Auslandssemester: Fernweh

Auf dem Bild erkennt man ein Flugzeug, ein Kreuzfahrtschiff und einen Koffer aus dem eine Hand mit einem Ticket heraus ragt

Bafög, ECTS und feiern: alles, wirklich alles, was du für dein Semester im Ausland wissen musst.

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Abbrechen

Du fühlst dich einsam und hast Heimweh, obwohl du gerade irgendwo am anderen Ende der Welt die Zeit deines Lebens haben solltest? Ehrlich: Nichts ist immer easy. "Übers Abbrechen sollte man nachdenken, wenn man durch den Ortswechsel psychische Probleme bekommt", sagt Harald David vom International Office der Ludwig-Maximilians-Universität München. Unterstützung kannst du dir immer beim International Office der Gast- und Heimat-Uni suchen.

Bafög

Egal, ob du in Cambridge oder Rom studieren möchtest: Ein Antrag auf Auslands-Bafög lohnt sich auch dann, wenn du bisher kein Bafög bezogen hast. Denn der Staat zahlt je nach Gastland Zuschüsse für Lebenshaltungskosten und die Auslandskrankenversicherung sowie bis zu 1.000 Euro für An- und Abreise. Wer Studiengebühren zahlen muss, kann dafür rückzahlungsfrei bis zu 5.600 Euro bekommen. Wenn du etwa ein halbes Jahr vor der möglichen Abreise einen Vorabentscheid formlos beantragst, weißt du danach, ob sich Auslands-Bafög lohnt.

Credit-Points

Wenn du in Marseille oder einer anderen europäischen Stadt studierst, kannst du dir die Kurse an deiner Heimat-Uni gleichwertig anrechnen lassen. Das regelt das sogenannte European Credit Transfer System, kurz ECTS. Dafür müssen Inhalt und Arbeitsaufwand der Kurse vergleichbar sein. Ob das zutrifft, kann man meistens der Kursbeschreibung entnehmen und mit den Studiengangskoordinator:innen im sogenannten Learning Agreement festhalten. Für die Anrechnung der Noten gibt es Umrechnungstabellen.

DAAD

Du denkst, du hast keine Kohle für ein Semester in Tokio? Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) vergibt jährlich Stipendien für Auslandssemester, -praktika und Forschungsaufenthalte in über 100 Ländern. Die Höhe hängt vom Land ab. In Kanada oder Schweden gibt es 1.150 Euro, in Japan 1.525 Euro monatlich. Simone Burkhart vom DAAD rät, sich ein Jahr im Voraus zu bewerben: "Für Stipendien in Asien können wir etwa jede dritte Bewerbung berücksichtigen, bei beliebten Regionen wie Skandinavien nur etwa jede fünfte."

Erasmus+

Mehr als 13 Millionen Austauschaufenthalte und eine Million Babys hat Europas wohl berühmtestes Austauschprogramm in 36 Jahren hervorgebracht. Mittlerweile können Studierende mit Erasmus+ in 33 Ländern studieren. Darunter sind auch Island, Serbien oder Lettland. Am beliebtesten sind Spanien, Frankreich und Italien. Im Programm entfallen die Studiengebühren, die Anrechnung der ECTS wird garantiert, und es gibt ein monatliches Stipendium von bis zu 600 Euro im Auslandssemester oder 750 Euro im Auslandspraktikum. Gefördert werden kann man für maximal zwölf Monate, im Bachelor und im Master. Bis zu 300 Euro Auslands-Bafög bleiben anrechnungsfrei.

Fernbeziehung

Jakob Kater & Swane Mund

Jakob Kater, 23, und Swane Mund, 23, sind seit einem Jahr ein Paar. Ein Semester lang führten sie über 1700 Kilometer voneinander entfernt eine Beziehung. Wie haben sie das geschafft?

Jakob: "Swane und ich kannten uns erst ein halbes Jahr, als ich für vier Monate ins Auslandssemester nach Vaasa in Finnland ging. Ich hatte echt Respekt vor der Zeit ohne sie. Vorher haben wir uns fast täglich gesehen."

Swane: "Ich erinnere mich gut daran, wie ich anfangs noch meinte: 'Eine Fernbeziehung ist nichts für mich.' Aber nach einem gemeinsamen Roadtrip durch Italien wollte ich es dann doch probieren." 

