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Wie werte ich Sekundärliteratur aus?

Wie werte ich Sekundärliteratur systematisch und zeitsparend aus?

In dieser Phase des wissenschaftlichen Arbeitens verlieren einige Studenten den Überblick: In den meisten Fällen kann man unmöglich alle Publikationen zu einem Thema lesen, die einem der Katalog oder die Datenbanken ausspucken. Um die richtige Sekundärliteratur für deine Thesis zu finden, solltest du daher planvoll vorgehen.

Im Zuge deiner strukturierten Literaturrecherche überfliegst du zunächst die Bücher und Aufsätze grob: Wie vielversprechend ist das Inhaltsverzeichnis? Lässt der Klappentext Rückschlüsse darüber zu, ob der Inhalt zu deinem Thema passt? Welche Zwischenüberschriften scheinen dir nützlich? Behandelt die Publikation dein Thema als Ganzes oder nur einen kleinen Teilaspekt?

Beginne dann mit den Büchern oder Aufsätzen, die für dein Thema als Ganzes interessant sind. Lies vor allem die Passagen gründlich, die gut zu deinem Thema passen. Den Rest kannst du entweder überfliegen oder ganz weglassen. Arbeite dich dann von den besonders wichtigen Texten zu den weniger wichtigen Publikationen voran. Wenn keine Zeit mehr für die letzten vier Aufsätze oder das letzte Buch bleibt, ist das nicht so schlimm.

Gut gegliedert ist halb gewonnen: Wie schreibt man wissenschaftliche Arbeiten?

Grundsätzlich enthält eine wissenschaftliche Arbeit immer Einleitung, Hauptteil und Schluss. In der Einleitung (oder Einführung) benennst du dein Thema und erklärst seine Relevanz. Du formulierst auch deine konkrete Forschungsfrage. Diese ist nicht identisch mit dem Thema.

Außerdem beschreibst du in der Einleitung den Aufbau deiner wissenschaftlichen Arbeit. Du kannst auch bereits kurz auf den Forschungsstand zu deinem Thema eingehen, um die Notwendigkeit deiner Arbeit zu belegen. Platz für einen ausführlichen Rückblick auf den Stand der Sekundärliteratur ist in der Einleitung allerdings nicht. Ob du schon in diesem Kapitel die wichtigsten Fachbegriffe erklärst, solltest du dir ebenfalls gut überlegen. Viele Dozenten verlangen ein eigenes Kapitel mit Definitionen.

Im Hauptteil folgt die eigentliche Untersuchung – und damit das Herzstück deiner wissenschaftlichen Arbeit. Wie die genau aussieht, hängt natürlich von deinem Thema ab. Achte aber immer darauf, dass in diesem Kapitel (wie in der gesamten Thesis) ein roter Faden erkennbar ist. Wenn deine wissenschaftliche Arbeit logisch aufgebaut ist, hast du bereits eine wichtige Hürde auf dem Weg zur Traumnote genommen.

Die Qualität deiner Gliederung testest du, indem du sie Freunden oder Kommilitonen vorstellst. Als Außenstehende können sie dir ehrlich sagen, ob die Zusammenhänge nachvollziehbar sind, und wo noch Verbesserungsbedarf besteht.

Im Schluss (oder Fazit) ziehst du Bilanz: Konntest du deine Forschungsfrage beantworten? Wenn ja, wie lautet die Antwort? Beschreibe außerdem noch einmal kurz, wie du bei der Untersuchung vorgegangen bist. Gib abschließend einen kurzen Ausblick darüber, wo noch Forschungslücken bestehen.

Wie zitiere ich richtig? Was muss zitiert werden, was nicht?

Das Thema Zitieren sorgt bei vielen Studenten für Unsicherheit. Das Problem: Die Form des Zitierens ist von Hochschule zu Hochschule und von Institut zu Institut (und manchmal auch von Dozent zu Dozent) unterschiedlich. Es gibt also nicht die eine Regel, an die man sich halten kann.

Du solltest dich daher vor dem Schreiben erkundigen, ob es an deinem Institut einen Leitfaden zum wissenschaftlichen Arbeiten im Allgemeinen und zum Umgang mit Sekundärliteratur im Besonderen gibt. Oft findet sich auf der Homepage der Hochschule oder des jeweiligen Seminars eine Anleitung. Alternativ kannst du auch deinen Gutachter fragen, welche Zitierweise er bevorzugt. Wenn es institutseigene Richtlinien gibt, solltest du dich daran halten.

Was zitiert werden muss, ist eindeutiger geregelt: Du musst alles belegen, was nicht von dir stammt. Wenn du eine These oder eine Aussage aus einem Aufsatz übernimmst, musst du das kenntlich machen. Für Allgemeinwissen musst du dagegen keine Quelle angeben. Wenn du beispielsweise schreibst, "Wasser hat die chemische Formel H2O" oder "der Erste Weltkrieg dauerte von 1914 bis 1918", musst du das nicht belegen. Für die vielen Fälle, die irgendwo dazwischenliegen, gilt: lieber zu viel als zu wenig zitieren.

Wie funktioniert wissenschaftliches Arbeiten?

Viele Studenten sind unsicher, was wissenschaftliches Arbeiten konkret bedeutet. Eine wissenschaftliche Arbeit kann eine Haus- oder Abschlussarbeit sein, aber auch ein Referat. Wichtige Aspekte des wissenschaftlichen Arbeitens sind:

  • die Literaturrecherche, sprich die Suche nach wichtiger und seriöser Sekundärliteratur, die dir das Thema näherbringt
  • die kritische Auswertung dieser Literatur
  • eine möglichst objektive Untersuchung deines Themas
  • eine logische Gliederung
  • das Belegen von fremdem Gedankengut mithilfe von Zitaten
  • das Ausformulieren deiner eigenen Gedankengänge

Auch die Suche nach einer Problemstellung kann dazugehören: Wenn dir dein Dozent keine Vorgabe macht, musst du selbst ein geeignetes Thema recherchieren, das noch nicht "abgegrast" ist und das dem Umfang der wissenschaftlichen Arbeit angemessen ist.

Was zeichnet wissenschaftliches Schreiben aus?

In jedem Fall solltest du auf eine klare Ausdrucksweise achten. Viele Studenten (und leider auch manche Wissenschaftler) halten Schachtelsätze und möglichst unverständliche Formulierungen für ein Qualitätsmerkmal wissenschaftlicher Arbeiten. Aber Vorsicht: Mit komplexen Zehnzeilensätzen schindest du keinen Eindruck. Im Zweifelsfall ärgert sich dein Dozent nur beim Lesen. Orientiere dich beim Schreiben an Publikationen, die du selbst gerne gelesen hast. Dein Gutachter wird es dir danken.

Verwende passende Fachbegriffe, definiere wichtige Schlagwörter und vermeide umgangssprachliche Formulierungen und Verallgemeinerungen à la "wie ja allgemein bekannt ist". Dann kann beim wissenschaftlichen Schreiben nicht mehr viel schiefgehen.

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