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Bewerbungsfoto: Darauf solltest du achten

Bewerbungsbild Bewerbungsfoto Bewerbungsbild machen lassen (Quelle: fotolia, Autor: lassedesignen)

© lassedesignen - Fotolia.com

Unternehmen in Deutschland dürfen von Bewerbern kein Bewerbungsfoto mehr verlangen. Das verbietet das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Trotzdem spricht noch immer viel für ein Bewerbungsfoto – zumindest, wenn das Bewerbungsbild von einem professionellen Fotografen gemacht ist.

"Antidiskriminierungsgesetz" hin oder her – warum du dich trotzdem lieber mit als ohne Foto im Lebenslauf bewerben solltest, zeigt ein kleines Gedankenexperiment: Ein Personaler hat die Bewerbungsunterlagen von zehn Kandidaten vor sich. Alle haben Top-Unis besucht, Erfahrung im Ausland gesammelt, in Praktika geglänzt – sind bestens für den Job geeignet. Alle Bewerber verhandeln sicher in vier Sprachen. Zwei haben im Lebenslauf auf ein Bewerbungsfoto verzichtet – wahrscheinlich ein Fehler. Für den Personaler bleiben die beiden Bewerbungen unsichtbar. Klartext: Der optische Eindruck zieht und verschafft dir bei der Jobsuche einen Vorteil, gerade wenn du mit Kunden oder Geschäftspartnern zu tun hast.

Diese formellen Regeln gelten bei einem Bewerbungsfoto

Wenn du deiner Bewerbung mit deinem Bewerbungsfoto den letzten Schliff geben möchtest, ist es wichtig, dass dein Bild einige formelle Kriterien berücksichtigt. Qualität steht dabei an erster Stelle – denn ein schlechtes Bewerbungsfoto schadet dir mehr, als es dir nützt. Was also macht ein gutes Bewerbungsbild aus?

Qualität bei Bewerbungsfotos

Tabu sind Bewerbungsbilder aus dem Automaten, aus dem Urlaub oder solche, die dich bei Freizeitaktivitäten zeigen. Auch verschwommene, falsch oder schlecht ausgeleuchtete Fotos schaden deinem ersten Eindruck. Dasselbe gilt, wenn der Bildausschnitt falsch gewählt ist oder sich störende Bilddetails in den Vordergrund drängen.

Bewerbungsfoto selber machen?

Am besten lässt du dein Foto von einem professionellen Fotografen schießen: Je höher Gehalt und Ansehen der angestrebten Position, desto wichtiger sind hochwertige Bewerbungsbilder. Als Student verzeiht man dir die Bilder Marke Eigenbau vielleicht noch, aber spätestens bei der Bewerbung auf eine Festanstellung oder auch auf Praktika oder Werkstudententätigkeiten in Konzernen ist ein professionelles Bewerbungsfoto unverzichtbar.

Diese Formate und Größen sind bei Bewerbungsfotos üblich

6 x 4 oder 9 x 6 Zentimeter sind übliche Maße. Hochformat ist die Regel, Querformat bei Bewerbungsfotos eine modische Ausnahme – vorausgesetzt, ein professioneller Fotograf war am Werk und hat dich gut positioniert. Interessant kann auch ein Foto mit oben "angeschnittenem" Kopf sein.

  • 6 x 4 oder 9 x 6 Zentimeter sind übliche Maße. Hochformat ist die Regel, Querformat bei Bewerbungsfotos eine modische Ausnahme – vorausgesetzt, ein professioneller Fotograf war am Werk und hat dich gut positioniert. Interessant kann auch ein Foto mit oben "angeschnittenem" Kopf sein.

Farbe oder schwarz-weiß bei einem Bewerbungsfoto?

Geschmacksache! Eine klare Empfehlung, die auf alle Bewerber und Arbeitgeber zutrifft, gibt es nicht. Schwarz-weiß-Fotos wirken oft eleganter, Konturen deutlicher, Kontraste schärfer. Das passt zu ebenen, weichen Gesichtszügen. Farbige Bewerbungsfotos kommen authentischer und natürlicher rüber. Zieh dich trotzdem in jedem Fall zurückhaltend und harmonisch an. Wenn möglich, lass dir die Bilder vom Fotografen sowohl farbig als auch in Schwarz-Weiß geben: Dann kannst du je nach Branche und Job das passende Foto auswählen.

Bewerbungsmotiv: So setzt du dich in Szene

Neben der Qualität des Bewerbungsfotos zählt auch, welche Wirkung du – beispielsweise mit Mimik und Pose – auf den Personalverantwortlichen hast. Deshalb solltest du gemeinsam mit deinem Fotografen überlegen, wie du dich auf deinem Bewerbungsfoto präsentieren und welchen Eindruck du vermitteln willst. Bei aller Kreativität solltest du dabei in den meisten Branchen gängige Standards nicht außer Acht lassen.

Der Bildausschnitt bei einem Bewerbungsfoto: Porträt

Grundsätzlich zeigt dich ein Bewerbungsfoto immer im Porträt beziehungsweise Halbporträt. Das bedeutet, dass man hauptsächlich dein Gesicht sowie ein Stück deiner Schulter sieht. Ganzkörperaufnahmen sind tabu; ausgenommen von dieser Regel sind nur solche Bewerbungen, die explizit einen Nutzen davon haben, beispielsweise wenn du dich als Model oder Flugbegleiter bewirbst. Da dein Gesicht das zentrale Bildelement ist, kannst oder solltest du es vorher gründlich an Nase, Stirn und Kinn abpudern, damit es nicht glänzt. Mit einem Lächeln brauchst du ebenfalls nicht zu geizen. Ein zugewandter Blick macht dich gleich viel sympathischer in den Augen des Personalers, der die Bewerbung lesen wird.

Die richtige Körperhaltung präsentiert dich von deiner besten Seite

Auch die Körperhaltung ist essentiell wichtig für die Botschaft, die du mit deinem Bild an ein Unternehmen senden willst. Ob das Bild im Sitzen oder im Stehen gemacht wird, ist dabei zweitrangig, denn man sieht es später nicht. Ein guter Fotograf wird dir aber genau sagen, wie du dich hinsetzen oder -stellen sollst. Das Wichtigste dabei: Natürlichkeit! Eine verkrampfte und starre Haltung wird man auch später auf dem Bewerbungsbild sehen. Deshalb ist es sinnvoll, den Körper inklusive Kopf leicht zu drehen, um Dynamik im Bild zu erzeugen.

Die perfekte Kleidung für professionelle Bewerbungsfotos

Das Bewerbungsfoto zeigt dich üblicher Weise im Halbporträt, zu sehen ist außer Gesicht und Hals nur ein wenig Schulter. Über sehr viel mehr als dein Hemd, deine Bluse oder dein Oberteil musst du dir also keine Gedanken machen, wenn du vor die Kamera trittst.

Was du für ein Bewerbungsfoto anziehst? Dein Outfit muss zum angestrebten Job und der Branche passen. Wenn du dich als Banker bewirbst, solltest du auch wie einer aussehen: Der Anzug ist Pflicht. Du heuerst als Kindergärtner an? Dann mach nicht mit Hemd und Krawatte einen auf Berater. Erkundige dich vorher, welcher Dresscode üblich ist.

Haare und andere haarige Details bei Bewerbungsfotos

So selbstverständlich es klingen mag – achte auf die Feinheiten. Fleckenfreie Kleidung und ein auf die Stelle abgestimmtes Outfit sollte genauso selbstverständlich sein wie eine gepflegte Frisur. Bei Männer gilt es neben der Frisur auch zu überlegen, wieviel Bart zum Job passt. Eventuell macht es Sinn, den Vollbart zumindest für das Bewerbungsfoto und -gespräch etwas zu kürzen.

Grundsätzlich zählen also alle optischen Aspekte, auf die Arbeitgeber auch im Vorstellungsgespräch achten.

Make-Up: Stark geschminkt oder dezente Zurückhaltung für das perfekte Bewerbungsbild?

Das Thema Make-up betrifft hauptsächlich Bewerberinnen. Auch für Männer kann es aber sinnvoll sein, das Gesicht ein wenig abzupudern, um übermäßigen Glanz zu vermeiden. Für die Damenwelt gilt: Du musst nicht gänzlich auf Make-up verzichten, sondern kannst deine Vorzüge gerne betonen. Übertreiben solltest du es aber nicht. Wenn du aussiehst, als wärst du unterwegs zur Ballermann-Party, wirkt das auf Personalverantwortliche wenig vertrauenserweckend – vor allem, wenn du in deinem angestrebten Job Kundenkontakt hast.

Wo platzierst du dein Bewerbungsfoto in der Bewerbung?