Jakob: "Swane kam mich nach acht Wochen in Finnland besuchen. Dort habe ich ihr meine Lieblingsorte gezeigt und meine neuen Freund:innen vorgestellt. Danach konnten wir darüber in unseren täglichen WhatsApp-Videocalls sprechen." 

Swane: "Es war mir wichtig, Jakob zu besuchen. So konnte ich den neuen Namen in seinen Geschichten Gesichter zuordnen und hatte das Gefühl, Teil seines Lebens zu sein. Schwer wurde es für mich, als wir einmal nicht reden konnten, weil Jakob bei minus 15 Grad fünf Tage ohne Empfang in der Wildnis wanderte." 

Jakob: "Mit dem Vermissen war es für mich gegen Ende am schwersten. Da habe ich mich innerlich schon auf zu Hause vorbereitet, und Finnland war nicht mehr neu und aufregend. Ich bin froh, dass wir jetzt wieder in derselben Stadt wohnen."

Gast-Uni

Du kannst dir das Semester an deiner Gast-Uni auch selbst organisieren, dann bist du ein sogenannter Freemover. Anders als im Erasmus-Programm müssen Studierende dann die Studiengebühren selbst zahlen. Wer überlegt, das zu tun, sollte für seinen Fachbereich und Berufswunsch recherchieren und sich nicht nur auf allgemeine Bestenlisten verlassen. Denn: Meeresbiologie studiert sich auf der Insel Tasmanien vielleicht besser als in Harvard und Yale.

Heimweh

"In meinem Auslandssemester in Lüttich in Belgien ging so einiges schief: Meine Mitbewohnerin und ich verstanden uns nicht gut, und es fielen so viele Kurse aus, dass ich am Ende nur noch rund sechs Stunden Uni hatte. Ich fühlte mich einsam, vor allem an den Wochenenden, an denen belgische Studierende meistens nach Hause fahren. Zuerst habe ich versucht, mich aufzumuntern: Ich ging in Museen und machte Ausflüge in die Nachbarstädte, nach Brüssel und Gent, teilweise zum zweiten Mal. Doch gegen Heimweh half das wenig. Ich weinte täglich und konnte zeitweise kaum etwas essen. Es ging mir so schlecht, dass ich mich an die psychologische Beratung meiner Heimat-Uni in Bochum wendete, obwohl ich mir nicht sicher war, ob ich da überhaupt richtig war. Diese Sorge nahm mir die Psychologin während unseres Zoom-Calls. Am Anfang hörte sie mir zu, dann machten wir einen Plan: Da meine Heimatstadt nur 200 Kilometer entfernt war, entschied ich, an den Wochenenden nach Hause zu fahren. Über eine Studienorganisation traf ich außerdem Menschen, die auch Heimweh hatten. Das half mir zu verstehen: Ich bin nicht allein. Außerdem lud ich meine Freund:innen und meine Familie zu mir ein. So fühlte ich mich weniger einsam. Obwohl es nicht einfach war, würde ich wieder ins Ausland gehen. Das nächste Mal aber vielleicht eher für ein Praktikum oder einen Freiwilligendienst."

Merle Karpenstein

Merle Karpenstein, 22, studiert Medien- und Sozialwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum.

International-Office 

Du willst wissen, welches Visum du brauchst, um in Hongkong zu studieren? Oder wie du an einen Wohnheimplatz in Reykjavík kommst? Das International Office ist für jede Form des Auslandsaufenthalts der erste Ansprechpartner. Hier kannst du dich über Partner-Unis, Bewerbungsverfahren, Finanzierungsmöglichkeiten und Wohnheimplätze informieren. Den meisten Kontakt hast du mit dem International Office am Anfang, weil es dir bei quasi allem hilft. Es sagt dir, welche Dokumente bei der Bewerbung noch fehlen oder welche Stipendien es gibt.

