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Steuerrecht von A wie Angola bis Z wie Zypern

Ausland International Global Weltkugel [Quelle: Unsplash.com, Autor: Ben White]

Quelle: Unsplash.com, Ben White

Du wohnst in Deutschland, arbeitest in den Niederlanden und verbringst drei Tage pro Woche im Homeoffice: In welchem Land bist Du steuerpflichtig? Mit Fragen wie diesen setzen sich die KPMG-Mitarbeitenden im Bereich Global Mobility Services tagtäglich auseinander. Partnerin Stefanie Vogler erklärt, was die Arbeit so spannend macht und warum Einsteiger:innen mit hervorragenden Karriereaussichten rechnen können.

Wofür sind die Global Mobility Services bei KPMG zuständig?

Grundsätzlich erfüllen wir das Berufsbild des Steuerberaters und sind daher auch im Bereich Tax angesiedelt. Allerdings arbeiten wir mit einer starken Spezialisierung in der Steuerberatung: Wir werden von den Personalabteilungen großer Unternehmen engagiert, um Mitarbeiter:innen zu beraten, die sich international bewegen und damit Steuerpflichten auslösen.

Ein typisches Beispiel sind internationale Einsätze verschiedener Dauer und Gründe: Mitarbeitende werden von ihrer Heimatgesellschaft für eine bestimmte Zeit ins Ausland entsendet, um dort zum Beispiel einen neuen Standort aufzubauen. Je nachdem, um welches Einsatzland es sich handelt, brauchen sie dafür nicht nur ein Visum und eine Arbeitserlaubnis, sondern müssen dort auch eine Steuererklärung einreichen. Aber woher sollen Mitarbeitende wissen, welche Regelungen im Einsatzland gelten? Gleichzeitig müssen Arbeitgeber:innen sich um die korrekte Lohnversteuerung nach Landesrecht kümmern. Da es dafür keine einheitlichen Regelungen gibt – nicht in Europa und erst recht nicht global –, sind die Unternehmen und Mitarbeitenden damit allein oft überfordert. Mit unserer Expertise helfen wir ihnen dabei, ihre Steuerpflichten zu erfüllen.

Warum ist die Arbeit in GMS spannend?

Wir sind nicht auf bestimmte Branchen oder Länder spezialisiert, die Arbeit ist also sehr abwechslungsreich. Denn potenziell kann jeder Fall eintreten: Deutschland/Südafrika, Deutschland/Indien, Deutschland/Turkmenistan … In der Regel arbeiten wir bei jedem Beratungsfall mit einer KPMG-Partnergesellschaft im Ausland zusammen. Im Fall Deutschland/Südafrika kümmern wir uns also um den deutschen Steuerpart und KPMG Johannesburg um die südafrikanischen Steuern. Unsere tägliche Geschäftssprache ist durch die internationale Zusammenarbeit zu 80 bis 90 Prozent Englisch.

Man löst Fälle immer in Gänze. So eignet man sich über die Jahre einiges an Expertenwissen über ausländisches Steuerrecht an.

Stephanie Vogler, Partnerin Tax, Global Mobility Services

Um in deinem Bereich einzusteigen, benötige ich also kein Spezialwissen in ausländischem Steuerrecht?

Unsere Arbeit stützt sich auf zwei fachliche Säulen. Die eine ist das deutsche Steuerrecht – daher sollte in der Regel jeder, der bei uns Manager:in/Prokurist:in werden will, das Steuerberaterexamen ablegen. Die andere Säule ist die Anwendung sogenannter Doppelbesteuerungsabkommen. Diese hat Deutschland mit fast jedem anderen Land abgeschlossen; darin wird gewissermaßen festgelegt, welches Land in welchem Fall besteuern darf. Wenn nun herauskommt, dass Deutschland besteuern darf, dann greift natürlich das deutsche Steuerrecht, das wir durch unsere Ausbildung und die tägliche Arbeit in- und auswendig beherrschen.

Wenn feststeht, dass es ein anders Land ist, dann kümmern sich die Kollegen in den KPMG-Partnergesellschaften vor Ort, aber wir sehen und lernen selbstverständlich, was sie machen und was wie besteuert wird. Man löst Fälle immer Gänze. So eignet man sich über die Jahre einiges an Expertenwissen über ausländisches Steuerrecht an.

Warum lohnt sich der Einstieg in den Bereich GMS?

Wir befinden uns seit vielen Jahren in einer Wachstumsphase. Als ich 2002 angefangen habe, war ich Mitarbeiterin Nummer drei. Inzwischen arbeiten im Bereich Global Mobility Services in Köln und Düsseldorf weit mehr als 100 Kolleg:innen. Das ist eine logische Folge der Globalisierung. Zwar nimmt die Zahl der langfristigen Entsendungen ab, aber dafür stieg der Trend zu neuen flexiblen Einsatzformen ("Work from Anywhere", "Hybrides Arbeiten" etc.) insbesondere während und nach der Pandemie sehr stark an. Gerade in Europa gibt es viele Positionen, in denen man für mehr als ein Land verantwortlich ist – und das hat steuerlich oft dieselben Folgen wie ein klassisches Entsendungsprogramm. Deshalb suchen wir tatsächlich immer neue Kolleg:innen und können auch langfristig Karriereperspektiven bieten.

Teamfoto KPMG Global Mobility Services [Quelle: KPMG]

Nun gibt es ja nicht nur den Trend zur Globalisierung, sondern auch zur Digitalisierung. Macht sich das in deiner Arbeit auch bemerkbar?

