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Leben in Schweden

Leben und studieren in Schweden

Studentenvereinigung

Es steht jedem Studenten frei sich einer Nation oder Kår anzuschliessen. Die "Nationer" sind sozusagen die studentischen Gewerkschaften. In den meisten Hochschulstädten gibt es verschiedene Vereinigungen, unter denen man wählen kann. Ursprünglich wählten die Studenten ihre Nation nach ihrem Herkunftsort aus und traten damit quasi einer Exilgemeinschaft bei. Heute ist das anders: Wenn es verschiedene Nationer zur Auswahl gibt, entscheiden die Neulinge einfach nach Sympathie.

Die Gebühren für eine Mitgliedschaft in einer Nation liegen bei 50 bis 350 SEK (etwa 5 bis 36 Euro) pro Semester. Die Studentenschaften unterstützen ihre Mitglieder bei der Wohnungssuche, der Organisation des Studiums und beim Zurechtfinden am neuen Studienort. Durch die Mitgliedschaft kommt man auch in den Genuss von vielen Ermäßigungen, und die Studentenvereinigungen organisieren außerdem eine Menge sozialer Aktivitäten. Wer sich bei ihnen engagiert, kann Stipendien bekommen oder in dem Haus der Nation wohnen.

Für ausländische Studenten gibt es außerdem in vielen Städten das ESN – Erasmus Students Network. Dies ist eine Organisation, die von Studenten betrieben wird und sich vor allem in der Orientierungsphase um das angenehme Ankommen in der neuen Heimat kümmern. Außerdem organisieren sie das ganze Jahr über Aktivitäten, die hochschulübergreifend für Studierende angeboten werden (z.B. das ESN Sea Battle oder ein Ausflug nach Swedish Lapland).

Aufenthaltsbestimmungen für Schweden

Studierende aus EU-Staaten haben es relativ leicht: Sie brauchen kein Visum und keine Aufenthaltserlaubnis, wenn sie nicht länger als drei Monate in Schweden bleiben. Wer ein ganzes Semester oder länger in Schweden studieren will, der muss eine Aufenthaltserlaubnis beantragen. Das kannst du bereits vor der Einreise bei der schwedischen Botschaft oder einem Konsulat in Deutschland erledigen. In Schweden selbst wendest du dich am besten an die lokale Beratungsstelle für ausländische Studenten oder direkt an die Einwanderungsbehörde in Norrköping. Die Aufenthaltsgenehmigung wird immer für ein Jahr erteilt. Wichtig ist, dass man den schwedischen Behörden beweisen muss, dass genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, um den Aufenthalt in Schweden bezahlen zu können.

Vorlegen musst du folgende Unterlagen:

  • Gültiger Pass oder Personalausweis
  • Zulassungsbescheid deiner schwedischen Hochschule
  • Nachweis finanzieller Sicherheiten (Stipendiennachweis, Bürgschaft der Eltern)
  • Krankenversicherungsnachweis

Wer länger als ein Jahr in Schweden bleiben möchte, kann sich offiziell registrieren lassen. Auf diesem Wege erhältst du eine Personennummer (personnummer). Sie besteht aus zehn Ziffern. Hierfür benötigst du einen gültigen Pass, den Zulassungsbescheid deiner schwedischen Hochschule, deine Aufenthaltsgenehmigung und - falls vorhanden - deine Heiratsurkunde. Nur mithilfe der Personennummer kommst du zum Beispiel bei medizinischer Betreuung in den Genuss von Vergünstigungen.

Um wiederum eine ID-Card zu erhalten, musst du schon registriert sein. Banken und Postämter stellen die ID-Cards aus. Dazu brauchst du einen Beleg mit deiner Personennummer und ein Passfoto (4x5cm). Außerdem solltest du jemanden mit einer gültigen ID-Card dabei haben, der für deine Identität bürgt. Schwedische Banken haben in der Regel von 9:30 bis 15 Uhr geöffnet.