Jobben

Du willst neben dem Studium im Café kellnern? "Ob und wie viel du arbeiten darfst, hängt von der Rechtslage im jeweiligen Land ab", sagt die Arbeitsrechtlerin Mareike Curtze. Das heißt: Mit einem australischen Studierendenvisum darf man in der Semesterzeit bis zu 48 Stunden innerhalb von zwei Wochen arbeiten, in den USA in der Regel nur auf dem Campus, in China gar nicht. Und in der EU dürfen sich alle EU-Bürger:innen auch ohne Arbeitsvisum einen Job suchen.

Kommiliton:innen

"Schon am Flughafen begrüßte mich mein neuer Mitbewohner Ben mit den Worten: 'Wir haben eine Welcome-Party für dich organisiert.' Ich hatte zwar krassen Jetlag, war aber total gerührt. Und so ging es dann auch den Rest der Zeit weiter: Ben, Australier, und Andrew, Neuseeländer, waren offen, hilfsbereit und witzig. Weil bei uns in der Wohnung ständig neue Leute vorbeikamen, fand ich schnell neue Freund:innen. An eine Geschichte erinnere ich mich besonders gern: Einen Monat nach meinem Einzug bekamen wir einen Brief von unserer Vermieterin. Sie schrieb, dass wir den Rasen mähen müssten. Meine Mitbewohner organisierten einen Tag vor der Inspektion einen Rasenmäher, der dann aber nicht funktionierte. Weil wir keine Mahngebühren zahlen wollten, entschieden wir, das 10 x 2 Meter große Gartenstück zwei Stunden lang mit Gartenscheren zu schneiden. Das verbindet uns bis heute. Vor allem mit Ben habe ich noch ab und an Kontakt. Erst letztes Jahr ist er in eine neue Wohnung gezogen und hat mir dafür extra eine kleine Room-Tour gefilmt. Ich hoffe, ich kann die beiden irgendwann noch mal besuchen." 

Kathrin Rettinger

Kathrin Rettinger, 24, studiert Angewandte Ingenieurwissenschaft an der Hochschule Regensburg und war für acht Wochen an der Murdoch University in Perth.

Lebenslauf

"Jedes Land braucht seinen eigenen Lebenslauf", sagt die Studienberaterin Ruth Rodriguez. In den USA zum Beispiel sei er eine Seite lang, man müsse nicht angeben, wann man geboren sei und woher man komme, und kein Foto einfügen. In Frankreich solle man den Lebenslauf mit einer Zusammenfassung der persönlichen Stärken und Karriereziele beginnen. In spanischsprachigen Bewerbungen solle man keine Zeugnisse und Ähnliches anhängen.

Masterarbeit

Du bist mit allen Kursen durch und denkst, es ist zu spät, noch ins Ausland zu gehen? "Wer seine Masterarbeit im Ausland schreibt, muss als Gastforscher:in in der Regel keine Gebühren zahlen und kann den Aufenthalt komplett frei wählen, ohne an Semesterzeiten gebunden zu sein", sagt Harald David vom International Office der LMU. Einzige Voraussetzung: Deine Masterarbeit muss sowohl im Ausland als auch an deiner Hochschule in Deutschland betreut werden.

Nein

Alle Freund:innen gehen ins Ausland, und du fühlst es einfach nicht? Kein Stress! Bis zum 31. Geburtstag kann jede:r ein Jahr Work and Travel in Neuseeland und Australien machen, in Kanada sogar bis zum 36. Geburtstag. Alle, die Reisen und Arbeiten verbinden wollen, finden auf der Website www.workaway.info/de viele Angebote. So kann man zum Beispiel in Japan bei der Bambus-Ernte oder in Israel auf einem Bauernhof helfen. Und wer schon im Job ist, kann überlegen, seine:n Chef:in nach einem Sabbatical zu fragen.

