Partner von:

Studium im sonnigen Süden

Barcelona Spanien [Quelle: unsplash.com, Joseph Gilbey]

Quelle: unsplash.com, Joseph Gilbey

Spanien ist nicht ohne Grund das beliebteste Austauschland von Erasmus-Studenten: Neben lebendigen Metropolen wie Madrid oder Barcelona locken traumhafte Landschaften und rund 1900 Sonnenstunden pro Jahr. Wie du dir dein Studium in Spanien sicherst und was dich erwartet, liest du hier.

Die spanische Hochschullandschaft

Der Bedarf an Akademikern in Spanien wächst, sodass sich die Studierendenzahl innerhalb von 20 Jahren beinahe verdoppelte. Die rund 1,5 Millionen Studenten verteilen sich auf 50 staatliche sowie 22 private Hochschulen – eine davon ist die IE University mit Standorten in Madrid und Segovia.

Die staatlichen Universitäten unterstehen dem spanischen Erziehungsministerium, wobei die Regierungen der 17 Comunidades Autónomas (Autonome Gemeinschaften) – insbesondere Katalonien und das Baskenland – weitreichende Verwaltungsrechte besitzen. Die Zulassung zum Universitätsstudium sowie die Abschlüsse sind landesweit einheitlich geregelt.

Struktur der Hochschulen

Die spanische Universität (universidad) bietet Hochschul- und Fachhochschulausbildung unter einem Dach. Sie ist eine integrierte Hochschule, die ebenso den klassischen Fächern in den Fakultäten Raum gibt wie auch den Ingenieurwissenschaften in den Escuelas Politécnicas Superiores.

Studiengebühren

Die Studiengebühren für die staatlichen Universitäten werden jährlich neu festgelegt und betragen etwa 500 bis 800 Euro pro Studienjahr. Die aktuellen Studiengebühren für das bevorstehende akademische Jahr werden jeweils im September vom Boletín Oficial de Estado veröffentlicht.

Hochschulrankings in Spanien

Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in Spanien kaum Hochschulrankings. Am aussagekräftigsten ist das jährlich veröffentlichte Ranking der konservativen Tageszeitung El Mundo, das neben den staatlichen und privaten Hochschulen auch die 50 verschiedenen Studiengänge erfasst. Auf den vorderen Rängen sind meist die Hochschulen aus Madrid und Katalonien zu finden.

Das spanische Studiensystem

Studienaufbau und -abschlüsse

Das Studium in Spanien ist bisher aus Zyklen, ciclos, aufgebaut. Jeder Zyklus dauert zwei bis drei Jahre. Neben Kurzzeitstudien, die nach einem Ciclo mit einem berufsqualifizierenden Abschluss (diplomado) beendet werden, gibt es Langzeitstudiengänge wie beispielsweise Architektur und Medizin, die mindestens zwei Studienzyklen umfassen. Diese Studiengänge schließen Studenten mit dem Titel licenciado/a, arquitecto/a oder ingeniero/a ab. Der dritte Zyklus, tercer ciclo, ist Teil der Promotionsstudiengänge.

Bachelor-Studiengänge dauern durchgängig vier Jahre, die darauf aufbauenden Master-Studien ein bis zwei Jahre. Im Rahmen der Umstellung des Studienaufbaus wurde auch das Creditpoint-System eingeführt, wobei ein crédito zehn Stunden in Lehrveranstaltungen oder beim Selbststudium entspricht.

Spanische Hochschulen rechnen nicht in Semestern, sondern in Studienjahren, die von September oder Oktober bis Mai dauern.

Unterrichtsform

An spanischen Universitäten wird vor allem im Frontalunterricht gelehrt. Technische Hilfsmittel wie Beamer oder Projektoren sind in den Vorlesungen selten zu sehen. Der Professor diktiert, die Studenten stenografieren mit (die Mitschriften heißen apuntes), Fragen durch die Studenten sind eher unüblich. Nur langsam werden Referate in den Unterricht aufgenommen. Auch die bei uns wichtigen wissenschaftlichen (Haus-)Arbeiten sind noch nicht sehr verbreitet – Noten werden in schriftlichen Prüfungen erworben. Selbst für den studienabschließenden akademischen Titel muss man in aller Regel keine umfangreiche Abschlussarbeit vorlegen: Der Student erhält ihn, wenn er eine bestimmte Anzahl an créditos (Creditpoints) erworben hat.

Die Endnote errechnet sich aus den nach jedem Jahr absolvierten Prüfungen. In Bewerbungen werden aber oft auch nur die Einzelnoten angegeben. Deutsche Studenten müssen sich an die Notenskala erst gewöhnen: In Spanien ist "eins" die schlechteste und "zehn" die beste Note (matrícula de honor), die nur für herausragende Leistungen vergeben wird. Eine Note unter fünf (suspenso) bedeutet, dass die Prüfung nicht bestanden wurde und wiederholt werden muss.

