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Eiffelturm in Paris Frankreich [Quelle: unsplash.com, Alexander Kagan]

Quelle: unsplash.com, Alexander Kagan

Du willst bei unseren französischen Nachbarn studieren? Informier dich hier, welche sprachlichen Voraussetzungen dafür nötig sind, wie das Studium aufgebaut ist und welche Stipendien dir zur Verfügung stehen.

So ist das Studium in Frankreich aufgebaut

Zwar teilen auch die französischen Universitäten seit den neunziger Jahren das Studienjahr in Semester ein. Richtig durchgesetzt hat sich das jedoch nicht: Nach wie vor gilt das akademische Studienjahr als Maßstab aller Dinge. Umfangreiche Informationen und kostenlose Beratung und Vermittlung zum Studium in Frankreich bietet College Contact.

Das akademische Studienjahr in Frankreich

In den meisten Studiengängen kannst du das Studium dementsprechend nur im Herbst aufnehmen: Das Studienjahr (année universitaire) beginnt in fast allen Lehreinrichtungen im September und endet im Juni. In diesen Monaten finden die Abschlussexamina statt. Sie entscheiden darüber, ob du das Studienjahr erfolgreich absolviert hast. Falls nicht, musst du einen Teil der Lehrveranstaltungen oder sogar das ganze Programm wiederholen.

Zyklen statt Grund- und Hauptstudium

Die Hochschulen unterteilen das Studium in drei Abschnitte. Vom ersten zum dritten Zyklus spezialisiert sich das Studium zunehmend. Im Grundstudium sind die Wahlmöglichkeiten gering. Ein abgeschlossener erster Zyklus verschafft dir aber in der Regel das Recht zu mehreren Studiengängen des zweiten. Ein Abschluss im zweiten eröffnet dir mehrere Möglichkeiten für den dritten Zyklus.

Da derzeit im Zuge der Bologna-Reform auch in Frankreich neue Studienstrukturen nach dem Bachelor-Master-Modell eingeführt werden, ändert sich die genannte Einteilung jedoch zunehmend: Der erste Abschnitt wird in Zukunft nach drei Jahren mit der licence en 3 ans enden (entspricht etwa einem deutschen Bachelor). Den zweiten Abschnitt bildet ein zweijähriger Master, der in der Regel berufs- oder forschungsorientiert sein wird. Das doctorat (Promotion) soll in Zukunft der dritte mögliche Studienabschnitt sein.

1er cycle

  • Der 1er cycle umfasst wie das deutsche Grundstudium die ersten beiden Jahre an der Uni. Das vermittelte Wissen ist sehr breit gefächert – von Spezialisierung noch keine Spur. Mit über 20 Wochenstunden, regelmäßigen Leistungsnachweisen und hohem Aufwand zum Aufarbeiten der Inhalte wird den Studenten viel abverlangt. Die Abbruchquote liegt bei knapp 50 Prozent.
  • Der wichtigste Abschluss des 1er cycle ist das DEUG (diplôme d´études universitaires générales). Es entspricht dem Vordiplom oder der Zwischenprüfung in Deutschland und wird in allen Studienfächern außer Human- und Zahnmedizin und Pharmazie verliehen. Das DEUG berechtigt zum Beginn des 2ème cycle (Hauptstudium) und ist ein national anerkanntes Diplom. Es bietet aber keine spezifische Qualifikation für den Arbeitsmarkt. Dennoch ist keiner, der sein Studium mit Erwerb des DEUG an den Nagel hängt, ein Studienabbrecher.
  • Einige Universitäten verleihen nach zwei Studienjahren ein diplôme d'études universitaires scientifiques et techniques (DEUST). Es bietet eine Berufsqualifikation in Bereichen, die auf die individuellen Bedürfnisse der Region angepasst sind, in der die Uni angesiedelt ist.

2ème cycle

Der 2ème cycle schließt sich dem 1er cycle an, er entspricht dem deutschen Hauptstudium und wird mit der maîtrise (Magister oder Diplom) abgeschlossen. Der 2ème cycle dauert zwei Jahre. Das erste Jahr ist noch sehr verschult und endet mit dem Erwerb der licence. Sie ist Voraussetzung für die Zulassung ins zweite Studienjahr. Hier wird schon sehr viel mehr Eigeninitiative erwartet. Neben der Abschlussprüfung muss meistens eine große Hausarbeit und eine mémoire de maîtrise (Magister- oder Diplomarbeit) geschrieben werden. Nach bestandener Abschlussprüfung erlangt man seine maîtrise. Das ist ein allgemein anerkannter Hochschulabschluss, der mit dem Diplom oder Magister in Deutschland verglichen werden kann.

3ème cycle

Aufbau- und Promotionsstudiengänge sind diesem Abschnitt zugeordnet.

Fakultäten – les trois grandes facultés

Es gibt drei große Fakultäten (facultés) die sich in die einzelnen Fachbereiche aufgliedern.

  • Die faculté de droit, sciences politiques, économie et administration umfasst die Fachbereiche Recht, Wirtschaft, Politik und Verwaltungswissenschaften.
  • Zur faculté des lettres, arts et sciences humaines gehören die Geistes- und Sozialwissenschaften.
  • Die faculté des sciences et technologies umfasst die Fachbereiche Sportwissenschaften, Human- und Zahnmedizin, Informatik, Phamazie, Natur- und Ingenieurwissenschaften.

Nicht an jeder Universität kann jedes Fach studiert werden. Gerade in Städten mit mehreren Universitäten, wie in Paris, sind die einzelnen Hochschulen oft auf bestimmte Fachrichtungen spezialisiert.

Wie Frankreich Bachelor und Master einführt

Allerdings werden in Frankreich wie in Deutschland derzeit neue Studienstrukturen nach dem Bachelor-Master-Modell eingeführt. Dies passiert im Rahmen der Bologna-Reform, die bis 2010 die europäischen Studiensysteme vergleichbar machen soll. Rund 80 Prozent der Universität haben die neuen Abschlüsse bereits eingeführt. Der Bachelor heißt bei unseren Nachbarn licence en 3 ans und dauert ebenfalls drei Jahre. An diesen ersten Abschnitt lässt sich wie in Deutschland ein Master anschließen, wobei sich die Franzosen drei Master-Varianten ausgedacht haben:

  • Master nach Y-Struktur: Nach einem Jahr können sich die Studenten zwischen einem berufsorientierten (master professionnel) und einem wissenschaftsorientierten Master (master de recherche) entscheiden.
  • Master nach V-Struktur: Hier entscheiden die Studenten schon zu Beginn, ob sie einen berufs- oder einen wissenschaftsorientierten Master machen wollen.
  • Master nach T-Struktur: Dieser Master umfasst berufs- und forschungsorientierte Kurse.

Die Master-Abschlüsse werden mit den bisherigen DESS- oder DEA-Studiengängen gleichgesetzt. An einen wissenschaftsorientierten Master lässt sich dann das doctorat, also die Promotion, anschließen.

Verschultes Studium

Unabhängig davon ist das französische Studiensystem generell verschulter als das deutsche, die Studieninhalte wesentlich straffer. Daher studieren französische Studenten auch schneller als ihre deutschen Kommilitonen. Während es in Frankreich 5,3 Jahre sind, brauchen deutsche Hochschulabsolventen im Schnitt mehr als sechs Jahre.

Abschlüsse in Frankreich

IUP-Studium

Auch die Langzeitstudiengänge (filières longues) haben immer häufiger einen starken Bezug zur Praxis. Die 1991 gegründeten instituts universitaires professionalisés (IUP) zeichnen sich durch eine sehr enge Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen aus. Diese finanzieren und organisieren nicht nur die Institute mit: Sie nehmen direkten Einfluss auf Lehrinhalte und Prüfungen. Diese Institute bieten überwiegend Studiengänge in kaufmännischen, naturwissenschaftlichen und technischen Fachrichtungen an. Wegen der internationalen Ausrichtung liegt ein starker Schwerpunkt auf Fremdsprachen. Im Verlauf des Studiums sind mehrere Praktika zu absolvieren, über die ausführliche Berichte verfasst werden müssen. IUPs sind in etwa vergleichbar mit den deutschen Fachhochschulen.

Aufnahmevoraussetzung ist ein erfolgreiches Studienjahr in der entsprechenden Fachrichtung. Dann entscheidet eine Kommission, ob der Bewerber akzeptiert wird. Das IUP-Studium dauert drei Jahre und wird mit der maîtrise abgeschlossen. Studenten mit absolviertem Grundstudium (DUT, DEUG) können gleich in das zweite Studienjahr zugelassen werden.