Oxford

"Ich hätte mich vielleicht nie in Oxford beworben, wenn ich mich nicht mit der Biografie von Kristina Lunz, der Gründerin des Centre for Feminist Foreign Policy, beschäftigt hätte. Sie ist wie ich Erstakademikerin und schaffte es nach Oxford. Also beschloss ich, mich dort für den Master in International Relations zu bewerben. Dafür musste ich neben meinen Noten zwei 2.000 Wörter lange Texte einreichen, darunter einen Essay über ausländische Investitionen in Deutschland und ein Exzerpt meiner Forschungsarbeit über Frauen in der Diplomatie. In meinem Motivationsschreiben schrieb ich über mein Forschungsprojekt, mit dem ich einen Preis gewonnen hatte, und gab einen Ausblick, was ich in meiner Masterarbeit untersuchen wollte. Außerdem musste ich drei Empfehlungsschreiben organisieren, die die Personen dann per E-Mail eingereicht haben, und einen TOEFL-Test machen. Ich hatte 110 Punkte, eine Punktlandung für Oxford. Als die E-Mail mit der Zusage kam, konnte ich es nicht fassen. Und noch weniger, als ich dann noch das Adam Von Trott Scholarship bekam, das meine Studiengebühren von etwa 36.000 Euro pro Jahr und die Lebenshaltungskosten übernahm. Ich bin immer noch froh, dass ich mich getraut habe, mich zu bewerben."

Larissa Greul

Larissa Greul, 23, studierte vorher Soziologie, Politik und Wirtschaft an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen.

Party

Die Nacht auf der Welcome-Party durchtanzen oder mit der Erasmus-Gang durch die Pubs ziehen, all das ist eh möglich. Außerdem kannst du dich zum Beispiel über die App MeetUp mit Leuten zum Eisbaden, Programmieren, Sprachunterricht oder für Ausflüge verabreden. Auch über Komoot kannst du dich für Wander- oder Radtouren mit anderen Leuten verabreden und so das Land kennenlernen.

Qualifizierung

Die good news: Ein Platz in einem Austauschprogramm hängt nicht nur von Noten ab. "Wer beim Ort flexibel ist, kann sich den Traum vom Auslandssemester meist erfüllen", sagt Harald David von der LMU. Wichtig seien bei der Bewerbung die Sprachkenntnisse: "Wenn man zum Beispiel in Lateinamerika studieren möchte, muss man fließend Spanisch sprechen und schreiben können, weil es dort kein ausreichend englischsprachiges Lehrangebot gibt", sagt Harald David.

Reisen

Wer nicht nur auf dem Campus abhängen, sondern auch das Land bereisen möchte, sollte darauf achten, wann das Semester endet: In den USA beginnen die Semesterferien zum Beispiel meistens im Mai und Dezember und in Neuseeland und Südafrika meist im Juni und November. Sonja Hanisch, Studienberaterin bei GOstralia!-GOmerica!, sagt: "In Ländern wie Australien oder Neuseeland muss man spätestens vier Wochen nach Semesterende ausreisen. Wer länger bleiben möchte, sollte im Anschluss ans Studierenden- ein Touristenvisum beantragen." 

Stipendien

Viele deutsche Stiftungen wie die Studienstiftung des deutschen Volkes oder die Stiftung der Deutschen Wirtschaft fördern Auslandssemester. Auch viele Unis im Ausland schreiben eigene Study-Abroad-Stipendien aus, darunter die Victoria University of Wellington oder die University of Technology in Sydney. Mit länderspezifischen Stipendien wie dem Fulbright-Stipendium, kann man etwa monatlich bis zu 3800 US-Dollar für das Auslandsstudium in den USA bekommen.

TOEFL

An vielen Unis müssen Studierende nachweisen, dass sie die Landessprache sprechen: "Im englischsprachigen Raum in der Regel mit den Tests TOEFL oder IELTS", sagt Harald David von der LMU. Für französischsprachige Länder sei das häufig das DELF/DALF-Zertifikat, für China der HSK und für Japan der EJU oder JLPT. "Manchmal reicht aber auch die Note der jeweiligen Fremdsprache im Abiturzeugnis", sagt Harald David. Welches Zertifikat gefordert wird, muss man für jede Hochschule einzeln recherchieren.

Urlaubssemester 

Während des Auslandssemesters kann man entweder eingeschrieben bleiben oder ein Urlaubssemester beantragen. Ein Urlaubssemester zählt nur als Hochschul-, nicht aber als Fachsemester. So kann man das Studium unter Umständen auch dann noch in Regelstudienzeit abschließen, wenn nicht alle Kurse aus dem Ausland angerechnet werden können. Das kann für das Bafög-Amt oder den Stipendiengeber wichtig werden. Wer schon im Dezember aus dem Auslandssemester zurückkommt und nicht im Urlaubssemester war, kann im Januar noch Prüfungsleistungen an der Heimat-Uni erbringen. Aber Achtung: Wer ein ganzes Jahr ins Ausland geht und zwei Urlaubssemester nimmt, kann sich in der Regel danach im ganzen Studium nicht mehr für Dinge wie ein Praxissemester beurlauben lassen.