Die Digitalisierung hat definitiv Auswirkungen auf uns – unter zwei Gesichtspunkten: Zum einen befinden sich unsere Kunden und damit die HR- und Steuerabteilungen, im Prozess sich zu digitalisieren und wollen Prozesse automatisieren, zum Beispiel die monatliche Gehaltsabrechnung oder die Pflege von Personalakten. Außerdem wollen die Unternehmen nun auch "real-time" kontrollieren, wie viele Mitarbeitende sich gerade weltweit wo bewegen und gegebenenfalls Steuerpflichten auslösen. Auch dafür sind automatisierte Prozesse nötig, die es so noch nicht flächendeckend gibt. Wir werden dann gebeten, auf diesem Gebiet zu beraten.

Gleichzeitig digitalisieren wir uns natürlich auch selbst: Früher befanden sich Papierakten in unserem Archiv und müssen schriftlich angefordert werden, wenn ein alter Fall neu geprüft wurde. Zu Beginn der Pandemie wurden wir von einem auf den anderen Tag selbst "paperless", um aus dem Homeoffice arbeiten zu können, was sehr gut funktioniert hat und zudem den Vorteil hat, dass wir unseren Mitarbeiter:innen nun auch flexible Arbeitsbedingungen anbieten können. Damit ist die Entwicklung aber längst noch nicht abgeschlossen. So versuchen wir beispielsweise inzwischen, einfache und sich wiederholende Tätigkeiten so weit wie möglich zu automatisieren. Dann können sich unsere Mitarbeitenden auf das konzentrieren, was ihnen Spaß macht und wo sie auch tatsächlich ihr Wissen einbringen können.

Welche Mitarbeiter suchst du für deinen Bereich?

Am wichtigsten ist uns die Motivation. In unserem Feld sind hochspezialisierte Kenntnisse erforderlich, die man nicht im Studium erwirbt. Bei uns geht das Lernen im Job weiter. Daher ist es uns wichtig, dass Bewerber:innen Lust darauf haben, sich in dieses Thema einzuarbeiten, und auch den Willen zeigen, das durchzuhalten. Das Wissen, das wir brauchen, baut man sich nicht von heute auf morgen auf. Aber es lohnt sich – denn dann ist man Expert:in auf einem Gebiet, auf dem es nicht viele in Deutschland gibt. Aktuell haben viele unserer Mitarbeitenden ein BWL- oder Jura-Studium absolviert. Inzwischen haben wir aber auch schon viele Kollegen:innen mit IT-Background. Diese sind natürlich bestens für die schon angesprochenen Digitalisierungsthemen gerüstet.

Wie sieht der Arbeitsalltag in den Global Mobility Services aus?

Natürlich haben wir auch Termine mit den Mandanten, mit dem Finanzamt oder am Finanzgericht, aber die überwiegende Zeit verbringen wir im KPMG-Büro oder im Homeoffice. Durch die Digitalisierung unserer Tätigkeit können wir örtlich flexibel arbeiten. Das hat den Vorteil, dass Job und Familie gut vereinbar sind. Außerdem haben wir keine ausgeprägte "Busy-Season" bis auf einige arbeitsintensivere Wochen rund um Fristen Ende Dezember und Ende Februar. Dadurch bieten wir nicht nur örtlich, sondern auch zeitlich eine gute Planbarkeit und Flexibilität.

Dass ich bei KPMG eingestiegen bin, war Zufall. Dass ich geblieben bin, nicht.

Stephanie Vogler, Partnerin Tax, Global Mobility Services

Zum Abschluss noch eine persönliche Frage: Du bist seit 15 Jahren bei KPMG. Was hat dich damals von KPMG überzeugt und warum bist du bis heute geblieben?

Eigentlich hatte ich Steuern im Studium gar nicht auf dem Schirm – mein Schwerpunkt lag auf Marketing. Doch dann las ich die Stellenanzeige für meinen damaligen Einstiegsjob und da waren einige Punkte drin, die mich angesprochen haben. Das waren erstens die Arbeit im Team, zweitens die Arbeit an internationalen Themen und drittens die Arbeit an der Schnittstelle von Steuern und Human Resources. Auch die Vorstellung, mich so sehr in ein Thema einzuarbeiten, dass ich einer von wenigen Expert:innen dafür bin, hat mich gereizt.

Was mir bei KPMG am besten gefällt, ist, dass sich Interesse und Fleiß auszahlen. Ich war schon immer ein Mensch, der hart arbeitet, dem es aber auch wichtig ist, dass er etwas zurückbekommt. Natürlich hatte ich beim Einstieg nicht das Ziel vor Augen, einmal Partnerin zu werden. Aber Perspektiven waren mir schon wichtig. Und die hatte ich bei KPMG mit einem Karriereschritt spätestens alle zwei Jahre. Auch schön ist, dass wir bei KPMG ein sehr niedriges Durchschnittsalter haben. So findet man gerade als Berufseinsteiger:in immer Gleichgesinnte. Jetzt befinde ich mich natürlich in einem anderen Lebensabschnitt, habe eine eigene Familie, da hat das nicht mehr die höchste Priorität. Aber gerade am Anfang war es sehr wichtig für mich und viele Freundschaften, die ich damals geschlossen habe, halten bis heute. Man kann also sagen: Dass ich bei KPMG eingestiegen bin, war Zufall. Dass ich geblieben bin, nicht.

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