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Studium mit sonnigen Aussichten

Bauwerk in Athen Griechenland [Quelle: unsplash.com, Ömer Karakus]

Quelle: unsplash.com, Ömer Karakus

Eine vielfältige Hochschullandschaft und bestes Wetter erwarten dich in Griechenland. Also worauf wartest du noch? Informier dich über Zugangsvoraussetzungen, Studiengebühren und Stipendien und dein Studium in Griechenland kann beginnen.

Die Griechen haben die Nase vorn

Im Studentenaustausch zwischen Griechenland und Deutschland haben die Griechen deutlich die Nase vorn: Im Wintersemester 2005/06 studierten 5.850 griechische Studenten in Deutschland, sowohl an Fachhochschulen als auch an Universitäten. Die deutschen Studenten sind noch etwas verhaltener, wenn es darum geht, in Griechenland zu studieren. Im letzten Jahr waren es 60 Studenten, und auch in den Jahren zuvor waren es kaum mehr deutsche Studenten, die sich in den Südosten Europas locken ließen. Ein Hindernis könnte für viele die griechische Sprache sein. Denn zumindest bürokratische Hindernisse, gibt es nicht sehr viele. Schließlich wurde Griechenland 1981 das 10. Mitglied der Europäischen Gemeinschaft (der heutigen Europäischen Union).

Die Hellenische Republik

Seit 1974 ist Griechenland eine parlamentarische Demokratie. Ihre Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich erreichte die Hellenische Republik, so der offizielle Ländername, im Jahr 1830. Heute hat Griechenland etwa 10,5 Millionen Einwohner. Fast die Hälfte der Einwohner, nämlich rund 4,5 Millionen Menschen, leben im Großraum Athen/Piräus, wo auch die meisten Studenten zu finden sind.

Hochschullandschaft in Griechenland

Die Hochschullandschaft des modernen Griechenlands lässt sich unterteilen in jene Hochschulen und Universitäten, die bereits im vorletzten und frühen letzten Jahrhundert gegründet wurden, und jene, die erst in den 1970er Jahren gegründet wurden.

Etablierte Universitäten

Die Nationale Universität Kapodistrias in Athen wurde 1837 gegründet und heute studieren über 84.000 Studenten an dieser Universität in der griechischen Hauptstadt. Mit einem sehr guten Standard in Forschung und Lehre nimmt sie nicht nur in Griechenland, sondern in ganz Südosteuropa eine herausragende Rolle ein. Zu den schon länger etablierten Hochschulen gehört ebenfalls das Polytechnikum und die 1920 gegründete Wirtschaftsuniversität, beide in Athen. Daneben gehört zu den schon länger etablierten Hochschulen die Universität Thessaloniki, die 1925 gegründet wurde und heute mit rund 70.000 Studenten die zweitgrößte Universität Griechenlands ist.

Immer schon studierten die meisten Studenten in Griechenland im Großraum Athen/Piräus und Thessaloniki, vor den 1970er Jahren hatten sie auch nicht viele andere Möglichkeiten. Zwar studiert auch heute die Mehrzahl der Studenten noch in diesen Hochschulzentren, allerdings gibt es heute zumindest gute Alternativen. Diese Veränderung geht zurück auf eine politische Entscheidung, die genau dieser Zentralisierung entgegenwirken wollte. In den 1970er Jahren gab es eine große Zahl von Hochschul-Neugründungen außerhalb von Athen und Thessaloniki. Dazu gehören etwa die Universitäten in Patras, Thrakien, Ioannina, und die Hochschulen auf Kreta und Korfu. Viele dieser neueren Hochschulen sind auf wenige Fachbereiche spezialisiert.

Texnologika ekpaideytika Idrymata (TEI) – Fachhochschulen

Ebenfalls für eine stärkere Spezialisierung und gleichzeitig für eine stärkere Praxisorientierung sind Anfang der 1980er Jahre die Texnologika ekpaideytika Idrymata (TEI) gegründet worden, die über das ganze Land verteilt sind und den deutschen Fachhochschulen entsprechen. Die meisten Studiengänge haben eine Studiendauer von sechs Semestern. Hinzu kommt ein Praxissemester, bei dessen Organisation die TEI helfen. Das Fächerangebot der TEI ist nicht auf technische Fächer beschränkt, sondern umfasst z. B. auch Fächer wie Sozialarbeit, Design, Tourismus, Bibliothekswesen und Ausbildungsgänge im Gesundheitswesen wie Physiotherapie und Krankenpflege.

Private Hochschulen

Private Hochschulen sind in Griechenland nicht zulässig, denn laut Verfassung muss die Ausbildung an den Hochschulen kostenlos sein. Dass es dennoch private Hochschulen gibt, lässt sich damit erklären, dass etwa Länder wie die USA, Großbritannien und Frankreich Hochschulen in Griechenland gegründet haben, die allerdings keine eigenständigen Hochschulen sind, sondern eher Niederlassungen von US-amerikanischen, britischen und französischen Universitäten. Trotz hoher Studiengebühren sind diese Hochschulen sehr beliebt und finden großen Zulauf unter griechischen Studenten.

