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Weil eine Uni nicht genug ist

Ausland Abenteuer Backpacker [Quelle: Unsplash.com]

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Raus aus der Komfortzone, rein ins interkulturelle Abenteuer: Erasmus-Mundus-Studenten hält es nie lange an einem Ort, denn nach spätestens zwei Semestern wechseln sie die Uni und das Land. Wir verraten dir, ob du für diese Studienform geeignet bist und wie du das Dasein als Kosmopolit finanzierst.

Wenn Studenten das Wort "Erasmus" hören, dann wissen die meisten schon, worum es geht: ein Studium oder Praktikum im Ausland. Doch wusstest du auch, dass die EU nicht nur Stipendien für einen Auslandsaufenthalt vergibt, sondern auch finanzielle Mittel bereitstellt, damit Hochschulen gemeinsame Master-Programme anbieten können? Diese firmieren unter dem Titel "Erasmus Mundus Joint Masters Degrees" (EMJMD), sind international sehr renommiert und besonders für Weltenbummler gut geeignet.

Wie ist das Erasmus-Mundus-Master-Studium organisiert?

Erasmus-Mundus-Master-Programme sind ein Joint Venture von mindestens drei europäischen Universitäten in drei europäischen Ländern. Es gibt aber auch Programme, an denen noch viel mehr Partner beteiligt sind – auch außereuropäische. Für den European Master in Law and Economics (EMLE) kooperieren beispielsweise neun Universitäten, davon eine in Israel und eine in Indien. Damit dabei nicht alles drunter und drüber geht, hat eine Hochschule den Hut auf und ist damit unter anderem für das Bewerbungs- und Auswahlverfahren zuständig.

Ein Erasmus-Mundus-Master dauert ein bis zwei Jahre und umfasst zwei verpflichtende Mobilitätsphasen. Das heißt für dich, dass du mindestens einmal die Uni – und damit auch das Land – wechseln musst. In einigen Programmen besteht sogar die Option, noch eine weitere europäische Universität zu besuchen oder ein Auslandssemester an einer Partnerhochschule in Übersee zu verbringen. So kannst du den multikulturellen Faktor noch weiter steigern. Studenten des Erasmus-Mundus-Masters in Global Studies (EMGS), der von der Universität Leipzig koordiniert wird, können beispielsweise ein oder mehr Semester an der Roskilde Universitet in Dänemark, der London School of Economics and Political Science, der Universität Wien oder der University of Wroclaw verbringen.

Damit das internationale Abenteuer nicht an der Wohnungssuche scheitert, gibt es in jedem Erasmus-Mundus-Studiengang Koordinatoren. Sie betreuen dich nicht nur akademisch, sondern auch bei vielen anderen Problemen. Und dann gibt es da ja auch noch deine Kommilitonen, die wie du durch die Welt ziehen: Innerhalb des Kursverbandes besteht immer ein großer Teamgeist. Die meisten Mundus-Studenten verbringen den kompletten Master oder zumindest einen Großteil davon außerhalb ihres Heimatlandes – das schweißt zusammen.  

Wer kann einen Erasmus-Mundus-Master machen?

Die Erasmus-Mundus-Master richten sich an Bachelor-Absolventen aus aller Welt. Die über hundert Programme decken sämtliche Fachrichtungen ab, darunter Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften, Wirtschaft und Jura, sowie Informatik und Geisteswissenschaften. Viele der Programme verbinden gleich mehrere Studienfächer. Auf der Website der Europäischen Kommission findest du eine aktuelle Übersicht (auf Englisch) aller Erasmus-Mundus-Master und kannst diese auch nach Fächerkategorien filtern.

Volle Finanzierung durch ein Erasmus-Mundus-Stipendium

Die Studiengebühren für einen Erasmus-Mundus-Master variieren je nach Programm, können aber schon mal mehrere tausend Euro betragen. Deshalb solltest du dich in jedem Fall auf eines der Erasmus-Mundus-Stipendien bewerben, die von der EU exklusiv an EMJMD-Studenten vergeben werden. Stipendiaten erhalten nicht nur Unterhaltszahlungen für bis zu zwei Jahre und einen Zuschuss zu den Reisekosten, sondern sie müssen auch keine Studiengebühren bezahlen.