Erst während der Promotion befassen sich spanische Studenten mit der Technik wissenschaftlichen Arbeitens: Nach zwei Jahren Postgraduiertenstudium schreiben diejenigen, die den Doktortitel erwerben möchten, zum ersten Mal eine tesina genannte Arbeit. Sie umfasst etwa 50 bis 60 Seiten und stellt gewissermaßen die wissenschaftliche Vorprüfung zur folgenden tesis (Doktorarbeit) dar.

Studienaufbau in Spanien

Grundstudium

Das berufsqualifizierende Kurzstudium (ciclo corto) wird nicht an einer Universitätsfakultät studiert. Vielmehr sind die dem deutschen Fachhochschulstudium vergleichbaren "kurzen Zyklen" eine Angelegenheit der Escuelas Universitarias oder der Escuelas Universitarias Politécnicas. Diese Institutionen verleihen den Studierenden in der Regel nach drei Jahren den akademischen Grad des Diplomado, Arquitécto Técnico oder Ingeniero Técnico. Die Absolventen haben sich damit schon für den Arbeitsmarkt qualifiziert. Weiterstudieren können sie in der Regel nicht. Erst nach Besuch eines einjährigen Aufbaukurses dürfen die Absolventen bestimmter Kurzstudiengänge in den zweiten Studienzyklus einer Hochschule wechseln. Alle anderen Studiengänge münden nach dem ersten Studienzyklus nicht in einen berufsqualifizierenden Abschluss: Sie bereiten auf das Hauptstudium vor.

Die Studieninhalte im Grundstudium sind in vier Kategorien untergliedert:

  1. Stamminhalte (asignaturas troncales) müssen in allen Studiengängen angeboten werden, die zu einem bestimmten staatlich anerkannten Titel führen.
  2. Obligatorische Inhalte (asignaturas obligatorias) legt die einzelne Universität als verpflichtend fest.
  3. Wahlinhalte (asignaturas optativas) stellt die Hochschule ihren Studierenden zur Auswahl.
  4. Zehn Prozent ihrer Gesamtstudienleistung dürfen die Studierenden als Inhalte freier Auswahl (materias de libre elección) aus dem Angebot ihrer Universität wählen oder aus den Veranstaltungen einer anderen Hochschule, mit der ein entsprechendes Abkommen geschlossen wurde.

Hauptstudium

Das Langzeitstudium führt nach zwei erfolgreich beendeten Zyklen zum berufsqualifizierenden Abschluss. Je nach Studium und Lehrinstitution existieren verschiedene Grade. Die häufigsten sind:

  1. Die Licenciatura erwerben Studierende nach vier bis sechs Jahren an einer der klassischen Universitätsfakultäten. Der Abschluss hat keine deutsche Entsprechung, da er sowohl in geisteswissenschaftlichen Fächern, aber auch im Medizinstudium erworben wird.
  2. Die Licenciatura con Grado (Promotion) ist die Eintrittskarte für eine wissenschaftliche Karriere oder für die Lehrtätigkeit an einer Hochschule.
  3. Den Titel Arquitécto Superior oder Ingeniero Superior verleihen die Escuelas Técnicas Superiores und Escuelas Politécnicas Superiores nach fünf bis sechs Jahren.

Neben diesen staatlich anerkannten akademischen Abschlüssen (títulos oficiales) bieten spanische Hochschulen auch Grade an, die nicht in dem staatlichen Katalog enthalten sind. In der Regel sind diese Abschlüsse weniger wissenschafts- als marktorientiert. Zumeist sind diese títulos propios de universidad aber erst nach dem erfolgreich abgeschlossenen Hauptstudium zu erwerben.

Promotion

Die Aufnahme eines Promotionsstudiums setzt den Grad als Licenciado, Arquitécto oder Ingeniero voraus. Während des Studiums sind bestimmte Leistungsnachweise in eigenen Lehrveranstaltungen zu erbringen, es muss eine Dissertation angefertigt und diese öffentlich verteidigt werden. Mit dem Doktortitel erwirbt man bereits alle Voraussetzungen für eine Hochschulkarriere, denn eine Habilitation gibt es in Spanien nicht. An der Universidad Carlos III de Madrid kannst du im Programm Master/PhD in Business and Finance sogar innerhalb von fünf Jahren den Master und Doktortitel erwerben.

Master

Auch in Spanien nehmen die Master-Studiengänge zu. Dabei werden auch englischsprachige Programme angeboten. Die Aufnahme des Studiums setzt einen akademischen Titel voraus, der nach einem Langzeitstudium erworben wurde, und teilweise mehrjährige Berufserfahrung.

nach oben

Tipps fürs Studium und

Infos zu Top-Unis - einmal

monatlich in dein Postfach

Alle Website-Inhalte sowie die Community gibt es auch als App für Android und Apple.

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren