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Nicht nur bei Top-Noten: Stipendien

Nicht nur bei Top-Noten: Stipendien

Stipendien werden als Finanzierungsquelle häufig unterschätzt. Neben dem Erasmus-Programm bieten viele Stiftungen und Unternehmen solche Förderungen an. "Viele Studierende glauben, dass sie nur mit Topnoten ein Stipendium bekommen", weiß Birte Aye. Gerade für einen Auslandsaufenthalt stünden die Chancen auf eine solche Förderung aber sehr gut. "Neben der Leistung an der Uni spielt ehrenamtliches Engagement oft eine große Rolle", so die Beraterin. Der Begriff "Ehrenamt" wird dabei mitunter sehr weit gefasst. Auch bezahlte Tätigkeiten wie etwa Nachhilfe können dazu zählen, ebenso wie das Engagement in der Schule, dem Studium oder in Vereinen.

Zwar decken Stipendien häufig nicht die vollständigen Kosten für den Aufenthalt im Ausland, können aber ein hilfreiches Zubrot sein. Und: Das Geld muss in der Regel nicht zurückgezahlt werden. Um die Antragsfrist nicht zu verpassen, sollten sich Interessierte am besten ein Jahr vor Abreise über passende Angebote informieren. Zu den bekanntesten Stiftungen für Auslandsstudiengänge zählt der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD).

Das Hamburger Beratungszentrum Studienfinanzierung hat auf seiner Website eine Liste mit Organisationen, Stiftungen und Datenbanken zusammengestellt, die Stipendien vergeben. Viele davon sind nicht nur in Hamburg, sondern bundesweit tätig. Hilfreich können insbesondere die Übersichten von Scholarshipportal.eu, Stifterverband.de und Stiftungen.org sein. Auch viele Hochschulen fördern ihre Studenten, wenn diese eine Zeit lang im Ausland studieren möchten. Für Studierende von MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) bieten auch Unternehmen Förderprogramme an.

Letzter Ausweg: Studienkredit

Vorsicht ist bei Studienkrediten geboten. Sie können nach Einschätzung von Expertin Aye für eine begrenzte Zeit eine sinnvolle Alternative sein, so zum Beispiel auch für einen Auslandsaufenthalt. Allerdings empfiehlt sie einen Studienkredit erst dann, wenn alle günstigeren Alternativen überprüft wurden, da ein Kredit vollständig zurückgezahlt werden muss – inklusive Zinsen. Wichtig dabei: die unterschiedlichen Angebote gut vergleichen und unabhängige Beratung suchen.

Neues Konto mit Kreditkarte

Wenn die Finanzierung steht, kann je nach Zielland auch ein neues Girokonto sinnvoll sein. Mecklenbrauck hat vor ihrer Abreise eines bei einer deutschen Direktbank eröffnet. Zwingend notwendig sei das nicht gewesen, es habe ihr aber einiges erleichtert: "Gerade in Madrid sind Kreditkarten Standard. Deswegen habe ich mir ein Onlinekonto mit Kreditkarte zugelegt", sagt sie. Auch Danisch hat ein neues Konto eröffnet. Zum einen, weil es in Polen keinen Euro gibt. Zum anderen, weil sie über ihre alte Bank nicht kostenlos hätte Geld abheben können. Dieser Tipp gilt vor allem für Studierende, die sich außerhalb der europäischen Währungsunion aufhalten.

Versicherung prüfen

Auch um ihren Versicherungsschutz müssen sich Studierende vor der Abreise kümmern. Als Ergänzung zur Krankenversicherung empfiehlt der Bund der Versicherten grundsätzlich allen Reisenden eine Auslandsreisekrankenversicherung. Diese übernimmt die Kosten für Heilbehandlungen im Ausland, die von der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) nicht gedeckt werden. Die Auslandsreisekrankenversicherung sei für gesetzlich Krankenversicherte selbst dann empfehlenswert, wenn zwischen Deutschland und dem Reiseland ein sogenanntes Sozialversicherungsabkommen besteht. Denn die GKV übernimmt in diesen Fällen nur die Leistungen, die in den Reiseländern üblich sind. Allerdings: Häufig gilt der Versicherungsschutz nur für Reisen, die nicht länger als bis zu 56 Tage dauern. Für ein Auslandssemester oder -jahr braucht es also eine besondere Police. Mecklenbrauck etwa zahlte zusätzlich zu ihrer normalen Krankenversicherung pro Tag einen bestimmten Betrag, um den Schutz auf das europäische Ausland auszuweiten. Eine unabhängige Beratung dazu bekommen Studierende beispielsweise bei Verbraucherzentralen.

Danisch rät: "Wer im Ausland studieren will, sollte sich schon vor Reiseantritt alle Kosten genau vor Augen führen, damit es am Ende keine bösen Überraschungen gibt."

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