Versicherungen

Wer im Ausland krank wird oder einen Unfall baut, will abgesichert sein. Deshalb sollte sich jede:r mindestens kranken-, unfall- und privathaftpflichtversichern. "Wer im Ausland studiert, sollte sich beim Thema Versicherung immer die einzelnen Bedingungen des Studierendenvisums und der Hochschule im Ausland ansehen", sagt die Studienberaterin Sonja Hanisch. Bei Erasmus+ muss man sich selbst versichern, beim DAAD-Stipendium ist alles dabei.

Wohnen

Studierende können sich mit ihrer Bewerbung oft schon um einen Platz im Studierendenwohnheim bewerben. An der Tel Aviv University zahlen Studierende während eines Auslandssemesters umgerechnet rund 700 Euro im Monat für ein Zimmer. An der Johns Hopkins University sind es umgerechnet mehr als 1.300 Euro. Wenn du selbst nach einem WG-Zimmer suchen willst, kannst du in Spanien, Portugal oder Italien auf idealista.com suchen oder auf spareroom.co.uk in Großbritannien.

XXL

Wem ein oder zwei Semester im Ausland nicht reichen, die oder der kann auch komplett dort studieren. In Österreich, Ungarn oder den Niederlanden zum Beispiel gibt es keinen NC auf Psychologie und Medizin, sondern einen Eignungstest. Einige Hochschulen bieten internationalen Studierenden außerdem Stipendien an, etwa die San José State University in Kalifornien. Dafür kann man sich unter anderem mit einer Notenübersicht und einem Essay bewerben.

YOLO

"Ich habe mein Auslandssemester auf Hawaii gemacht, weil ich schon immer mal am Strand leben wollte. Da ich schon alle ETCS für meinen Bachelor zusammenhatte, konnte ich meine Kurse frei wählen. Also habe ich unter anderem 'Beginning Hula Performance'und 'Oceanographic Field Techniques' belegt. Im Hula-Kurs hat uns eine hawaiianische Lehrerin Tanzen und auch ein bisschen Hawaiianisch beigebracht. In Ozeanografie sind wir alle zwei Wochen mit dem Boot aufs Meer gefahren und haben Plankton untersucht. Ich hatte zwar von Montag bis Donnerstag Anwesenheitspflicht, trotzdem blieb mir meistens der halbe Tag, um zu surfen, zu wandern oder zu tauchen. Einmal habe ich sogar eine Woche geschwänzt, um auf der Insel Kauai zu zelten. Dort wurde 'Jurassic Park' gedreht. An einen Ausflug erinnere ich mich besonders gerne: Im Spring Break bin ich mit neun Kommiliton:innen nach Big Island gereist. Dort hatten wir eine Airbnb-Unterkunft mit Pool, Whirlpool und Blick auf den Ozean gemietet. Mit dem Pick-up-Truck fuhren wir zum Papakōlea Beach, einem der vier grünsten Strände der Welt. Wir haben außerdem Lava auf einem aktiven Vulkan gesehen, Schildkröten an einem schwarzen Strand beobachtet und aus Kokosnüssen getrunken. Es war einfach herrlich." 

Dorothea Jehmlich

Dorothea Jehmlich, 23, studierte Medienmanagement an der Hochschule Mittweida.

Zeitpunkt

Wer von einem Auslandssemester an der Universität Porto oder an der Arctic University of Norway in Tromsø träumt, sollte mindestens zwei Semester vorher mit der Planung anfangen: "Die meisten Studierenden gehen im fünften oder sechsten Bachelorsemester ins Ausland", sagt Harald David vom International Office der LMU. An sich sei das zwar ab dem dritten Semester möglich, meistens habe man da aber noch gar keine Noten, mit denen man sich für einen Austauschplatz bewerben könne, erklärt er. Im Master gingen die meisten im dritten oder vierten Semester ins Ausland.

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