Lebenshaltungskosten

Die Lebenshaltungskosten in Schweden sind etwas höher als in Deutschland, die Löhne etwas geringer. Dafür gibt es viele Sozialleistungen "inklusive" – sie sind im zugegebenermaßen hohen Steuersatz enthalten. Der braucht dich aber nicht zu interessieren. Lebensmittel, Benzin, alles für den täglichen Bedarf ist allerdings auch etwas teurer. Teuer ist z.B. das Essen in Restaurants und teilweise Fast-Food-Ketten. Sehr teuer und nicht an jeder Straßenecke zu haben ist Alkohol – alles mit mehr als 3,5 Vol.-% gibt es nur in staatlichen Alkoholläden (Systembolaget), die begrenzte Öffnungszeiten haben. Im Durchschnitt kann ein normaler Student mit ca. 8.000 SEK im Monat rechnen (dies entspricht ca. 850€).

Dass das Leben in Schweden teuer ist und nicht jeder ausländische Studierende ein Stipendium hat, ist auch der Regierung klar. Sie ist deshalb großzügig, was das Arbeiten betrifft: Studierende aus dem Ausland dürfen während ihres Aufenthalts in Schweden arbeiten. Eine spezielle Genehmigung brauchst du dafür nicht.

Die meisten schwedischen Studierenden wohnen im Studentenwohnheim. Diese Heime sind recht gut ausgestattet, obwohl es hier je nach Alter auch Unterschiede gibt. Man kann in 1-4 Zimmerwohnungen wohnen, oder auf einem Flur, zusammen mit 4-15 anderen Studenten. Dort hat man ein Zimmer, das oftmals ein eigenes Badezimmer und manchmal sogar eine eigene Küchennische beinhaltet. Es gibt gemeinsame Fernsehzimmer und Gemeinschaftsküchen. Da die Wohngemeinschaften über Jahre hinweg bestehen, sind die Küchen und Aufenthaltsräume oft gut ausgestattet, da Geschirr und elektrische Geräte meist schon angeschafft wurden. Viele überlassen diese Gegenstände bei Auszug einfach der Wohngemeinschaft. Somit muss man sich i.d.R. nicht um Geschirr oder ähnliches kümmern. Im Vergleich zu deutschen Wohnheimzimmern sind die Räume ziemlich groß: meist um die 20 Quadratmeter. Der Preis ist allerdings auch höher als in Deutschland üblich. Monatlich zahlen die Studenten etwa 2.000 bis 3.000 SEK (220 bis 330 Euro) für ein Zimmer.

Meist kann man auf der Internetsite der Hochschule Hinweise auf die Studentenwohnheime finden und mit ihnen per E-mail in Kontakt treten (mit etwas Glück bekommt man mit der Zulassung zur schwedischen Hochschule bereits ein Informationsblatt bzw. Formular, um sich für einen Platz im Wohnheim zu bewerben). Einfacher ist es allerdings oft, sich an das "International Student Office" oder deine Studentenvereinigung zu wenden. Die Mitarbeiter können dir dann erklären, wie du an eine Unterkunft kommst. Eine Garantie für ein Zimmer im Wohnheim gibt es aber nur, wenn man mit einem Austauschprogramm nach Schweden kommt. Auf studiereninschweden.de gibt es eine Übersicht mit Schweden-weiten Anbietern von Studentenwohnheimen.

Die Preise für private Zimmer und Wohnungen sind in Schweden recht hoch. Deshalb gibt es dort viele Wohngemeinschaften. Es lohnt sich, einen Blick auf die schwarzen Bretter der Uni zu werfen oder die lokalen Zeitungen aufzuschlagen. Für ein privates Appartment musst du mit Preisen von etwa 2.500 SEK (270 Euro) in kleineren Städten bis zu 3.400 SEK (370 Euro) in Städten wie Stockholm rechnen. Generell ist die Lage auf dem schwedischen Wohnungsmarkt angespannt, weil es einfach nicht genug freie Zimmer und Appartments gibt. Dies gilt ganz besonders für alte Städte wie Uppsala, Lund, Stockholm und Göteborg.

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