Am besten im Lebenslauf, nicht im Anschreiben! Oben rechts ist Standard, oben links oder in der Mitte zwar kein Problem, aber auf jeden Fall eine Abweichung von der Norm. Ein Deckblatt extra fürs Bewerbungsfoto? Eigentlich unnötig, deine Bewerbungsmappe ist sicher schon lang genug. Wenn du dich digital bewirbst, achte darauf, dass du eine ausreichend hohe Auflösung wählst: Ein verpixeltes Bild zeigt gleich, dass digitale Bildbearbeitung nicht zu deinen Stärken gehört. Auf keinen Fall sollte dein Foto veraltet sein. Denn das sorgt spätestens im Interview für eine peinliche Überraschung und schadet deiner Glaubwürdigkeit.

So befestigst du dein Bewerbungsfoto richtig

Falls dein zukünftiger Arbeitgeber noch eine klassische Bewerbungsmappe auf Papier verlangt, sind Büroklammern tabu, um dein Foto zu befestigen. Und auch der Tacker darf nicht zum Einsatz kommen: Ran an den Klebestift heißt es in dem Fall. Es gibt auch spezielle Klebestreifen, mit denen du dein Bewerbungsfoto sauber, präzise und unsichtbar befestigen kannst. Diese Klebestreifen kannst du meistens gleich beim Fotografen dazukaufen. Die bekannten "Fotoecken" sollten hingegen nicht zum Einsatz kommen: Sie erinnern zu sehr an ein Urlaubsfotoalbum.

Bewerbungsfotos – das sagen Unternehmen

So viel zur Theorie. Aber wie handhaben Unternehmen das Thema Bewerbungsfoto in der Praxis? Wir haben bei Recruitern und HR-Experten von Bosch und der Deutschen Telekom nachgefragt.

Welche drei Dinge sind Ihnen bei Bewerbungsfotos am wichtigsten?

Johanna Reis, Recruiterin bei Bosch: Zuerst die Professionalität der Aufnahme. Wichtig sind mir auch ein freundlicher Gesichtsausdruck und professionelle Kleidung.

Auf welche drei Fettnäpfchen sollten Bewerber bei ihren Fotos vor allem achten?

Tim Kummerfeldt, Senior Consultant HR Marketing bei der Deutschen Telekom: Fotos aus dem Automaten sind nett fürs Wochenende, aber nicht für die Bewerbung. Und so schwierig Lächeln auf Knopfdruck sein mag – ein gequälter Gesichtsausdruck macht keinen guten Eindruck. Die gute Nachricht: Ein geübter Fotograf löst dieses Problem spielend. Zu guter Letzt würde ich von zu viel Schmuck abraten.

Fallen Bewerbungsfotos Marke Eigenbau (negativ) auf?

Reis: Ja. Wenn sehr deutlich ersichtlich ist, dass es sich um ein selbst aufgenommenes Foto oder sogar ein Freizeitfoto handelt, dann fällt dies negativ auf.

Kummerfeldt: In den meisten Fällen leider ja. Wenn du ein absoluter Photoshop-Crack bist, gerne. Ansonsten: Finger weg!

Was denken Sie sich bei einer Bewerbung ohne Foto?

Kummerfeldt: Die Bewerbung ohne Bild ist bei der Deutschen Telekom genauso möglich wie mit Bild. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass man mit einem guten Bild schon einmal einen guten Eindruck von sich abliefern kann. Daher – trau dich!

Reis: Bewerbungen ohne Foto sind bei Bosch kein Problem. Wichtig ist vorrangig die Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit des CVs.

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Kommentare (2)

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  1. Judith Scharnagl

    AW: Goldener Schnitt

    Hallo Andreas, vielen Dank für deinen Kommentar. Mit deiner Bemerkung, dass ein Seitenverhältnis von 6x4 oder 6x9 nicht dem goldenen Schnitt entspricht, hast du völlig Recht. Allerdings muss man auch sagen, dass ein Seitenverhältnis von 3:2 wenigstens vergleichweise nahe an der goldenen Schnitt herankommt (sagt übrigens auch Wikipedia). Trotzdem ist die Aussage im Artikel natürlich nicht richtig und wurde deshalb auch gleich ausgebessert. Viele Grüße Judith

  2. Andreas W

    Goldener Schnitt

    "6 x 4 oder 9 x 6 Zentimeter sind übliche Maße und entsprechen dem goldenen Schnitt." Sorry, aber das ist in keiner Weise der Goldene Schnitt: https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Goldener_Schnitt

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