Studienaufbau in Griechenland

Zwei erste akademische Abschlüsse und zwei Studienstufen

Den ersten akademischen Grad Ptichioúchos erlangt man nach einem vierjährigen Studiengang in allen geisteswissenschaftlichen Fächern und in Medizin und Veterinärmedizin. Die Studiengänge in Medizin und Veterinärmedizin dauern zwölf bzw. zehn Semester. In allen Ingenieurwissenschaften und in Agrarwissenschaften sowie Architektur erlangt man als ersten akademischen Titel nach vier bis fünf Studienjahren den Diplomatoúchos. In den ingenieur- und agrarwissenschaftlichen Studiengängen müssen Abschlussarbeiten verfasst werden. In den anderen Studiengängen werden lediglich schriftliche oder mündliche Prüfungen verlangt.

Postgraduales Studium

Wer sein Studium mit einem Ptichioúchos oder Diplomatoúchos abschließt, kann ein postgraduales Studium anschließen. Das postgraduale Studium gliedert sich wiederum in zwei aufeinander aufbauende Stufen: Die erste postgraduale Studienstufe führt zu einer Spezialisierung, genannt Metaptychiako, die vergleichbar ist mit einem Aufbaustudiengang in Deutschland. Wer diese Spezialisierung, die etwa zwei Jahre dauert, erlangt hat, kann ein Promotionsstudium anschließen. Ein Promotionsstudium in Griechenland bedeutet, Seminare zu besuchen, Leistungsnachweise zu erbringen und eine Dissertation zu schreiben, die man dann in einem Rigorosum verteidigen muss. Alternativ kann auch eine mündliche Prüfung verlangt werden. Nur nebenbei bemerkt: Eine Habilitation gibt es in Griechenland nicht.

Anwesenheitspflicht an der TEI

An den Texnologika ekpaideytika Idrymata (TEI) beträgt die Regelstudienzeit sechs Semester. Als Abschluss erlangt man ein Diplom, vorausgesetzt man besucht alle im Studienplan festgelegten Lehrveranstaltungen – es herrscht Anwesenheitspflicht – und absolviert ein Praxissemester. Auch berufstätige Studenten können an den TEI studieren. Dafür gibt es extra Kurse am Abend oder Blockveranstaltungen am Wochenende. Weiterührende bzw. Aufbaustudiengänge genau wie Promotionen sind an den TEI bislang kaum organisiert. Es gibt allerdings Programme, die zum Ziel haben, den Absolventen der TEI eine Vertiefung bzw. Spezialisierung innerhalb ihres Fachgebiets zu ermöglichen. In der Regel dauern diese Spezialisierungsprogramme höchstens zehn Monate und werden von Praktika begleitet.

Benotung

Haus- oder Seminararbeiten werden von Studenten in Griechenland eher selten verlangt. Im Lehrangebot überwiegen auch die Vorlesungen, so dass am Ende eines Semesters umso mehr schriftliche Prüfungen anstehen. Die Benotung aller Prüfungen wird anhand einer Notenskala von 0 bis 10 Punkten vorgenommen, wobei eine Prüfung mit mindestens 5 Punkten als bestanden gilt.

Das akademische Jahr

Das akademische Jahr ist in Griechenland in Semester unterteilt, ein Semester wiederum dauert 15 Wochen. Zwei Wochen am Ende jedes Semesters sind für Prüfungen reserviert. Vorlesungsfreie Zeit haben die Studenten zum griechisch-orthodoxen Weihnachtsfest am 6. und 7. Januar und zu Ostern.

Anerkennung von Studienleistungen

Dank des European Credit Transfer System (ECTS) ist die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen zwischen deutschen und griechischen Hochschulen in der Regel kein Problem. Wer ganz sicher gehen will, wendet sich z.B. an seine deutsche Hochschule und bespricht die Ziele, die an der griechischen Universität erreicht werden sollen.

Sprachkenntnisse: Griechisch lernen

Die Lehrveranstaltungen an den griechischen Hochschulen finden (fast ausschließlich) in griechischer Sprache statt. Deshalb ist der Nachweis ausreichender Griechischkenntnisse auch eine Zugangsvoraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung an einer griechischen Hochschule.

Der Nachweis von Sprachkenntnissen kann durch die Vorlage folgender Dokumente erfolgen:

  • griechisches Sekundarschulabschlusszeugnis
  • Zertifikat des Zentrums für neugriechische Sprache an der Universität Athen bzw. des Instituts für neugriechische Sprache der Universität Thessaloniki. Die Kurse an den Universitäten in Athen und Thessaloniki sind kostenpflichtig.

Die Universität Heidelberg bietet seit 1994 die Möglichkeit, Prüfungen zur Erlangung des Europäischen Zertifikats für Neugriechisch abzulegen. Korrektur und Benotung erfolgen dann in Thessaloniki.

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