Die Zahl der vergebenen Stipendien ändert sich jährlich. Wer gute akademische Leistungen, relevante Praxiserfahrung und entsprechende Referenzen mitbringt, hat aber schon gute Voraussetzungen. Wer kein Erasmus-Mundus-Stipendium erhält, muss die Kosten nicht zwangsläufig aus eigener Tasche zahlen. Eine alternative Finanzierungsmöglichkeit ist zum Beispiel das Jahresstipendium für Graduierte des DAAD.

Bewerbung für einen Erasmus-Mundus-Master

Für die meisten Erasmus-Mundus-Master-Programme müssen die Bewerbungen zwischen Oktober und Januar für den Studienbeginn zum Wintersemester des darauffolgenden Jahres bei der koordinierenden Universität eingehen. Du kannst dich für bis zu drei Programme gleichzeitig bewerben. Über die Bewerbungsvoraussetzungen sowie die Kosten und die Akkreditierung für dein Wunschprogramm solltest du dich in jedem Fall rechtzeitig informieren: Die Fristen und Bedingungen variieren sehr stark zwischen den verschiedenen Programmen und die Bewerbung kann mitunter sehr aufwendig sein, wenn du Referenzschreiben und Arbeitsproben einreichen musst.

Nach dem Master kommt der PhD

Laut einer Studie der Erasmus Mundus Association aus dem Jahr 2015 sind mehr als 65 Prozent der Master-Absolventen zufrieden mit ihrem Studium. Rund 60 Prozent von ihnen haben bereits innerhalb der ersten zwei Monate nach dem Abschluss eine Vollzeitstelle gefunden – gute Aussichten also, wenn du es auf dem Job-Markt versuchen willst. Wer dem Direkteinstieg ein PhD-Studium vorzieht, kann mit einem Erasmus Mundus Joint Doctorate (EMJD) sein Glück finden. Auch hier winkt eine finanzielle Förderung durch die EU.

Weitere nützliche Informationen rund um die Erasmus Joint Master Programme gibt es auf der Website des DAAD.

Fünf Fragen an eine Erasmus-Mundus-Studentin

Warum hast du dich für deinen EMJMD entschieden?

Der Master in Journalism, Media & Globalization bietet mir die maximale internationale Erfahrung gepaart mit zukunftsgerichteten Inhalten aus den Geistes- und Sozialwissenschaften. Nicht zuletzt war es für mich auch entscheidend, dass ich die akademischen und persönlichen Bewerbungsvoraussetzungen erfüllen konnte.

Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie aufwendig war das Bewerbungsverfahren?

Das Bewerbungsverfahren war vergleichsweise aufwendig, daher würde ich hier eine 8 vergeben. Am Ende habe ich ein über 40 Seiten langes PDF-Dokument eingereicht. Neben den Essayfragen haben vor allem die Übersetzungen beziehungsweise Zusammenfassungen meiner Referenzen und Arbeitsproben viel Zeit in Anspruch genommen. Auch der geforderte IELTS Score liegt über dem von "regulären" Programmen. Wenn man früh genug anfängt, ist es aber machbar. Ich habe zum Beispiel ein Gap Year eingelegt, um so die geforderte Berufserfahrung zu sammeln.

Wodurch unterscheidet sich dein EMJMD am meisten von "normalen" Studiengängen?

Dass ich an zwei Universitäten studieren werde, ist vermutlich der größte Unterschied zu den üblichen Masterprogrammen – kaum an der Aarhus University angekommen, ziehe ich auch schon wieder um nach Amsterdam. Hinzu kommt die Vielfalt meiner Kommilitonen: Mein Jahrgang besteht aus 80 Studenten aus 40 verschiedenen Ländern der Welt. Die jüngste Teilnehmerin ist 21, die älteste 40.

Bist du auch schon auf Schwierigkeiten gestoßen?

Bisher bin ich mit der Organisation sehr zufrieden. Die Einführungswoche war wirklich hilfreich und auch außerhalb der Uni wurde ich zum Beispiel in administrativen Angelegenheiten unterstützt. Das akademische Pensum ist deutlich höher als in meinem Bachelor; zusätzlich werde ich auf die Probe gestellt, wenn verschiedene kulturelle Perspektiven aufeinandertreffen. Da entstehen mitunter hitzige Diskussionen.

Was ist dein Ratschlag an potenzielle Bewerber?

Informiert euch frühzeitig! Über die akademischen Inhalte hinaus sollten potenzielle Bewerber sich auch so gut wie möglich auf die persönlichen Herausforderungen vorbereiten. Ein Mundus-Master kann eine bereichernde Erfahrung sein, wenn man bereit ist, sich auf andere Kulturen und Weltbilder einzulassen.

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