Aufbaustudium in Frankreich

An den französischen Universitäten beginnt der 3ème cycle meist mit einem Aufbaustudium. Hier können zusätzliche Qualifikationen erworben werden.

  • DESS: Handelt es sich um praxisorientiertes Fachwissen, dann heißt der Abschluss Diplôme d'Etudes Supérieures Specialisées (DESS). Ein Jahr lang müssen Studierende für diesen Abschluss nach einem beendeten Langzeitstudium oder nach ausreichender Berufserfahrung büffeln. Sowohl Universitäten als auch écoles Supérieures bieten das DESS an. Diese Zusatzqualifikation kannst du in allen Studienfächern erwerben. Die Aufbaustudiengänge orientieren sich an der Praxis. Das vorgeschriebene Praktikum gewährt Einblick in den künftigen Beruf.
  • DEA: Werden Fachwissen und Methoden für Forschungsarbeiten gelehrt, wird das Aufbaustudium mit dem Diplôme d'Etudes Approfondies abgeschlossen (DEA). Dieser Abschluss ist zugleich Voraussetzung für die Promotion (doctorat). Die Studien für das DEA bereiten künftige Doktoranden auf die fachlichen und methodischen Aspekte ihrer Forschungsarbeit vor. Zulassungsbedingung ist der Abschluss eines Langzeitstudium an einer Universität oder einer grande école. Beide Hochschulformen bieten diese Aufbaustudiengänge an. Franzosen müssen vor der Promotion ein DEA absolvieren. Deutsche können sich zwar von dieser Pflicht befreien lassen. Dennoch erweist sich das DEA auch für sie in mehrfacher Hinsicht als vorteilhaft:
    • Das einjährige Studium zum DEA macht dich mit den französischen Erwartungen an deine Doktorarbeit vertraut.
    • Du hast Gelegenheit, dir einen passenden Doktorvater zu suchen.
    • Schließlich ist das DEA mehr als eine lästige Pflichtübung vor der Promotionskür: DEA-Absolventen haben gute Chancen, einen Job zu finden.
Promotion – doctorat

Das Promotionsstudium endet mit der Abgabe der Forschungsarbeit (thèse) und ihrer anschließenden Verteidigung. Ein Rigorosum existiert nicht. Drei bis vier Jahre muss man in Frankreich für den Titel das Feld der Wissenschaft beackern. Sowohl Universitäten als auch grandes écoles dürfen Studierende promovieren. Ausführliche Informationen zur Promotion in Frankreich findest du auf den Internetseiten des französischen Bildungsministeriums.

Mastère spécialisé

Möchtest du dich auf das Management im Luxusgütermarkt, auf Unternehmen in der Sportbranche oder auf das Management der Neuen Informationstechnologien spezialisieren? Die grande école machen es möglich. Sie bieten diese und andere hochgradig spezialisierte Aufbaustudiengänge an: nicht nur in den Wirtschafts-, sondern auch in den Ingenieurwissenschaften. Teilnehmen dürfen Studierende, die schon Haupt- und Aufbaustudium an einer Universität oder ein Studium an einer grande école abgeschlossen haben.

MBA in Frankreich

Master ist nicht gleich Mastère. Von den Mastère-Abschlüssen ist der eher generalistisch orientierte MBA zu unterscheiden. Er gewinnt auch in Frankreich an Boden. Meist braucht man für den internationalen Abschluss ein Jahr. Der Ausländeranteil in den Masterprogrammen ist besonders hoch. Den begehrten Titel verleihen zum Beispiel:

  • HEC (Ecoles des Hautes Etudes Commerciales – Jouy-en-Josas)
  • EM (Ecole de Management – Lyon)

Scheine und Noten in Frankreich

Endexamen musst du in einem Großteil, wenn nicht in allen besuchten Lehrveranstaltungen des absolvierten Studienjahres meistern. Diese examens terminaux haben es in sich: Zwei oder mehr Prüfungen an einem Tag sind häufig. Deine Leistungen ordnen die französischen Unis in ein 20 Punkte-System ein. Sie bewerten Klausuren, mündliche Prüfungen, Hausarbeiten und Referate.

Französische Benotung (in Punkten)

  • 16 - 20: très bien (sehr gut)
  • 14 - 15,9: bien (gut)
  • 12 - 13,9: assez bien (befriedigend)
  • 10 - 11,9: passable (ausreichend)
  • 6 - 9,9: insuffisant (mangelhaft)
  • 0 - 5,9: très insuffisant (ungenügend)
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