen, was morgen kommt. Jetzt heißt es: nicht Hals über Kopf abreisen! Denn meistens kommen die Zweifel nach drei Monaten und verfliegen innerhalb von zwei Wochen wieder. Sehnst du dich nach einem geregelten Tagesablauf, kannst du mit einem entsprechenden Job leicht dafür sorgen. In der Hotelarbeit oder als Kindermädchen beispielsweise sind dir Unterkunft, Verpflegung und Gehalt über einen längeren Zeitraum sicher. Das hilft meist, um über die erste Krise hinwegzukommen.

Insgesamt gilt: Wer ein Jahr lang auf eigenen Füßen stehen will, muss auch damit rechnen, auf die Nase zu fallen. Denn nicht alles läuft immer nach Plan. Dir kann der komplette Rucksack inklusive Pass geklaut werden oder man beutet dich auf einer Farm beim Fruit-Picking aus. Genauso gut kann es aber sein, dass du gar nicht mehr nach Hause willst, du dich am Ende für ein "Second Year Visum" bewirbst und noch ein Jahr dranhängst. Egal welche Erfahrungen du machst, es lohnt sich immer. Denn am Ende blickst du auf ein Jahr zurück, das ungeplanter und spannender kaum hätte sein können. Also: Work and Travel – egal ob in Sydney, Vancouver oder Tokio!

Zusammenfassung: Was muss man bei Work and Travel beachten?

  • Es hat einen Grund, warum es so viele Deutsche zum Work and Travel in die immer gleichen Länder verschlägt: Überprüfe, ob es auch mit deinem Traum-Reiseziel ein Visa-Abkommen gibt.
  • Überleg dir vor deinem Auslandsaufenthalt gut, ob du ein Programm einer Work-and-Travel-Organisation machen oder deinen Aufenthalt selbst organisieren möchtest. Gerade in Asien, wo viele sprachlich an ihre Grenzen stoßen, kann eine Agentur wertvolle Unterstützung leisten.
  • Erkundige dich – nicht zuletzt mit Blick auf deine Packliste – über kulturelle und klimatische Besonderheiten des Ziellandes sowie über hilfreiche Dokumente für die Jobsuche, und frag deinen Arzt rechtzeitig nach Reiseapotheke und Impfschutz. Gegen einige Krankheiten musst du dich mehrfach im Abstand von einigen Wochen impfen lassen.  
  • Überleg dir, wie du zwischen den Arbeitsstationen reisen möchtest. Eventuell lohnt es sich, für die Zeit deiner Reise ein Auto zu kaufen. Eine weitere Möglichkeit sind Fahrgemeinschaften oder Mitfahrgelegenheiten. Mutige Traveller können auch per Anhalter reisen.
  • Auslandsjobs findest du nicht nur durch Aushänge oder an schwarzen Brettern, sondern auch über Jobbörsen im Internet.
  • Wenn deine Sprachkenntnisse noch nicht für die üblichen Work-and-Travel-Jobs ausreichen, solltest du deinen Aufenthalt mit einer Sprachreise kombinieren. Sonst bleiben am Ende keine spannenden Jobs für dich übrig.
  • Nicht unterkriegen lassen: Es gehört dazu, auch einmal auf die Nase zu fallen, wenn man ein ganzes Jahr lang in einem fremden Land auf eigenen Füßen stehen möchte.
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