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Durch einen Workshop in die Beratung

Consultant verlässt Firma [Quelle: unsplash.com, Bram Naus]

Quelle: unsplash.com, Bram Naus

Björn Münstermann, Senior Associate bei McKinsey, hat sich nach einem Workshop dazu entschieden bei der Unternehmensberatung anzufangen. Er berichtet von seinen Erfahrungen als Fellow und seiner anschließenden Promotion.

Von der Mathematik zu McKinsey

Als ich Kommilitonen von meiner Bewerbung bei McKinsey erzählte, blickte ich vor allem in fragende Gesichter. Kein Wunder eigentlich, denn ein Jahr zuvor konnte ich selbst kaum etwas mit McKinsey anfangen. Viel zu sehr war ich auf mein Studium konzentriert: reine Mathematik, Diplomarbeit im Endstadium. McKinsey war für mich eine der größten Unternehmensberatungen – viel mehr wusste ich nicht.

Wie ich auf McKinsey aufmerksam wurde

Dann aber fuhr ich zu einem Treffen der Studienstiftung nach Frankreich, in dessen Rahmen McKinsey-Berater verschiedene Diskussionsgruppen organisiert hatten. Abends, nach getaner Arbeit, saßen einige andere Stipendiaten und ich noch mit den Beratern zusammen. Diese berichteten ausführlich von ihrer Arbeit und erzählten, wie sie zu McKinsey gekommen sind. Je mehr ich hörte, desto interessanter schien mir dieser Weg.

Und so meldete ich mich einige Monate später für einen Wochenend-Workshop bei McKinsey an. In einer Fallstudie sollten wir prüfen, ob es sich für eine Versicherung lohnt, in den chinesischen Markt einzutreten. Hierbei hat es mir besonders viel Spaß gemacht, die Aufgabe im Team zu lösen, Versicherungsmitarbeiter sowie Branchenexperten heranziehen zu können und die Lösung dann auch im Team vorzustellen. Es war das Gegenmodell zu meinem Uni-Alltag: Wie oft hatte ich mir als Mathematiker gewünscht, mit anderen zusammenzuarbeiten und mich mit mehr Menschen austauschen zu können als nur mit meinem Professor.

Nach diesem Workshop stand für mich fest, dass ich bei McKinsey anfangen will, und zwar im Business Technology Office (BTO). Das BTO bündelt McKinseys IT- und Technologie- Beratungskompetenz. Da ich im Nebenfach Informatik und BWL studiert hatte und mich IT- und Technologiethemen besonders interessierten, schien das BTO gut zu mir zu passen. Ich bewarb mich und erhielt postwendend eine Einladung zu einem Auswahltag, der nur zwei Wochen später in Frankfurt am Main stattfinden sollte.

Der Auswahltag

Ganz wohl war mir bei dem Gedanken dann doch nicht: Trotz des Wochenend-Workshops hatte ich wenig Erfahrung mit Fallstudien, und meine Wirtschaftskenntnisse waren im Vergleich zu BWLern nicht gerade ausgeprägt. Glücklicherweise rief mich bald ein Consultant an und konnte mich beruhigen: Beim Auswahltag komme es mehr auf Fähigkeiten als auf Wissen an, das Studienfach werde selbstverständlich berücksichtigt und – mehr noch – mit ihren starken analytischen Fähigkeiten hätten Mathematiker prinzipiell gute Karten.

Dann war der Auswahltag da. Ich erinnere mich heute daran als einen anstrengenden, aber auch sehr interessanten Tag. Ich absolvierte einen schriftlichen Test und führte vier Gespräche mit Beratern – alle mit ganz unterschiedlichen universitären Hintergründen. In allen Gesprächen ging es einerseits um meinen Lebenslauf, andererseits um eine Fallstudie. Nach dem vierten Interview verabschiedete mich mein Gesprächspartner freundlich, und ich machte mich auf den Weg zum Bahnhof. Doch noch bevor ich dort ankam, klingelte mein Handy: Die Gespräche seien positiv bewertet worden, erklärte mir ein Berater und lud mich zum finalen Interview ein. Diese Geschwindigkeit hat mich beeindruckt!

Der Start ins Berufsleben: Learning-on-the-Job

Im Sommer 2004 startete ich dann als Fellow im Frankfurter McKinsey-Büro. Seitdem habe ich ganz unterschiedliche Klienten beraten. Einen Tourismuskonzern begleitete ich z. B. dabei, eine nachhaltige Zukunftsstrategie zu erarbeiten, diese in konkrete Prozesse zu übersetzen und die nötigen IT-Systeme zu definieren. Für einen IT-Dienstleister untersuchten wir, ob er seine weltweit 60 Rechenzentren an nur zwei Standorten zusammenfassen kann. Dabei kam ich auch selbst ziemlich herum: Ich lernte neben den Rechenzentren des Klienten in Deutschland auch die in Italien, den Niederlanden und den USA kennen.

Diese Vielfalt der Branchen, Aufgaben und Standorte war das, was ich mir von der Unternehmensberatung erhofft und auch so vorgefunden habe. Meine mathematischen Kenntnisse konnte ich bei den Projekten zwar selten anwenden, aber ich habe nie zuvor in so kurzer Zeit so viel gelernt: Wie bereitet man Workshops mit 50 Klientenmitarbeitern vor und leitet sie? Welche Maßnahmen machen ein Optimierungsprojekt in einem Unternehmen mit mehr als 300.000 Mitarbeitern erfolgreich? Dass ich zu solchen Fragen fast immer einen Vorschlag fand, dazu trug das Learning-on-the-Job ebenso bei wie mehrere formale Trainings von jeweils ein bis zwei Wochen. Besonderen Spaß hat mir bei jedem Projekt die Zusammenarbeit mit den Kollegen gemacht. Denn die Teams bestehen meist aus Menschen mit ganz unterschiedlichen universitären Hintergründen. In der Diskussion ergeben sich dann oft Perspektiven und Lösungen, auf die man allein nie gekommen wäre – oder wenn doch, dann viel langsamer.

Nach der Promotion wieder zurück in die Beratung

Nach zwei Jahren als Fellow konnte ich mich für einen weiteren akademischen Abschluss freistellen lassen. Ich entschied mich für eine Doktorarbeit in der Wirtschaftsinformatik zum Thema Prozessstandardisierung. Damit konnte ich perfekt an Inhalte aus zwei Beratungsprojekten anknüpfen und leicht Partner für Fallstudien gewinnen. Nach dem Ende des Fellowship-Programms kann jeder Berater überdenken, wie es weitergehen soll. Für mich ist das klar: Nach Abschluss der Promotion möchte ich in die Beratung zurückkehren.

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