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Levka, 26 Jahre, 13. Semester: Private Universität Witten/Herdecke

Wie ist der Modellstudiengang an deiner Universität aufgebaut?

Das Studium ist in die Vorklinik und die Klinik gegliedert. Der Unterschied zum Regelstudiengang ist, dass man sich in der Vorklinik pro Woche mit einem Themenfall beschäftigt. Da hat man keine klassischen Vorlesungen übers Semester, sondern pro Woche einen Fall. Z.B. hat man in der ersten Woche einen Patienten, der vorgestellt wird, weil er umgeknickt ist und Schmerzen im Fuß hat. An diesem Fall erarbeitet man dann verschiedene Fächer wie Physik, Chemie, Biochemie und Anatomie. Folglich hat man so das ganze Semester über mit Patienten zu tun, die in dem Fall fiktiv sind.
Physikum gibt’s bei uns nicht, stattdessen haben wir fünf physikumsersetzende Prüfungen. Davon sind drei schriftlich und zwei praktisch, wobei die auch schon sehr klinisch ausgerichtet sind.
In der Klinik haben wir ganz viele Blöcke und sind wirklich im Krankenhaus. Hier lernen wir die verschieden Fachrichtungen kennen, arbeiten mit und haben teilweise auch die Prüfungen im Krankenhaus.

Was sind die Zulassungsvoraussetzungen?

Die Besonderheit ist, dass man nicht (nur) nach dem NC ausgewählt wird. Die Verantwortlichen fragen die Bewerber: Was muss ein guter Arzt mitbringen? Und das ist nicht notwendigerweise ein NC von 1,0. Stattdessen schaut man: Ist der Bewerber empathisch? Kann ich mir den als Arzt vorstellen? Was hat er für soziale Kompetenzen? Hat er schon eine Ausbildung im medizinischen Bereich? Das alles wird sehr genau beleuchtet, die Bewerbung ist sehr ausführlich, es gibt ein Auswahlwochenende, an dem Gespräche mit Gutachtern und anderen Studierenden stattfinden. Danach wird dann ausgewählt.

Welche Vorteile bietet der Modellstudiengang?

Mir hilft es sehr, dass ich nichts Theoretisches lernen muss, was ich nicht brauche. Ich habe wirklich das Gefühl, alles das, was ich lerne, kann ich später anwenden. Damals, als ich mich entscheiden musste, an welcher Uni ich studieren will, habe ich mir viele Medizin-Unis angeschaut. Was mich in Witten angesprochen hat, war, dass ich nicht das Gefühl habe, ich setze mich in die nächste Schule, sondern dass ich von Anfang an das mache, weshalb ich Medizin studieren will.

Was ist das Besondere am Modellstudiengang konkret an deiner Universität?

Neben dem Medizinstudium studiert jeder Medizinstudent auch das Studium fundamentale. Das findet immer donnerstags statt und man kann alle Kurse der Universität besuchen, wie z.B. Politik, Philosophie, Kulturreflexion und Geschichte. Dadurch können die Studenten über den Tellerrand gucken und schauen, was es außerhalb der Medizinwelt noch gibt.

Witten war außerdem die erste Uni in Deutschland mit Modellstudiengang. Da Witten eine Privatuni ist, kostet sie natürlich Geld. Wer den Betrag nicht aufbringen kann, hat die Möglichkeit, das Geld über die Studierendengesellschaft zu bekommen und es dann nach dem Studium einkommensabhängig zurückzuzahlen.

Welche Nachteile bringt der Modellstudiengang mit sich?

In Witten kann man sehr viel frei entscheiden und gestalten. Das birgt die Gefahr, dass man sich ein bisschen verliert und manches nicht organisiert bekommt.

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