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Ein MBA kann der Karriere einen ordentlichen Schub versetzen – insbesondere, wenn man sich dadurch Zugang zu einem der wichtigsten Märkte weltweit verschafft. Warum das Leben in der bedeutendsten Industriestadt Chinas nicht nur aus beruflichen Gründen eine einmalige Erfahrung ist, berichten zwei Alumni der renommierten CEIBS Business School in Schanghai im Interview.

Warum habt ihr euch für einen MBA an der CEIBS entschieden?

Luca: Bei Bayer gibt es weltweit fünf Partner-Business-Schools, die für einen MBA infrage kommen. Nachdem ich in Deutschland und in Mexiko gearbeitet hatte, war es mein Wunsch, durch den MBA Asien kennenzulernen. Das reduzierte die Auswahl an Business Schools auf Singapur und Schanghai. Aufgrund persönlicher Interessen und Erfahrungsberichten von Freunden habe ich mich letztendlich für die CEIBS entschieden und dies bis heute nicht bereut. Momentan bin ich beruflich viel zwischen Singapur und Schanghai unterwegs – und rückblickend betrachtet war es absolut die richtige Entscheidung, nach Schanghai zu gehen. Die Stadt gefällt mir persönlich deutlich besser.

Victor: Ich habe mich über die renommiertesten Business Schools außerhalb der USA informiert, denn ich wollte keinen klassischen MBA machen, wie er dort angeboten wird. Mein Wunsch war es, nicht nur etwas über Management zu lernen, sondern auch über eine andere Kultur und einen anderen Markt. Also habe ich besonders zu MBA-Programmen in Asien und konkret in China recherchiert. Auf dem e-fellows.net MBA Day habe ich dann mit mehreren Alumni der CEIBS gesprochen. Diese Gespräche haben mich so überzeugt, dass ich mich relativ schnell für die CEIBS entschieden habe.

Welche Kompetenzen sollte man für den MBA schon mitbringen?

Victor: Abgesehen von den analytischen Fähigkeiten, die man in jedem MBA braucht, ist an der CEIBS Teamwork besonders wichtig. In meinem Jahrgang waren nur 92 Studenten, die alle eng zusammengearbeitet haben: Nicht nur bei akademischen Aufgaben, sondern zum Beispiel auch in Wettbewerben oder bei Events. Dafür muss man die richtige Einstellung mitbringen. Ich denke, das unterscheidet die CEIBS auch von anderen Schools: Die Jahrgänge sind übersichtlich und die asiatische Kultur ist insgesamt sehr kollaborativ.

Was fasziniert euch an Schanghai – wo sind für euch die grundlegenden Unterschiede zu einem Leben in Europa?

Victor: Die Lebensqualität in Schanghai war für mich viel größer, als ich vorher angenommen hatte – denn mein Beweggrund, in dieser Stadt zu leben, war ja zuerst nur der MBA, nicht die Stadt an sich. Jetzt im Nachhinein merke ich, dass die Stadt ein Grund war, warum die Zeit während des MBAs so toll war. In Schanghai hat mich vor allem vom Tempo sehr beeindruckt. Es geht dort alles viel schneller. Was zum Beispiel den Verkehr betrifft, sind Share Bikes ja gerade weltweit ein Thema. Während London aber 15.000 Fahrräder in der Stadt hat, sind es in Schanghai innerhalb weniger Monate 300.000 gewesen. Alles passiert innerhalb weniger Monate.

Luca: Schanghai mit meiner Heimatstadt München zu vergleichen, ist eigentlich unmöglich – schon alleine, was die Größe angeht. München hat 1,4 Millionen Einwohner –  dann kommst du nach Schanghai und auf einmal sind es hier 25 Millionen. Die vier, fünf Gebäude um mich herum haben wahrscheinlich annähernd so viele Bewohner wie ganz München. Was mich jedoch am meisten fasziniert, ist, dass hier so viele verschiedene Welten aufeinandertreffen. Schanghai gilt ja als die internationalste Stadt Chinas, ist aber zugleich das Tor in die chinesische Welt. Auf der einen Seite hat man hier die asiatische, chinesische Kultur und auf der anderen Seite die westliche. Man kann sich sein Leben gestalten, wie man es möchte. Wenn man in der westlichen Welt bleiben will, kann man super westlich essen gehen, sich nur mit "Ausländern" umgeben, den ganzen Tag Englisch sprechen. Auf der anderen Seite hat man die Möglichkeit, in die chinesische Kultur einzutauchen – bis zu einem gewissen Grad zumindest. Wenn man die Hauptstraßen verlässt und sich ein wenig durch die Gassen bewegt, findet man sich schnell in einem Umfeld wieder, das näher an der Realität des Restes von China ist, als das Finanzzentrum Lujiazui oder die touristische Einkaufsstraße Nanjing Road.

