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Was war Ihr bisher liebstes Data-Projekt und warum?

Daniel: Ein plakatives Beispiel dafür, wie wir als Bildungsanbieter selbst lernen und die Lernerfahrung unserer Studierenden verbessern, ist unser sogenanntes "Lesson Feedback". Nach jeder Lektion werden die Lernenden gefragt, wie hilfreich die Einheit für sie persönlich war. Zum einen werden sie gebeten, mit Klick auf ein entsprechendes Emoticon die Einheit als positiv, neutral oder negativ zu beurteilen. Zum anderen können sie uns Feedback geben, wie wir den Inhalt und die Präsentation noch besser gestalten können. Allein 2017 haben wir so knapp 1,6 Millionen Bewertungen erhalten und direkt an unsere Inhalteentwickler und Dozentinnen weitergegeben, die das Material entsprechend verbessern. Dank dieses ständigen Verbesserungsprozesses ist die Zufriedenheit der Studierenden seit Einführung dieser Feedback-Schleife kontinuierlich gestiegen.  

Wie sehen Sie das E-Learning in zehn Jahren und welche Rolle spielt das Thema Data dabei?

Daniel: E-Learning-Angebote wachsen stark und ich bin davon überzeugt, dass sie dies auch in den nächsten zehn Jahren tun werden. Aufgrund des rasanten technologischen Wandels wird lebenslanges Lernen zur Normalität werden. Ein Großteil dieses Lernens wiederum wird digital stattfinden, insbesondere nach der klassischen Erstausbildung. Technologien wie Künstliche Intelligenz werden uns helfen, die Angebote noch persönlicher zu gestalten. Heute laufen viele Kurse noch sehr linear ab – jedem Lernenden werden dieselben Inhalte und Aufgaben präsentiert, ohne dabei individuell auf Vorerfahrung, Lernpräferenzen und Erfolg eingehen zu können. Da wird, glaube ich, in Zukunft eine ganze Menge passieren, sodass wir all die Datenpunkte, die uns zur Verfügung stehen, noch viel besser nutzen, um Motivation und Lernerfolg zu erhöhen.

Sie haben beide selbst vor einigen Jahren als Teilnehmer bei TMB mitgemacht. Wie haben Sie das Event damals erlebt und was hat es Ihnen gebracht?

Daniel: Kaum zu glauben, aber mein erstes TMB ist mittlerweile zehn Jahre her. Ich habe seitdem an einer Reihe von Recruiting- und Karriere-Events anderer Unternehmen teilgenommen, aber kein Event hat mich so nachhaltig begeistert und beeindruckt wie TMB. Die Fallstudie und die Präsentation vor einer Topmanagement-Jury auf großer Bühne war natürlich sehr aufregend. Zugleich war der Kontakt mit den anderen Teilnehmenden und über hundert Unternehmensvertretern super ungezwungen, bereichernd und hat mein Netzwerk bis heute gestärkt. Für mich ging es zwei Jahre nach dem Event zu Gruner + Jahr, erst für ein Trainee-Programm und im Anschluss für eine Vorstandsassistenzstelle. Nach meinem MBA in Stanford 2016 bin ich dann über das Entrepreneurs-Programm zurück zu Bertelsmann gekommen und im Anschluss bei Udacity eingestiegen – erst in Kalifornien und nun in Europa.

Tine: Ich habe 2016 an TMB teilgenommen und damals mit meiner Gruppe den 1. Preis und eine Reise nach New York gewonnen. Meine Erwartungen wurden vollkommen übertroffen und ich bin immer noch mit den Teilnehmenden aus meiner Gruppe in Kontakt. Ganz persönlich hat mir "Talent Meets Bertelsmann" die Tür zu meinem (Traum-)Job bei Udacity eröffnet. Jedes Jahr zurückzukehren fühlt sich an wie eine große Familienfeier. Ich freue mich immer sehr, Teilnehmende und Mitarbeitende aus den verschiedenen Divisionen wiederzusehen.

Was würden Sie e-fellows, die sich für TMB interessieren, mit auf den Weg geben: Wie nimmt man vom Event am meisten mit, wie tut man sich positiv hervor?

Daniel: Seid offen und neugierig! Unternehmens-Websites und Stellenausschreibungen sind sehr eindimensional, aber Events wie TMB machen es aufgeschlossenen Teilnehmenden leicht, mit Vertretern verschiedener Geschäfte, Funktionen und Hierarchieebenen sehr locker ins Gespräch zu kommen. Nutzt die Gelegenheit, alle eure Fragen zu stellen. Dann erhaltet ihr einen ehrlichen Eindruck von den typischen Jobs, aber auch von den Menschen und der Kultur im Unternehmen.

Interessierte und aufgeschlossene Teilnehmende sind für mich ebenfalls die, die sich am positivsten hervortun. Alle Kandidaten, die zum Event eingeladen werden, sind bereits durch einen Selektionsprozess gelaufen. Von daher versuche ich, während der Veranstaltung die Menschen hinter dem Lebenslauf kennenzulernen, nicht die Datenpunkte auf dem Papier. Und das geht am besten im ehrlichen, angeregten Dialog, nicht im Verkaufsgespräch.  

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