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Fit werden für die Klausur

Prüfungsvorbereitung Lerntechnik Merken Gedächtnistraining Post-it vergesslich [© contrastwerkstatt - Fotolia.com]

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Je näher ein Prüfungstermin rückt, desto stärker steigt die innere Anspannung. Du hast noch längst nicht alle relevanten Bücher gelesen. Und das bereits Gelernte droht schon wieder in Vergessenheit zu geraten. Wir schaffen Abhilfe und sorgen für eine entspannte Prüfungsvorbereitung: mit den besten Tipps und Methoden aus dem Expertenforum "Fit für die Klausur". 

Welche langfristigen Strategien helfen dir bei der Prüfungsvorbereitung?

Wenn die Klausurtermine noch in weiter Ferne liegen, gilt für viele Studenten der Grundsatz "Was du morgen kannst besorgen, verlege nicht auf heute". Doch sobald du mit der Prüfungsvorbereitung startest, rächt sich diese unbekümmerte Einstellung - im Lauf eines Semester sammelt sich eine ganze Menge Lernstoff an.

Um den Überblick zu bewahren, helfen einige einfache Maßnahmen. So empfiehlt es sich, unmittelbar nach einer Vorlesung das Unterrichtsmaterial aufzuarbeiten. Dazu eignet sich eine Mindmap: Du schreibst das Hauptthema in die Mitte eines Blattes Papier und gruppierst um dieses herum alle Ideen und Inhalte, die dir dazu einfallen. Zum Schluss vergleichst du diese Gedächtniskarte mit deinen Unterrichtsnotizen und ergänzt gegebenenfalls noch fehlende Punkte.

Du kannst das Erlernte aber auch in eigenen Worten zusammenfassen oder das Wichtigste auf Karteikarten notieren. Um dir später lästiges Suchen nach Material zu ersparen, solltest du die Unterlagen mit Datum versehen und in einem Ordner abzuheften oder in Kästchen zu sammeln.

Wenn du bei inhaltlichen Verständnisschwierigkeiten sofort nachhakst und sie nicht auf die lange Bank schiebst, erleichtert dir das die Prüfungsvorbereitung zusätzlich. Manchmal reicht schon eine Recherche im Internet oder ein Gespräch mit Kommilitonen aus. Im Zweifel solltest du dich auch nicht scheuen, den Rat des Dozenten einzuholen. Er hält dich nicht für dumm, sondern deutet Nachfragen als Ausdruck von Interesse.

Wie schaffst du optimale Arbeitsvoraussetzungen während der Prüfungsvorbereitung?

Konzentriertes Arbeiten gelingt am besten in einer ablenkungsfreien Umgebung. Wenn das Gehirn "angeschaltet" ist, sollten Handy und Fernseher abgeschaltet sein. Wer sich bewusst macht, dass eine nicht bestandene Prüfung wesentlich folgenschwerer ist als ein paar Stunden ohne Handy, dem dürfte der vorübergehende Verzicht auf die Erreichbarkeit leichter fallen.

Um Störfaktoren zu entgehen, bietet sich auch konzentriertes Arbeiten in der Universitätsbibliothek an. Möglicherweise fördert dieser Ort sogar deine Motivation, denn du befindest dich unter "Leidensgenossen".

Simpel, aber effektiv: Sorge für einen aufgeräumten Arbeitsplatz. Er vermittelt dir einerseits das Gefühl, nicht im Chaos zu versinken, und führt andererseits dazu, dass du nicht ständig nach Unterlagen suchen musst.

Wie kannst du am besten für eine Prüfung lernen?

Die optimale Klausurvorbereitung beginnt mit der Entwicklung eines Masterplans, der die Inhalte und Anforderungen der Prüfung absteckt. Dieses "Global Picture" dient als roter Faden bei der Aufarbeitung des Lernstoffs und verringert die Gefahr, dass du dich mit Nebensächlichkeiten aufhältst.

Wenn du viele Texte bearbeiten musst, empfiehlt sich ein Vorgehen in drei Stufen: Ein erstes Überfliegen des Materials vermittelt dir zunächst eine grobe Übersicht. Lektüre, die für die Prüfung irrelevant ist, kannst du direkt aussortieren. Beim anschließenden zweiten und gründlicheren Lesen kristallisiert sich heraus, wer die "guten Bekannten" und wer die "Freunde" sind. Bei Ersteren handelt es sich um Lernstoff, den du zwar kennen, aber nicht komplett studiert haben musst. Den Freunden dagegen schenkt man gerne Zeit und Aufmerksamkeit. Mit dieser Kategorie von Texten musst du dich also intensiv auseinandersetzen.

Ziel der strukturierten Vorarbeit ist es, Lerninhalte auf die wesentlichen Basisinformationen zu komprimieren. Das erleichtert dir den Umgang mit großen Stoffmengen. Studenten, die unter Zeitdruck stehen, sollten sich von ihrem Perfektionismus verabschieden. Denn wer sich im klein-klein verliert, tut sich schwer, da wieder herauszufinden.

Beruhigend ist daher die Erkenntnis des italienischen Wirtschaftswissenschaftlers Vilfredo Pareto, der die "80/20-Regel" aufgestellt hat: Mit 20 Prozent Arbeitsaufwand erzielt man bereits 80 Prozent eines Ergebnisses. Mit ein bisschen Mut zur Lücke stehen deine Chancen, eine Prüfung zu bestehen, also deutlich besser, als wenn man zu viel Zeit in die Detailarbeit steckt.

Wenn du festgelegt hast, welche Themen Priorität genießen, benötigst du noch ein gut durchdachtes Zeitmanagement. Helfen tut dir dabei möglicherweise das Eisenhower-Prinzip: Innerhalb eines Koordinatensystems gliederst du hier deine anstehenden Aufgaben gemäß ihrer Dringlichkeit und Wichtigkeit.

Wie kannst du deine Konzentration steigern?

Nach Erkenntnis der Gehirnforschung lässt die Konzentration bei Erwachsenen nach circa einer halben Stunde nach. Außerdem haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass sich eine fokussierte Aufmerksamkeit nicht willentlich steuern lässt.

Auf diesem Wissen basiert die sogenannte Pomodoro-Technik. Du arbeitest in einem Rhythmus aus 25 Minuten konzentriertem Lernen und fünfminütiger Pause. Sind vier Arbeitseinheiten à 25 Minuten geschafft, hast du dir eine Pause von 15 bis 20 Minuten verdient. Um die Zeit im Blick zu behalten, solltest du dir einen Timer stellen.

Eine To-do-Liste hilft dir, deine Aufgaben entlang ihrer Priorität und Denkintensität zu strukturieren. Da du zu Beginn des Lernens meist am konzentriertesten bist, solltest du dich zuerst um besonders zeitintensive und/oder unangenehme Themen kümmern. Sind diese "dicken Brocken" geschafft, kannst du dich psychisch befreiter den weniger aufwendigen Aufgaben widmen.

Du kannst deine Prüfungsvorbereitung auch optimieren, indem du sie an deinen Biorhythmus anpasst. Manche Menschen sind frühmorgens hochkonzentriert, andere wiederum arbeiten besser in den Abendstunden. Um herauszufinden, zu welcher Kategorie du gehörst, solltest du dich eine Woche genau beobachten und produktive Zeiten in eine Leistungskurve eintragen. Phasen, in denen du hoch konzentriert bist, eignen sich gut für die Beschäftigung mit lernintensiven Themen. Phasen, in denen du dich eher mittelmäßig konzentrieren kannst, sind für leichtere Tätigkeiten da und Tiefpunktphasen für Pausen.

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