Sprache war und ist nach wie vor einer der größten Unterschiede beziehungsweise Barrieren hier.  Anders als in Mexiko kann ich hier nicht einfach mir unbekannte Wörter in mein Handy tippen und mir die Übersetzung anzeigen lassen. Entweder ich kenne das chinesische Zeichen und seine Bedeutung – oder ich kenne es eben nicht. Dazu kommen die Feinheiten der Sprache wie die unterschiedlichen Betonungen eines Zeichens, die für uns anfänglich nur sehr schwer zu hören sind, aber die Bedeutung eines ganzen Satzes verändern. Aber mit Anfängerkenntnissen kommt man gut durch den Alltag. Darüber hinaus ist Schanghai super sicher und selbst, wenn man sich sprachlich nicht zurechtfindet und irgendwo verloren geht, ist das kein Problem. Das war in Mexiko ein wenig anders – da kann es schon mal vorkommen, dass man sich lieber schnell ein Taxi ruft, um nach Hause zu kommen.

Welche Kurse haben euch im MBA an der CEIBS besonders vorangebracht?

Luca: Der MBA ist sehr strukturiert aufgebaut. Zu Beginn belegt man hauptsächlich Pflichtkurse, gegen Ende mehr Wahlkurse, je nachdem in welche Richtung man sich beruflich orientieren möchte.

Besonders vorangebracht hat mich das "Integrated China Strategy Project", das für uns die individuelle Master-Arbeit ersetzte. Dabei arbeitet man in einer Gruppe von vier bis fünf Personen an einer Problemstellung einer realen Partnerfirma. Das Unternehmen haben wir mit dem Team eineinhalb Monate lang beraten – mit regelmäßigen Abstimmungen, Analysen und Präsentationen. Der Vorteil daran ist, dass man dadurch nicht nur einen Fokus wie etwa Marketing oder Finance hat – sondern verschiedene Aspekte zusammenbringt, die man in den eineinhalb Jahren zuvor vermittelt bekommen hat.

Insgesamt bereitet einen aber der MBA als Ganzes sehr gut auf die Arbeitswelt vor, nicht ein spezifischer Kurs. Man arbeitet kontinuierlich in kleinen Gruppen an verschiedenen Projekten. Der Austausch innerhalb der Arbeitsgruppen mit den chinesischen und internationalen Kommilitonen hat mir eigentlich am meisten gebracht. Man lernt die verschiedenen Denkweisen und Arbeitseinstellungen kennen – zum einen bedingt durch die beruflichen Erfahrungen der MBA-Teilnehmer, zum anderen durch die kulturellen Unterschiede.

Victor: Ich fand "Strategic Management" sehr hilfreich. In diesem Kurs geht es darum, die Haupttreiber für den Erfolg eines Unternehmens zu identifizieren und darauf aufbauend entsprechende Strategien zu entwickeln. Man bekommt Werkzeuge und Konzepte an die Hand, die nützlich sind, um die Attraktivität einer Branche und nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu analysieren. Wir haben vor jedem Kurstag individuell Texte vorbereitet, dann in der Klasse besprochen und auch Workshops gemacht. Dadurch haben wir einen ganz neuen Blick auf Unternehmen bekommen.

Was meine Karriere allgemein angeht, profitiere ich sehr davon, dass ich nun eine Brücke zwischen Europa und China schlagen kann. In meiner jetzigen Beratung ist das sehr gerne gesehen – ich habe aber auch schon in den Job-Interviews deutlich gemerkt, dass ich damit einen Wettbewerbsvorteil habe. China ist für Deutschland natürlich ein sehr wichtiger Wirtschaftspartner und das zeigt sich auch in der Zahl der Projekte mit China-Bezug. Und wenn ich in einem dieser Projekte arbeite, stelle ich fest, wie gut es auch vor Ort ankommt, dass ich das Land und seine Kultur im MBA intensiv kennengelernt habe. Dazu kommt, dass schon allein der Name CEIBS bei vielen einen guten Eindruck macht. Das ist eine renommierte School, die einem Türen öffnen kann.

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