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Recht ist sexy

Ob zu Recht oder zu Unrecht genießen Angehörige juristischer Berufe hohes gesellschaftliches Ansehen. Richter schneiden in Befragungen zur Beliebtheit verschiedener Berufsträger regelmäßig sehr gut ab. Von anderen juristischen Karrierepfaden - etwa als Anwalt, (Ministerial-)Beamter oder Politiker - lässt sich das zwar nicht behaupten, aber die im Volksmund kursierenden Witzeleien und Schmähungen zeichnen hier ein weitaus hässlicheres Bild, als die Realität es einlöst.

Anonym befragt zerreißt sich zwar so mancher über "Rechtsverdreher" das Maul, aber vor der Bürotür des "Herrn Anwalt" zieht er doch den Hut. Und wer tatsächlich meint, Anwälte lägen im Ansehen gleichauf mit Lokführern (so ein Ergebnis einer Forsa-Befragung aus diesem Jahr), der mag sich auf den nächsten zehn Dates versuchsweise fünf Mal als Lokführer und fünf Mal als Anwalt ausgeben und über die Ergebnisse Buch führen - sie dürften im positiven Sinne überraschend sein.

Wissen ist Macht

Mehr als jedes andere Studium verleiht Jura die Eintrittskarte zu obersten Ämtern des Staatsapparats. Das gilt offenkundig für das Richteramt, für welches man mit Abschluss des 2. Staatsexamens definitionsgemäß (wenn auch nicht praktisch) die Qualifikation innehat. Es gilt ebenfalls für die Rolle als Notar und Staatsanwalt sowie für leitende Funktionen beispielsweise im Bereich der Ministerialpolitik, der Polizeiverwaltung, der Bundeswehr, des Diplomatischen Dienstes und der Europäischen Kommission, die bei einschlägiger Spezialisierung und entsprechenden Noten bzw. guten Ergebnissen in den Einstellungstests oft und gern an Juristen vergeben werden. Mit diesen Ämtern wird man zwar selten reich, aber niemals arm - in wirtschaftlich ungewissen Zeiten sichern sie ein überdurchschnittliches Gehalt und ein außergewöhnlich hohes Maß an Einfluss auf staatliche Geschicke.

Gutes Geld

Noch weitaus höher reichen die Verdienstmöglichkeiten in der freien Wirtschaft: Als Managing Partner einer Großkanzlei kann man im Jahrestakt siebenstellige Summen aufs Konto schleppen. Das ist natürlich die Ausnahme, aber Jura gehört neben BWL und den Naturwissenschaften zu den wenigen Fächern, in denen solche Spitzenverdienste überhaupt als greifbare Karriereoption im Raum stehen.

Auch für den Großteil der Absolventen, die weder Doppelprädikat noch Lust auf 70-Stunden-Wochen haben, stehen die Aussichten in der freien Wirtschaft nicht allzu schlecht. Anders als beispielsweise in den USA ist der deutsche Anwaltsmarkt nicht maßlos übersättigt. So gibt es zwar tatsächlich Volljuristen, die unterhalb des Lohnniveaus von Rechtsanwaltsfachangestellten verdienen - aber es gibt umgekehrt auch erfolgreiche Einzelkämpfer, die trotz mäßiger Examensnoten einträchtige Kanzleien führen.

Die Vielzahl verfügbarer Karrierewege bietet Kandidaten mit ganz unterschiedlichen Qualifikationen die Möglichkeit zum Erfolg: Wer nur zwei "ausreichend" vorweisen kann, dafür aber ein begnadeter Selbstvermarkter und Netzwerker ist, der kann beruflich unter Umständen besser fahren als der Kollege mit doppeltem Prädikat.

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